LR Ragger: "Vermutlich Schwarzhandel mit exotischen Schlangen aufgeflogen"

Neben Verwaltungsstrafen auch Schadenersatzklagen nach Unfall von Tiertransport

Klagenfurt (OTS) - "Ich werde darauf achten, dass Verwaltungsstrafverfahren gegen die Verantwortlichen des gesetzeswidrigen Transportes von Tieren, der durch den Unfall auf der Tauernautobahn in Gmünd aufgeflogen ist, rasch durchgezogen werden. Weiters werden alle Möglichkeiten geprüft, zusätzlich den Ersatz des Schadens rechtlich einzuforden", teilt der zuständige Referent für Tierschutz LR. Mag. Christian Ragger am Sonntag mit. Bis dahin müsste das Land die Kosten tragen.
Für solche Fälle sei dringend die Einführung einer Kautionszahlung notwendig. "Die Strafen müssten jedenfalls abschreckend wirken. Tiere werden aus Profitgründen wie Sachen behandelt und der Tortur langer Transporte, eingepfercht in enge Boxen, ausgesetzt. Man muss daher die Täter auch finanziell treffen."
Laut Ragger bestehe der Verdacht, dass bei dem Transport 1.500 Ratten, Hamster, Nerzen, Chinchillas, Streifenhörnchen, Opossums nur "vorgeschoben" wurden, um den möglichen Hauptzweck, das florierende Geschäft mit den Würgeschlangen Tigerpythons zu tarnen. "Dem Vernehmen nach gibt es in Italien einen blühenden Schwarzhandel mit exotischen Reptilien, u.a. Tigerpythons. Der dürfte das Hauptmotiv für den Transport gewesen sein. Es geht hierbei um eine Summe von bis 100.000 Euro", so Ragger.
Für jede einzelne Schlange benötige man ein "CITES-Zertifikat", benannt nach dem Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen ( C onvention on I nternational T rade in E ndangered S pecies of Wild Fauna and Flora). "Die Verantwortlichen aus Holland konnten bisher eine solche Bestätigung nur für eine einzige Schlange vorweisen. Bis morgen, Montag, wurde ihnen eine Frist gesetzt, die weiteren Bestätigungen nach zu bringen," führt Ragger aus.
Der Tigerpython wird aufgrund seiner Gefährdung durch direkte Verfolgung und Habitatzerstörung von der IUCN (internationale Union für die Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen) als Art der Vorwarnliste ("near threatened") geführt.
"Die Kärntner Behörden bestehen in diesem Fall strikt auf die Vorlage aller im Tierhandel erforderlichen Bescheinigungen, u.a. über den rechtmäßigen Transport, das Ursprungs- und Herkunftsland der Tiere, sowie den Grenzübertritt. Nötig seien auch Transporterklärung, Transportplan und Transportbescheinigung. "Hier gibt es bisher viele Mängel. Deswegen konnte auch das Wiederaufladen und der Weitertransport der Tiere, den die Verantwortlichen aus Holland verdächtig rasch durchführen wollten, untersagt werden", sagt Ragger.

Weitere Entscheidungen in der Causa kündigte er für morgen Montag an. Abschließend bedankte er sich bei der Amtstierärztin Dr. Melitta Krischan und dem Team des Tierheimes Klagenfurt für ihren engagierten Einsatz am Wochenende zur Rettung der Tiere.

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