Tourismusbranche mit Wintersaison nur unterm Strich zufrieden

WKÖ-Schenner: "Winterergebnis ist kein Grund, die rosa Brille aufzusetzen!"

Wien (OTS/PWK343) - Wie die Statistik Austria heute, Freitag, meldet, konnten für die abgelaufene Wintersaison 2012/13 (gerechnet werden November bis April) neue Höchstwerte mit 65,6 Mio. Nächtigungen und knapp 17 Mio. Ankünften verzeichnet werden. Ausschlaggebend waren die ausländischen Gästenächtigungen, die um 2,7% auf das Rekordniveau von 50,33 Mio. stiegen. Die teils massiven Rückgänge im Monat April 2013 (im Vergleich zum April 2012) sind zwar nicht erfreulich, jedoch waren sie vorhersehbar. "Die Rückgänge im April sind auf die frühen Ostern Ende März zurückzuführen. März und April müssen immer gemeinsam gerechnet werden", analysiert der Sprecher der heimischen Tourismusbetriebe in der WKÖ, Hans Schenner.

Deutschland ist weiterhin Top-Herkunftsmarkt im Winter

Die Analyse der Gästestrukturen zeigt, dass Deutschland mit 25,6 Mio. Nächtigungen stolze 39 Prozent des Nächtigungsvolumens ausmacht. Dahinter rangieren Österreicher mit 15,2 Mio. (23,1%) und die Niederländer mit 5,5 Mio. Nächtigungen (8,4%). Urlauber aus dem Vereinigten Königreich und aus der Schweiz verzeichnen jeweils rund 2,1 Mio. Nächtigungen (3,2%). Besonders erfreulich sind somit die Zuwächse aus den Herkunftsmärken wie Deutschland (+4,4%), dem Vereinigte Königreich (+3,9%) und der Schweiz (+3,6%). Einzig die Niederlande verzeichneten mit 5,5 Mio. Übernachtungen ein Minus von 1,9% im Vergleich zum Winter 2011/2012. Damit leistet die Tourismuswirtschaft wieder einen erheblichen Beitrag für die Exportbilanz Österreichs. So haben ausländische Touristen 2012 um 6,8 Mrd. Euro mehr für ihren Urlaub ausgegeben (14,7 Mrd. Euro) als Österreicher im Ausland (7,9 Mrd. Euro).

Zugpferd im Winter ist Wintersport - Inlandsmarkt rückläufig

Auch wenn die Zahlen in Summe zufriedenstellend sind, so zeigt sich bei genauer Analyse, dass die Zuwächse in Bundesländern mit hohem Skisport-Anteil erzielt wurden: So haben Vorarlberg (+4,7%), Salzburg (+2,9%), Tirol (+2,1%) und Kärnten (+0,5%) ein Plus erzielt, hingegen mussten das Burgenland (-2,2%), Niederösterreich (-1,2%), Oberösterreich (1,1%) und die Steiermark (-0,3%) leichte Rückgänge hinnehmen. Es zeigt sich also, dass in Bundesländern mit stärkerem Anteil heimischer Touristen die Zahlen nicht so rosig sind. Schenner:
"Das Winterergebnis ist kein Grund, die rosa Brille aufzusetzen. Am meisten schmerzt mich der Rückgang im Inlandstourismus. So musste in der abgelaufenen Wintersaison mit 15,23 Mio. inländischer Gästenächtigungen ein Minus von -0,7% verzeichnet werden. Bundesländer wie Niederösterreich und Oberösterreich haben sogar über 2% inländischer Gästenächtigungen verloren. Ich habe immer auf eine angemessene und starke Inlandswerbung der Österreich Werbung mit den Landestourismusorganisationen gedrängt und werde das auch weiterhin tun".
Der Trend zum Städtetourismus ist unabhängig davon ungebrochen. Städte wie Salzburg, Graz, Linz und die Bundesshauptstadt Wien (+3,1%) haben über die letzten Jahre stetige Zuwächse verzeichnen können.

WKÖ-Schenner: "Schnee von gestern ist Wasser von morgen!"

Angesichts des kommenden Sommers müssten sich nun alle auf die neue Saison konzentrieren. Auch wenn sich der Mai bis dato nicht gerade von seiner frühlingshaften Seite zeigt und in den nächsten Tagen vereinzelt sogar Schneefall erwartet wird: "Der Schnee von gestern ist das Wasser von morgen", eröffnet Schenner die Sommersaison 2013.
Positiv gestimmt zeigt sich Schenner auch hinsichtlich der aktuellen Buchungslage für die Sommersaison 2013: "Ich bin optimistisch, dass wir die Trendwende hin zu mehr Wachstum in der kommenden Sommersaison schaffen". Ausschlaggebend für den Erfolg der Tourismusdestination Österreich sei letztlich das Angebot der Betriebe. "Es zeigt sich, dass sich die wetterunabhängigen Investitionen in Kulinarik, Wellness, Sportangebote, Thermen etc. bemerkbar machen und den Tourismus ein Stück saisonunabhängiger werden lassen. Unsere 90.000 Tourismusbetriebe, die Unternehmerinnen und Unternehmer, arbeiten hart für unser Land. Was wir jetzt brauchen, ist Unterstützung der Politik und keine neuen Steuern!", so Schenner abschließend.

Die Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) ist die Interessenvertretung für über 90.000 Tourismusbetriebe aus den Branchen Gastronomie, Hotellerie, Freizeit- und Sport, Reisebüros, Kinos, Kultur- und Vergnügungsbetriebe sowie Gesundheitsbetriebe. Jeder 5. Vollzeitarbeitsplatz in Österreich ist direkt oder indirekt von Tourismus und Freizeitwirtschaft abhängig. Die Branche erwirtschaftet eine jährliche Bruttowertschöpfung von rund 42 Milliarden Euro, das sind mehr als 15 Prozent des BIP. (PM)

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