Lebenshilfe alarmiert über Kürzung bei Schulassistenz in Salzburg

Nicht sparen bei der Schulintegration, sondern ausbauen!

Wien (OTS) - Mit Empörung reagiert die Lebenshilfe Österreich auf die am Wochenende angekündigten Sparmaßnahmen in Salzburgs Pflichtschulen. Ab September 2013 soll die Anzahl der Schulassistentinnen und -assistenten für die Begleitung von Schülerinnen und Schülern mit höherem Unterstützungsbedarf halbiert werden: Die betroffenen Kinder und Jugendlichen sollen künftig vom Schulbesuch aus medizinischen Gründen "befreit" werden, heißt es in dem Artikel der Salzburger Nachrichten.

"Diese Schlussfolgerung ist unzulässig und an Zynismus nicht zu überbieten. Das Land Salzburg ist am besten Weg, eine Menschenrechtsverletzung zu begehen", empört sich Lebenshilfe-Präsident Univ.-Prof. Dr. Germain Weber. "Wir erwarten uns, dass die betroffenen Schülerinnen und Schüler weiterhin ihr Recht auf integrative Schulbildung uneingeschränkt in Anspruch nehmen können. Bei der Schulintegration darf nicht gespart werden, im Gegenteil, hier braucht es Investitionen in ein zeitgemäßes und zukunftweisendes inklusives Schulsystem", bekräftigt Weber.

Die Schulassistenz ist notwendig, weil sie eine bedarfsgerechte Unterstützung bietet, die Lehrkräfte entlastet und die einzelne Person ins Zentrum rückt. Weber: "Nicht kürzen, sondern weiter ausbauen, sollte die Devise lauten. Wir sind zuversichtlich, dass das Land Salzburg in diesem Fall eine gangbare Lösung findet."

Zahlreiche inklusive Schulklassen in Wien, in der Steiermark und in anderen Bundesländern zeigen bereits erfolgreich vor, wie Schülerinnen und Schüler mit und ohne Beeinträchtigungen gemeinsam lernen. Die Verstärkung des Lehrpersonals durch Schulassistenz ist dabei ein unverzichtbarer Baustein, damit Schülerinnen und Schüler mit hohem Unterstützungsbedarf eine Schule für alle Kinder besuchen können.

"Der politische Wille zur Umsetzung von Inklusion im Schulbereich ist nicht zu erkennen, wir treten seit Jahren an derselben Stelle", kritisiert Weber die zögerliche Bereitschaft der politisch Verantwortlichen, das österreichische Schulsystem in Richtung Inklusion zu reformieren. Einige Forderungen der Lebenshilfe sind zwar in den Nationalen Aktionsplan Behinderung geflossen, aber es fehlt nach wie vor an einer klaren Strategie zur Umsetzung und an den notwendigen Verbindlichkeiten, so wie es die UN-Behindertenrechtskonvention im Artikel 24 vorsieht.

"Es kann nicht angehen, dass Kinder und Jugendliche dafür bestraft werden, dass sie einen höheren Unterstützungsbedarf benötigen. Nur weil das Schulsystem unwillig ist, sich einer längst fälligen Reform zu unterziehen. Wir fordern dazu klare Antworten von Seiten der zuständigen Entscheidungsträger und einen Rechtsanspruch auf inklusive Bildung für alle Schulformen und Schultypen", so Weber abschließend.

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