Wlodkowski: Bildung ist Schlüssel für erfolgreiche Zukunft im ländlichen Raum

Positivbeispiel Kreativwirtschaft: Ländlicher Raum für Kreative immer attraktiver

Wien (OTS) - "Für die Landwirtschaftskammer Österreich sind Aus- und Weiterbildung entscheidende Grundlagen bei der Bewältigung der Herausforderungen der Land- und Forstwirtschaft. Der bäuerliche Berufsstand sah sich in den letzten Jahrzehnten mit einem enormen Strukturwandel konfrontiert. Um diesen Wandel für die davon betroffenen Menschen im ländlichen Raum positiv gestalten zu können, ist es wichtig, dass das Bildungsangebot in den Regionen noch besser genutzt werden kann. Die Mehrzahl der bäuerlichen Betriebe Österreichs wird im Nebenerwerb geführt, daher sind Zusatzqualifikationen notwendig und müssen auch angeboten werden. Diese Nachfrage decken vornehmlich die Bildungseinrichtungen der Land- und Forstwirtschaft mit einem bundesweiten Angebot für junge Bäuerinnen und Bauern. Auch das Nachholen von Berufsbildungsabschlüssen im zweiten Bildungsweg ist für die Menschen in der Landwirtschaft eine wichtige Voraussetzung für deren Lebensqualität sowie für den wirtschaftlichen Erfolg eines bäuerlichen Familienbetriebes. Nicht zuletzt ist die Durchlässigkeit im Bildungssystem bis hin zu höherer Ausbildung und damit auch für landwirtschaftliche Betriebsführer und Unternehmer eine im europäischen Wettbewerb wichtige Aufgabe", erklärte Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich.

Bildung und Weiterbildung

"Die Bevölkerung des ländlichen Raumes braucht nicht nur eine Vielfalt an Bildungsangeboten, diese müssen auch kostengünstig und zeitökonomisch effektiv erreichbar sein. Daher sollen alternative Lern- und Lehrmethoden wie e-learning, modulares Lernen mit Schwerpunktausbildungen, Lehren in Lernfeldern, etc. ausgebaut werden", so Wlodkowski weiter und ergänzte: "Wir wollen auch, dass jeder Landwirt, der sein Betriebseinkommen hauptsächlich aus der Landwirtschaft erwirtschaftet, zumindest einen Meisterabschluss hat. Dieses Ziel soll im Rahmen der Bildungskampagne 'Unternehmen Landwirtschaft 2020' erreicht werden. Wir gestalten auch die vom Ministerrat beschlossene Strategie zum 'Lebenslangen Lernen' aktiv mit. Schließlich fordern wir ein umfassendes Angebot an berufsbegleitenden Studien nach dem Muster des Fachhochschulwesens, um die Vereinbarkeit von Studium und Beruf im gesamten Hochschulwesen zu ermöglichen."

Positivbeispiel Kreativwirtschaft

"Die Kreativwirtschaft ist ein positives Beispiel für die nachhaltige Belebung ländlicher Regionen. Wie der '5. Kreativwirtschaftsbericht' zeigt, bietet dieses Konzept Potenziale für die Entwicklung des ländlichen Raumes. 18% der Kreativwirtschaftsunternehmen, die bisher eher in der Stadt zu Hause waren, sind heute schon im ländlichen Raum angesiedelt. Mehr noch:
Die Zuwachsraten waren mit 10% im Zeitraum 2008 bis 2010 im ländlichen Bereich höher als in der Stadt (6%). Dieser Trend stärkt nicht nur die Innovationsfähigkeit der Region, sondern hilft, im ländlichen Raum Strukturen und Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Wirtschaft zu verbessern und von Abwanderung bedrohte Standorte wieder attraktiver zum Arbeiten und Leben zu machen", ergänzte Wlodkowski.

Ländliche Entwicklung sichert Arbeitsplätze

"Der Motor des ländlichen Raumes ist und bleibt die Landwirtschaft. Sie sichert die regionale Wirtschaft ebenso wie tausende Arbeitsplätze in den vor- und nachgelagerten Bereichen. Das ist auch der Grund dafür, dass Österreich die Ländliche Entwicklung, die Zweite Säule der EU-Agrarpolitik, im Gegensatz zum übrigen Europa deutlich stärker betont. Die Ländliche Entwicklung ist das Herzstück der Agrarpolitik und garantiert, dass die Regionen sogar ökonomisch besser dastehen als die urbanen Räume, wie auch eine WIFO-Studie beweist. Möglich gemacht wurde diese Erfolgsgeschichte durch die Budgetmittel, die die EU, der Bund und die Bundesländer gemeinsam aufgebracht haben. Wir werden alles daran setzen, auch in der kommenden Periode 2014 bis 2020 diesen für Österreich insgesamt guten Weg weitergehen zu können", kündigte Wlodkowski an.

"Die Wissenschafter des WIFO haben ein Szenario ohne Programm für Ländliche Entwicklung errechnet. Die dabei entstehenden volkswirtschaftlichen Effekte wären durchwegs negativ. So würde die agrarische Wertschöpfung um 13%, der Umsatz um 15% und die Biofläche sogar um 25% sinken. Die Wertschöpfung in Österreich würde um bis zu EUR 1,4 Mrd. zurückgehen und bis zu 23.000 Beschäftigte würden ihren Arbeitsplatz verlieren. Ohne öffentliche Gelder wären außerdem noch 70.000 bäuerliche Betriebe mit 78.000 Beschäftigten betroffen. Insgesamt käme es zu einem Minus von mehr als 100.000 Arbeitsplätzen. Daher brauchen wir auch für die künftige EU-Agrarpolitik ein ausreichend dotiertes Programm Ländliche Entwicklung", stellte Wlodkowski weiter fest.

Bildung stoppt Abwanderung

"Eine aktuelle EU-Studie zeigt, dass die Aufgabe der Landwirtschaft und die Abwanderung der Menschen aus den ländlichen Gebieten viele europäische Regionen in vielfältiger Weise gefährden. So wird dadurch nicht nur das soziale Gefüge in den Dörfern zerstört, sondern auch die Natur grundlegend verändert. Die Biodiversität sinkt, die Attraktivität für Wirtschaftszweige - wie den Tourismus -verschwindet und Arbeitsplätze gehen verloren. Ein wirksames Mittel gegen diese negativen Entwicklungen sind neben einer aktiven Politik für den ländlichen Raum leicht erreichbare und genügend Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für die Menschen am Land. Nur dadurch steigt die Attraktivität der Räume, wovon Wirtschaft und Arbeitsplätze profitieren", so Wlodkowski abschließend.
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