ÖGB-Achitz: Hochwasser kann Fernbleiben vom Arbeitsplatz rechtfertigen

Entgeltfortzahlung auch für alle ArbeiterInnen gefordert

Wien (OTS/ÖGB) - Wer aufgrund einer Naturkatastrophe wie dem aktuellen Hochwasser nicht oder nicht pünktlich zur Arbeit kommen kann, braucht keine dienstrechtlichen Konsequenzen zu fürchten. Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB: "Es handelt sich um einen Verhinderungsgrund, der das Fernbleiben rechtfertigt." Man muss aber alles Zumutbare unternehmen, um zur Arbeit zu kommen, und man muss den Arbeitgeber von der Verspätung bzw. der Verhinderung zu informieren.

Ob man aber auch weiter bezahlt wird, hängt davon ab, ob man Angestellte/-r oder ArbeiterIn ist, bzw. unter welchem Kollektivvertrag. Für Angestellte regelt § 8 Abs. 3 Angestelltengesetz, wann trotz Dienstverhinderung das Entgelt weiterbezahlt werden muss. Dieser Gesetzesstelle zufolge behalten Angestellte den Anspruch auf Entgelt, wenn sie durch wichtige, ihre Person betreffende Gründe ohne Verschulden während einer verhältnismäßig kurzen Zeit an der Dienstleistung verhindert sind. ArbeiterInnen hingegen haben nur dann Anspruch auf Entgeltfortzahlung, wenn er im anzuwendenden Kollektivvertrag nicht ausgeschlossen ist.

Gleiche Rechte für ArbeiterInnen!

Der ÖGB fordert eine Gesetzesänderung, die auch den ArbeiterInnen Lohnfortzahlung zusichert, wenn sie hochwasserbedingt nicht zur Arbeit kommen können, oder aber auch, wenn sie bei ihren Kindern bleiben, wenn etwa deren Schulen wegen Grippewelle geschlossen werden. "In sehr vielen Kollektivverträgen haben das die Gewerkschaften auch schon durchgesetzt. Für alle anderen ist jetzt eine gesetzliche Regelung notwendig, die den ArbeiterInnen die gleichen Rechte gibt, wie sie im Dienstverhinderungs-Paragraphen §8 (3)des Angestelltengesetzes festgelegt sind", sagt Achitz.

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