AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: Lohnsteuer senken und Millionäre besteuern

9. Vollversammlung der XIV. Funktionsperiode

Linz (OTS) - Die Folgen des Spekulations- und Finanzkrise sind auch in Österreich zu spüren: Die Wirtschaftsleistung schrumpft, die Staatskassen sind leer und die Arbeitslosigkeit steigt. "Wir brauchen Initiativen für den Arbeitsmarkt, eine gerechtere Verteilung und eine echte Steuerreform", fordert daher AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer bei der heutigen Vollversammlung der AK Oberösterreich.

Auch in Österreich ist die Arbeitslosigkeit immer noch höher als vor Beginn der Krise. Vor allem Jugendliche und ältere Arbeitnehmer/-innen verspüren den Druck auf dem Arbeitsmarkt. 11.000 oberösterreichische Jugendliche sind weder in einer Ausbildung, noch in einer Beschäftigung und auch nicht beim AMS gemeldet. "Wir müssen Gegenstrategien entwickeln, damit wir keinen Jugendlichen verlieren", appelliert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Die von der ÖGJ geforderte Fachkräftemilliarde sei eine Maßnahme, um das duale Ausbildungssystem zu verbessern, so Kalliauer.

Der Österreichische Arbeitsklima Index zeigt, dass immer mehr, vor allem ältere Arbeitnehmer/-innen unter den zunehmenden Belastungen in der Arbeit leiden. "Wenn gleich viele Menschen immer mehr erwirtschaften, steigt der Druck auf die Beschäftigten. Das macht viele auf Dauer krank und belastet vor allem ältere Beschäftigte", zeigt der AK-Präsident auf. Die Frage ist daher, wie die Arbeit gestaltet werden muss, damit die Menschen gesund ihre Pension erleben. "Wir brauchen eine Entschleunigung des Arbeitsprozesses. Aber das alleine wird nicht reichen. Darum müssen wir auch die Zeiten der Belastung, also die Arbeitszeiten, verkürzen", so Kalliauer.

Psychisch belastend ist für immer mehr Arbeitnehmer/-innen die tägliche bange Frage, ob sie mit dem Einkommen auskommen. Daher erneuerte Präsident Kalliauer seine Forderungen nach einer gerechten Verteilung der Einkommen und einer echten steuerlichen Entlastung der Arbeitnehmer/-innen. Konkret kritisiert Kalliauer den hohen Eingangssteuersatz bei der Lohnsteuer von 36,5 Prozent.

Die dadurch wegfallenden Einnahmen des Staates sollte man sich bei jenen holen, die bisher viel zu wenig zur Finanzierung des Gemeinwesens beitragen: "Es ist höchste Zeit, dass Millionäre ihren Beitrag leisten. Denn wenn sie weiter nichts zur Finanzierung des Staates beitragen, riskieren sie das Gesundheitssystem, das Bildungssystem, die Pensionen, also den Sozialstaat insgesamt und letztlich den sozialen Frieden in Österreich", so Kalliauer.

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