Falter: Schwere Vorwürfe gegen Stadt Wien

Noch in den 80ern sollen behinderte Kinder am Steinhof gequält worden sein

Wien (OTS) - Die Wiener Wochenzeitung Falter berichtet in ihrer morgen Mittwoch erscheinenden Ausgabe über schwere Vorwürfe gegen die Stadt Wien. Bis in die frühen 80er Jahre sollen am Steinhof behinderte Kinder vernachlässigt und gequält worden sein. Das berichtet eine im Falter namentlich genannte Kinderkrankenschwester, die ab 1981 im Pavillon 15 arbeitete.

Sie gibt an, Kinder und Jugendliche seien den ganzen Tag in Netzbetten eingesperrt oder an ihren Betten fixiert worden. Den Kindern seien große Mengen an Beruhigungsmitteln verabreicht worden, viele seien jahrelang nicht ins Freie gekommen. Die Krankenschwester berichtet auch von psychischen und physischen Misshandlungen durch das Personal. Nicht Sadismus habe zu diesen Zuständen geführt, sondern Überforderung, Personal- und Ressourcenmangel.

Eine zweite ehemalige Mitarbeiterin bestätigt die Vorwürfe.
Es handelt sich um den selben Pavillon, in dem sich vierzig Jahre zuvor die "Jugendfürsorgeanstalt Am Spiegelgrund" befand, wo die Nazis rund 800 behinderte und "schwererziehbare" Kinder ermordeten.

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