ArbeitnehmerInnenparlament 1: Haneder: "Die Bilanz der AKNÖ kann sich sehen lassen"

AKNÖ bringt den Mitgliedern mehr als sie ihnen kostet / Schieflage bei Einkommen, Vermögen und Arbeitszeit

Wien (OTS) - Ein Jahr vor den AK-Wahlen zieht AKNÖ-Präsident Hermann Haneder im ArbeitnehmerInnenparlament eine positive Bilanz. Als Vertretung von fast 500.000 ArbeitnehmerInnen habe die AKNÖ viel für ihre Mitglieder erreicht. Dennoch bleibe für die AKNÖ noch viel zu tun, um gegen die Schieflage bei Einkommen, Vermögen und Arbeitszeit anzugehen.

Die Erfolgsbilanz eröffnet der AKNÖ-Präsident mit den für die Mitglieder erkämpften Beträgen. "Wir haben 2012 alleine im Arbeits-und Sozialrecht den Menschen über 60 Millionen Euro erkämpft", so Haneder. "Allein in diesem Bereich haben wir den Mitgliedern mehr Geld gebracht als alle miteinander Umlage einzahlen." Durch die landesweit veranstalteten "Steuerspartage" wurde seit 2007 rund 70.000 ArbeitnehmerInnen beim Steuerausgleich geholfen. Auch hier kann sich das Ergebnis der letzten zehn Jahre mehr als sehen lassen:
"Wir haben in diesen zehn Jahren über 66 Millionen Euro an zu viel bezahlten Steuern zurückholen können", erklärt der AKNÖ-Präsident stolz. Haneder ruft auch die in Kürze wirksam werdende Erhöhung des Bildungsbonus und die Einführung eines Bau- und Wohngeldes für Frauen als konkrete Verbesserungen für ArbeitnehmerInnen in Erinnerung.

Auch wenn die Bilanz höchst erfreulich ausfalle, bleibe für die Arbeiterkammer noch viel zu tun. Wenn der gelernte Zimmermann nämlich mit der "Wasserwaage" die Verteilungssituation im Land auslote, müsse er eine extreme Schieflage feststellen. Da ist zunächst der sehr ungleiche Zugang zur Bildung. "Bildung ist bei uns viel stärker vererbt als in anderen Ländern", so Haneder. Arbeiterkinder haben kaum eine Chance, eine Ausbildung an Universitäten oder Fachhochschulen abzuschließen. Akademikerkinder wiederum werden, auch wenn es noch so mühevoll ist, durch die höheren Schulen geschleppt, obwohl eine Lehre manchmal vielleicht der bessere Weg wäre.

Diese Ungleichheit setzt sich bei Einkommen und Vermögen fort. Besonders extrem fällt die Verteilung beim Vermögen aus. "Die reichsten 5 Prozent haben 45 Prozent aller Vermögen", so der AKNÖ-Präsident. Obendrein werden Vermögen und Zinseinkommen auch noch geringer besteuert als Arbeitseinkommen. "Der größte Skandal überhaupt ist Reichtum, der auf Kosten der Ärmeren wächst", kritisiert Haneder die Umverteilung von unten nach oben. Auch bei der Verteilung von Arbeit muss der AKNÖ-Präsident eine ungerechte Verteilung feststellen. "Einige müssen immer länger und mehr arbeiten, andere finden keinen Job", so Haneder.

Angesichts der zahlreichen Aufgaben warnt Haneder davor, den Wahlkampf für die AK-Wahl zu früh zu beginnen und dabei einzelne MitarbeiterInnen sowie die AKNÖ als Ganzes in ein schlechtes Licht zu rücken: "Wer mit schlecht recherchierten Angriffen auf das Wahlrecht diese Institution in der Öffentlichkeit schlecht macht, spielt nur den Gegnern von mutigen Arbeitnehmervertretungen in die Hände." Denn Lehrlinge seien sehr wohl wahlberechtigt. Da Lehrlinge jedoch keine AK-Umlage zahlen, müssen sie sich für die Wahl registrieren lassen. "Dazu müssen sie nur ein Formular an uns schicken. Die Lehrlinge haben das bei den letzten Wahlen auch geschafft", stellt Haneder klar. Außerdem sei das AK-Wahlrecht ein Bundesgesetz - "die richtige Adresse für Änderungen ist also das Parlament".

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