Syrien: Kinderschutz-Appell von Helmut Kutin nach Raketeneinschlag im SOS-Kinderdorf Aleppo!

"Ich appelliere an alle Konfliktparteien, SOS-Kinderdörfer als Schutzzonen zu respektieren und Kindern endlich Schutz und Sicherheit zu gewähren."

Aleppo/Innsbruck (OTS) - Der Bürgerkrieg in Syrien macht auch vor den SOS-Kinderdörfern nicht Halt. Im SOS-Kinderdorf Aleppo schlug am Montag eine Rakete ein und zerstörte ein Familienhaus. Glücklicherweise wurde niemand verletzt, da das SOS-Kinderdorf bereits im Herbst 2012 evakuiert wurde. Die Kinder und SOS-Kinderdorf-Mütter sind im zweiten syrischen SOS-Kinderdorf Quodsaya nahe Damaskus in relativer Sicherheit. Auch dort mussten die Familien immer wieder in ihren Kellern Zuflucht suchen. Als zusätzlicher Schutz wird nun im Dorf ein bombensicherer Bunker gebaut.

"Die Angst ist allgegenwärtig, viele Kinder sind schwer traumatisiert. Sie unter diesen Bedingungen bestmöglich zu schützen und zu betreuen ist tägliches Bemühen der heimischen SOS-MitarbeiterInnen vor Ort", sagt Helmut Kutin, Präsident von SOS-Kinderdorf Österreich. Zurzeit leben laut Kutin im SOS-Kinderdorf 150 Kinder und 30 Jugendliche, die täglich vom Kriegslärm belastet sind. "Wir haben auch drei Tote zu beklagen," bedauert Kutin. "Drei ehemalige, inzwischen erwachsene SOS-Kinderdorf-Kinder wurden in den Kriegswirren getötet, mehrere sind vermisst, drei derzeit inhaftiert." Eine Evakuierung des SOS-Kinderdorfes sei aktuell nicht vorgesehen, jedoch wurde Vorsorge getroffen: Im Extremfall stünde im Libanon ein Kloster in den Bergen oberhalb von Beirut zur Verfügung, berichtet Kutin.

Helmut Kutin: Appell an Konfliktparteien und Bitte um Spenden an Menschen in Österreich

Der österreichische SOS-Kinderdorf-Präsident war erst vor wenigen Wochen selbst an der syrisch-libanesischen Grenze, um sich vor Ort über die Lage der SOS-Kinderdörfer in Syrien und in den Nachbarländern zu informieren. "Es ist dramatisch! Die gesamte Bevölkerung leidet unter unvorstellbaren Zuständen. Tod und Gewalt sind allgegenwärtig, ein Albtraum für alle Menschen und schweres Unrecht an den Kindern!", sagt Kutin. "Daher fordere ich einmal mehr die SOS-Kinderdörfer als Schutzzonen zu respektieren - und Kindern generell endlich ihr Recht auf Schutz zu gewähren! Im Namen der syrischen SOS-Kinderdörfer bitte ich die Menschen in Österreich um Hilfe! Unsere MitarbeiterInnen leisten großartige Arbeit unter teils lebensgefährlichen Bedingungen. Sie brauchen das Gefühl, in ihrer Not nicht allein zu sein, und ganz handfeste finanzielle Unterstützung, um die Hilfe für die Kinder und Familien leisten zu können. Danke!"

Nothilfe für Kinder und Familien auch außerhalb der SOS-Kinderdörfer

SOS-Kinderdorf hat Nothilfemaßnahmen für Kinder und Familien in der Nachbarschaft gestartet und erreicht damit derzeit rund 5.700 Menschen. Sie erhalten Nothilfepakete mit Reis, Milch, Lebensmittel-Konserven, Waschmittel und Hygieneartikel. Zudem bekommen Kinder Decken und Kleider. Um eine optimale Betreuung zu gewährleisten, wurden die SOS-Mitarbeiter in speziellen Trauma-Bewältigungs-Kursen weitergebildet. SOS-Kinderdorf plant die humanitären Hilfsaktionen auf rund 10.000 Menschen - zwei Drittel davon Kinder - auszuweiten. Im Vergleich zu den großen Nothilfeorganisationen sind die finanziellen Mittel, logistischen Möglichkeiten und personellen Kapazitäten von SOS-Kinderdorf Syrien jedoch limitiert. SOS-Kinderdorf ist in Syrien seit 33 Jahren aktiv und betreibt in Damaskus und Aleppo Kinderdörfer, Jugendeinrichtungen und Programme für Familien.

Spenden: PSK (BLZ 60000), 1.566.000 "Syrien" oder online www.sos-kinderdorf.at

Bei Interesse steht Helmut Kutin für Interviews zur Verfügung. Anfragen bitte an Viktor Trager.

Rückfragen & Kontakt:

Viktor Trager
SOS-Kinderdorf/Presse
Tel.: 0676/88144201
viktor.trager@sos-kd.org

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