Donau-Hochwasser: Greenpeace warnt vor möglichen Umweltkatastrophen

Lokalaugenschein bei Chemieanlagen in Österreich und ungarischer Giftmülldeponie gestartet

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace warnt vor möglichen Umweltkatastrophen, die das Donau-Hochwasser zusätzlich zur ohnehin bereits bestehenden menschlichen Tragödie auslösen könnte. Besonders hohes Risiko sieht Greenpeace für die Rotschlamm- und Giftmülldeponie im ungarischen Almasfüzitö, aber auch für an der Donau liegende Chemieanlagen in Österreich kann Greenpeace eine Überflutung noch nicht ausschließen. Ein Greenpeace-Expertenteam ist daher bereits im Einsatz zu den betreffenden Anlagen in Österreich und Ungarn, um sich - nach Möglichkeit - vor Ort ein Bild über die Sicherheit zu verschaffen.

"Besonders für Almasfüzitö könnte das Donau-Hochwasser eine echte Gefahr darstellen. Sollte die Deponie wie bereits 2002 vom Donauwasser umflutet werden, könnte der Randwall brechen und somit eine Umweltkatastrophe eintreten", warnt Greenpeace-Experte Herwig Schuster. Die ehemalige Rotschlammdeponie in Almasfüzitö liegt unmittelbar am Donauufer in der Nähe von Komarom nordwestlich von Budapest. Seit der Stilllegung der nahegelegenen Aluminiumoxid-Fabrik wird die Deponie zusätzlich als Giftmülldeponie genützt. Greenpeace hatte bereits 2011 mit Analysen und Aktionen vor einer Umweltkatastrophe im Falle eines außergewöhnlichen Donauhochwassers gewarnt, die ungarische Regierung ist aber bis heute untätig geblieben.

Auch in Österreich sind flutbedingte Umweltkatastrophen nicht gänzlich auszuschließen. Besonders Chemieanlagen, Lager und Häfen, in denen umweltgefährliche Chemikalien produziert, umgeschlagen oder gelagert werden, sind grundsätzlich gefährdet, besonders wenn die Hochwassersicherheit von technischen Einrichtungen abhängig ist. Greenpeace-Experten werden daher die entsprechenden Anlagen aufsuchen, um zu überprüfen, ob eine Überflutungsgefahr besteht. Im Falle einer Gefahr werden die Greenpeace-Experten umgehend die Behörden und die Öffentlichkeit informieren.

Neben der Sorge um die Sicherheit der Menschen in den Überflutungsgebieten und deren Hab und Gut darf auch die mutmaßliche Ursache der immer häufiger auftretenden Wetterextreme nicht vergessen werden: der Klimawandel. "Wir haben in Österreich in den letzten 15 Jahren bereits drei sogenannte Jahrhunderthochwasser erlebt. Und unsere Erwartungen sind klar: Wenn die ärgsten Spuren dieser neuerlichen Flut beseitigt sind, dürfen die politischen Entscheidungsträger nicht wieder zur Tagesordnung zurückkehren, sondern müssen endlich wirkungsvolle Maßnahmen zum Klimaschutz und für die Energiewende umsetzen", so Schuster abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Herwig Schuster, Greenpeace-Experte, Tel. +43 (0)664 431 92 14
Christine Gebeneter, Greenpeace-Pressesprecherin, Tel.: +43 (0)664 857 45 98

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP0001