ÖSTERREICH: Ditz bei Hypo vor Rücktritt

Aufsichtsratschef dürfte sein Mandat am Montag zurücklegen - Ditz: "Man hätte im Interesse der Bank und der Steuerzahler in Brüssel eine härtere Linie vertreten sollen"

Wien (OTS) - Rund um die verstaatlichte Hypo Alpe Adria könnte es am Montag zu einem Knalleffekt kommen: Aufsichtsratschef Johannes Ditz dürfte sein Mandat niederlegen, berichtet die Tageszeitung ÖSTERREICH (Montag-Ausgabe) unter Berufung auf Finanzkreise. Hintergrund ist laut ÖSTERREICH-Informationen sein Ärger über die Linie der Politik in Bezug auf die Hypo.

Dass Ditz nicht glücklich war mit dem Druck der EU, die mit Schließung der Hypo drohte, und insbesondere mit der Reaktion des zuständigen Finanzministeriums darauf, ist kein Geheimnis. "Man hätte im Interesse der Bank und der Steuerzahler in Brüssel eine härtere Linie vertreten sollen", zitiert ÖSTERREICH aus einem Gespräch mit Ditz am Wochenende. Tatsächlich verhandelte das Finanzministerium mit der EU, ohne die Organe der Bank (Vorstand und Aufsichtsrat) einzubinden. Auch in der Task Force zur Ausarbeitung eines neuen Sanierungsplans für die Hypo fand Ditz kein Gehör - "ich war bei keinem Gespräch dabei", sagt er.

Das neue Konzept für die Sanierung der Hypo, das am Freitag vom Finanzministerium nach Brüssel geschickt wurde, sei mit Vorstand und Aufsichtsrat der Hypo nicht abgestimmt. Dass das keine gute Arbeitsbasis für einen Aufsichtsratschef bietet, liegt auf der Hand. Der frühere Wirtschaftsminister wolle sich bei der Hypo keinesfalls aus der Verantwortung stehlen - aber die Rahmenbedingungen für konstruktives Arbeiten seien wohl nicht mehr gegeben, meinen Vertraute gegenüber der Tageszeitung ÖSTERREICH.

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