Greenpeace: EFSA bestätigt Gefährlichkeit von Fipronil für Bienen

EU muss umfassenden Aktionsplan zum Schutz der Bienen erstellen

Wien (OTS) - Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat heute eine Risikobewertung zu dem Pestizid Fipronil veröffentlicht, die dessen Schädlichkeit für Bienen und möglicherweise auch andere Insekten bestätigt. Drei andere Pestizide wurden in Europa aufgrund ähnlicher Studien, die von EFSA im Jänner veröffentlicht wurden, nun teilweise verboten.

"Fipronil hätte, wie alle bienengefährlichen Pestizide, nie zugelassen werden dürfen. Diese Bienenkiller stellen ein massives Risiko für unsere Bienen und unsere Landwirtschaft dar", so Dagmar Urban, Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace.

Auch Marco Contiero, Greenpeace EU-Landwirtschaftsexperte in Brüssel sieht dringenden Handlungsbedarf: "Eine Überholung der EU Risikobewertung ist unbedingt notwendig. Diese Pestizide werden seit einem Jahrzehnt in unsere Umwelt eingebracht. Vorübergehende Verbote sind nicht genug, um die Bienen dauerhaft zu schützen, besonders wenn andere ähnliche Chemikalien noch immer verwendet werden. Die Kommission sollte einen umfassenden Plan für den Schutz von Bestäuberinsekten erstellen und dazu gehört ein Verbot von Fipronil."

Der Bericht der EFSA bestätigt hohe Risiken des vom deutschen Chemiekonzerns BASF produzierten Pestizids Fipronil für Bienen, wenn es zur Saatgutbehandlung von Mais eingesetzt wird. Außerdem sieht er große Informationslücken in den wissenschaftlichen Studien, die weitergehende Risikoabschätzungen - für andere Bestäuber, sowie andere Gefahren, die durch Anreicherung im Boden bzw. bei Nicht-Zielpflanzen entstehen könnten - verhindert haben. Angesichts der wissenschaftlichen Beweislage fordert Greenpeace ein EU-weites Verbot von Fipronil und einen europaweiten Aktionsplan, um die Bienenpopulationen in Europa zu schützen.

Die Europäische Kommission hat vergangenen Freitag Beschränkungen von drei Pestiziden aus der Gruppe der Neonicotinoide erlassen. Dieses Teilverbot der Bienenkiller - Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam - ist aber nicht ausreichend, damit sich europäische Bienenbestände merkbar erholen können. Greenpeace hat im aktuellen Report "Bye bye Biene? Das Bienensterben und die Risiken für die Landwirtschaft in Europa" sieben Pestizide identifiziert, die für Bienen und andere Insekten gefährlich sind. Darunter auch Fipronil, das kein Neonicotinoid ist. In Österreich kann Fipronil mit einer sogenannten "Gefahr in Verzug"- Zulassung beim Anbau von Kartoffeln auf drei Monate angewendet werden.

"Schritt für Schritt müssen alle bienengefährlichen Pestizide, darunter auch Fipronil, zum Schutz der Bienen und der Landwirtschaft von unseren Feldern verbannt werden. Außerdem ist es nun auch dringend nötig einen grundlegenden Wandel unserer Landwirtschaft einzuleiten. Nur biologische und ökologische Landwirtschaftspraktiken, die auf den Einsatz bienengiftiger Pestizide verzichten, können das Bienensterben nachhaltig beenden" fordert Urban abschließend.

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Christine Gebeneter, Pressesprecherin Greenpeace, Tel.: +43 (0)664 85 74 598

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