AK zur Einigung bei Sprachförderung: "Gettoklassen unerwünscht!"

Positiv, dass "integrative Sprachförderung" möglich werden soll - zweites verpflichtendes Kindergartenjahr mit Sprachförderung soll jedenfalls kommen

Wien (OTS/AK) - "Es ist gut, dass jetzt generell Sprachförderung für Volksschulkinder kommen soll", kommentiert Melitta Aschauer, AK Wien Bereichsleiterin Bildung, die gestern präsentierte Einigung von Unterrichtsministerium und Integrations-Staatsekretariat. Positiv sei vor allem, "dass Kinder mit Nachholbedarf in Deutsch nicht generell in Vorschulklassen zusammengefasst werden, sondern auch Sprachförderung bei gleichzeitigem Unterricht zusammen mit Kindern ohne Sprachförderbedarf möglich sein soll". Der Arbeiterkammer ist wichtig, dass möglichst keine Gettoklassen entstehen.

"Kinder lernen ganz anders als Erwachsene: integriert, spielerisch", sagt Aschauer. Mit der Sprachförderung soll deshalb am besten schon im Kindergarten angefangen werden. Nötig sei dafür ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr, wie es die Sozialpartner gemeinsam fordern.

"Im besten Fall sollen Kinder schon gut Deutsch sprechen, wenn sie in die Schule kommen", sagt Aschauer. "Wichtig ist dafür, dass schon im Kindergarten genug Geld und geschultes Personal zur Verfügung stehen, damit Kinder im Alltag spielerisch Deutsch lernen." Deshalb begrüßt die Arbeiterkammer den Plan, mit der Sprachförderung schon im Kindergarten anzufangen. Die Angebote sollen kostenlos sein, damit auch WenigverdienerInnen die Möglichkeit haben, ihre Kinder von klein auf ganztägig betreuen zu lassen.

Wichtig sei auf jeden Fall, dass muttersprachlicher Unterricht durch eine neue Ausbildung von MuttersprachenpädagogInnen professionaliert werden soll, so Aschauer. Denn neben Förderung in Deutsch seien auch Angebote zur Förderung der Erstsprachenkenntnisse von Kindern mit anderen Sprachen als Deutsch nötig.

Weiters muss Unterricht in Deutsch als Zweitsprache in den Lehrplan sowohl für PflichtschullehrerInnen als auch für KindergartenpädagogInnen aufgenommen werden. Überdies sollen sich die Bundesanstalten für Kindergartenpädagogik und die Pädagogischen Hochschulen bemühen, mehr junge Leute mit Migrationshintergrund für den PädagogInnenberuf zu begeistern.

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