WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Mehr als nur ein Spiel - von Hans-Jörg Bruckberger

Cristiano Ronaldo verdient doppelt so viel wie VW-Chef

Wien (OTS) - Saturday Night Fever der etwas anderen Art: Am Samstag geht das deutsche Champions-League-Finale über die Bühne - ein Duell, das selbst Menschen interessiert, die sonst gar nicht so fußball-affin sind. Während Massenmedien eine sportliche Rundum-Berichterstattung liefern, hat sich das WirtschaftsBlatt mit den ökonomischen Aspekten auseinandergesetzt. Und die sind nicht minder beeindruckend.

Hunderte Millionen Menschen werden das Spektakel mitverfolgen, was TV-Anstalten wie Puls 4 eine Sonderkonjunktur beschert.

Wirtschaftlich brisant ist das Match auch, weil sich die Ausrüster Adidas und Puma gegenüberstehen. Dadurch, aber auch durch das Listing von Medien und Sponsoren, vor allem aber durch die Dortmund-Aktie, hat das sportliche Duell sogar Börserelevanz. Und selbst ein Salzburger Unternehmen nascht am Hype ums runde Leder mit.

Ein wirtschaftliches Ereignis ist der Fußball natürlich auch für die direkt handelnden Akteure. Die Transferwerte der Spitzenspieler sind absurd hoch, dasselbe gilt für deren Gagen. Verdient ein Cristiano Ronaldo wirklich mehr als 30 Millionen Euro im Jahr? Managergehälter werden sicher heftiger diskutiert. Sportidole sind uns offenbar mehr wert als der Mann, der unsere Bank leitet oder den Konzern, der unser Auto baut, oder womöglich gar unser Arbeitgeber ist. VW - über Audi übrigens ein Hauptsponsor der Bayern - hat CEO Martin Winterkorn, dem deutschen Top-Verdiener, zuletzt 14,5 Millionen gezahlt. Zugegeben, Winterkorn verkauft keine 1,5 Millionen Trikots mit seinem Namen, dafür hat er aber VW an die Weltspitze herangeführt. Er verantwortet einen Konzern mit fast 200 Milliarden Umsatz, 20 Milliarden Gewinn und 550.000 Mitarbeitern. Das relativiert dann doch den Fußball:
Dagegen ist selbst ein FC Bayern ein KMU.

Und die Tore, die ein Ronaldo schießt, sind das, was Tore schon immer waren, selbst als der Fußball noch kein so großes Geschäft war: die schönste Nebensache der Welt - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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