Reißende Bestien mitten unter uns?

Mediale Überspitzung von Wildtiertötungen durch Hunde in der Kritik

Wien (OTS) - "Trächtige Rehgeiß von streunenden Hunden gerissen", "Streunende Hunde töteten Reh", "Wildernder Hund riss Reh mitten im Ort". So und ähnlich lauten viele Zeitungsmeldungen der letzten Wochen. Der Österreichische Tierschutzverein kritisiert nun die fehlende Verhältnismäßigkeit solcher Meldungen.

"35.865 Rehe fielen laut Statistik Austria im Jagdjahr 2011/2012 Verkehrsunfällen zum Opfer. Die Jäger selbst erschossen in diesem Zeitraum sogar 270.000 Rehe. Angesichts solcher Bilanzen sind die Opferzahlen von Hunden geradezu lächerlich", hat Janina Koster vom Österreichischen Tierschutzverein wenig Verständnis für aufgebauschte Berichte. "Selbstverständlich ist es tragisch, wenn Hunde z.B. eine trächtige Rehgeiß töten, doch das ist der Lauf der Natur", gibt Koster zu bedenken. "Rehe sind die klassische Beute von Wölfen und Bären. Durch ihren ausgezeichneten Geruchs- und Hörsinn und ihre flinken Beine sind diese Tiere bestens an die Flucht vor Fressfeinden angepasst. Aber manchmal wird eben doch eines erwischt."

Die Jägerschaft nützt die wenigen Vorfälle als Rechtfertigung für den Abschuss meist völlig unschuldiger frei laufender Hunde und Katzen. Ein solcher ist nicht einmal meldepflichtig. "Haustierbesitzer bangen oft tage- und wochenlang, bis es zur traurigen Gewissheit wird, dass ihr Liebling nie wieder heimkehrt. Schätzungsweise werden in Österreich jährlich ca. 40.000 Katzen und 3000 - 4000 Hunde wegen angeblichen Wilderns erschossen", kritisiert Koster. Die Zahlen wurden von einem deutschen Vergleichswert umgerechnet, wo die Jägerschaft eines Bundeslandes bis vor Kurzem freiwillig Angaben über die Zahl der getöteten Haustiere machte.

Dennoch appelliert der Österreichische Tierschutzverein an Hundehalter, mit ihren tierischen Begleitern gute Hundeschulen zu besuchen, um die Spürnasen anderweitig zu fordern und den Hund damit geistig auszulasten. "Denn selbstverständlich gilt unser Mitgefühl auch den Wildtieren", so Koster abschließend.

Auch der Österreichische Tierschutzverein bietet seit vielen Jahren derartige Hundetrainings erfolgreich an.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Tierschutzverein
Janina Koster - PR
0664/84 68 247
koster@tierschutzverein.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | TSV0001