Industrie: Weitere Belastungen der Banken gehen zu Lasten von Kunden und Wirtschaft

IV-Präsident Kapsch: Finanzierung der Realwirtschaft unterstützen und nicht hemmen - Belastungen der heimischen Finanzwirtschaft bereits jetzt überproportional

Wien (OTS/PdI) - Gegen die weitere pauschale Belastung einer Branche durch die Verlängerung der Bankenabgabe sprach sich der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Mag Georg Kapsch, angesichts der aktuellen Diskussion aus. "Weitere oder verlängerte Bürden würden die Finanzierung der Realwirtschaft weiter erschweren - gerade in der sensiblen konjunkturellen Lage müssen wir diese aber unterstützen und auf keinen Fall hemmen", so Kapsch. Neben der Realwirtschaft würde eine Weitergabe der Kosten üblicherweise die Kunden und zwar alle Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer und somit auch die kreditnehmenden Unternehmen treffen. Man dürfe zudem nicht vergessen, so Kapsch, "dass die österreichischen Banken bereits jetzt in Relation zum BIP fast zehnmal so stark belastet werden, wie die Banken Deutschlands. Dies bedeutet einen deutlichen Wettbewerbsnachteil in Europa." 2011 habe das tatsächliche Aufkommen in Österreich 509,9 Millionen Euro, in Deutschland 590 Millionen Euro betragen - in Relation zum BIP in Österreich 0,17, in Deutschland 0,023 Prozent. Bemerkenswert und vollkommen unverständlich sei, dass die Bankenabgabe keine Gewinnabgabe, sondern von der Bilanzsumme und einigen weiteren Kriterien abhänge und somit die Banken auch treffe, selbst wenn sie niedrige oder keine Gewinne schreiben.

Den heimischen Kreditinstituten seien zusätzlich zur Bankenabgabe von über 500 Mio. Euro mit dem Stabilitätsgesetz weitere Bürden auferlegt worden. Für die Jahre 2012 bis 2017 sind sie verpflichtet, einen zusätzlichen Sonderbeitrag in Höhe von 25 Prozent an einen vom Bundesministerium für Finanzen verwalteten "Fonds für Maßnahmen gemäß Finanzstabilitätsgesetz" abzuführen. "In Kombination mit den sukzessive erhöhten Eigenkapitalforderungen - vor allem durch die in nationaler Umsetzung befindlichen Anpassungen an Basel III - sowie weiteren anzunehmenden Abgaben in den kommenden Jahren ist die Belastungsgrenze überschritten", so der IV-Präsident. Die heimischen Banken hätten sich in Zeiten der Krise als "verlässliche Partner der Wirtschaft bewährt. Die Versorgung der Realwirtschaft, insbesondere von zahlreichen Klein- und Mittelbetrieben, mit Krediten sollte daher nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden", betonte Kapsch.

Rückfragen & Kontakt:

IV-Newsroom
Tel.: +43 (1) 711 35-2306
info@iv-newsroom.at
www.iv-net.at/medien

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NPI0003