Arbeitsklima Index: Immer mehr müssen am Wochenende arbeiten

Wien (OTS) - Der Anteil jener Arbeitnehmer/-innen, die Samstagsarbeit leisten müssen, ist im vergangenen Jahr um 5 Prozent von 17 auf 22 Prozent gestiegen. Vor allem Frauen bis 25 Jahre sind von dieser Entwicklung betroffen. Die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert weniger Überstunden und eine Abgabe auf Überstunden für Unternehmen.

Die aktuelle Auswertung des Österreichischen Arbeitsklima Index zeigt, dass die Subdimension "Zeiteinteilung" - sie beinhaltet Zufriedenheit mit Arbeitszeit sowie Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben - im Vergleich zum 2007/2008 um mehrere Punkte auf derzeit 76 gesunken ist. Auch sind nur mehr 74 Prozent der Arbeitnehmer/-innen mit ihrer Arbeitszeitregelung zufrieden. 2008 waren es noch mehr als 80 Prozent.

Samstagsarbeit ist Frauenarbeit

Mehr als zwei Drittel der Arbeitnehmer/-innen machen gelegentlich (53 Prozent) oder häufig (15 Prozent) Überstunden. Auffällig ist, dass der Anteil jener Beschäftigten, die Samstags- und Sonntagsarbeit leisten, seit rund einem Jahr steigt: Im Frühjahr 2012 waren es 17 Prozent, die sagten, sie müssten häufig am Samstag arbeiten, jetzt sind es 22 Prozent. Neun Prozent sagten vor einem Jahr, sie müssten häufig auch am Sonntag arbeiten, jetzt ist dieser Anteil auf 12 Prozent gestiegen.

Vor allem für jüngere Frauen gehört die Samstagsarbeit zum Berufsalltag: 38 Prozent aller Frauen bis 25 Jahre sagen, sie müssten häufig am Samstag arbeiten. Damit arbeiten fast vier von zehn Frauen bis 25 regelmäßig auch am Samstag. Zum Vergleich: Unter jungen Männern sind es nur halb so viele - 19 Prozent der Männer unter 26 sagen, sie müssten häufig auch am Samstag arbeiten.

Wochenendarbeiter/-innen sind unzufriedener

Beschäftigte, die häufig am Samstag oder Sonntag arbeiten, erzielen deutlich niedrigere Werte im Arbeitsklima Index. Bei Beschäftigten, die häufig am Samstag arbeiten müssen, liegt der Arbeitsklima Index bei 102 Punkten, bei jenen, die am Sonntag arbeiten müssen, bei 101 Punkten (Gesamtindex 108 Punkte). Dasselbe gilt für Beschäftigte, die häufig in der Nacht arbeiten oder Überstunden leisten müssen. Sie sind weniger zufrieden, haben mehr Zeitdruck, höhere körperliche und psychische Belastungen sowie größere Schwierigkeiten, Privat- und Berufsleben miteinander zu vereinbaren.

AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fordert kürzere Arbeitszeiten und weniger Überstunden. Überstunden sollen für Unternehmen teurer und unattraktiver werden. Kalliauer: "Pro Überstunde sollen die Unternehmen einen Arbeitsmarkt- und Gesundheitseuro an den Staat abführen. Die Betriebsräte sollen bei der Personalbemessung mitbestimmen und das Arbeitsinspektorat wirksame Arbeitszeit-Kontrollen durchführen können."

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