Die Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums Wien zeigt "Ansichtssachen # 5"

Bernardo Licinios Porträt eines venezianischen Patriziers lädt zum genauen Hinsehen ein

Wien (OTS) - Mit den "Ansichtssachen" hat die Gemäldegalerie im Jahr 2012 eine neue Ausstellungsreihe ins Leben gerufen, welche außergewöhnliche Einblicke in die Sammlung bietet. Im Fokus steht dabei jeweils ein besonderes Bild der Sammlung, das aus Platzgründen nur selten gezeigt werden kann oder das durch jüngere Forschungsergebnisse zu einer neuen Betrachtungsweise einlädt.

Die "Ansichtssache #5" widmet sich dem Porträt des venezianischen Patriziers Ottaviano Grimani, gemalt von Bernardino Licinio (ca. 1489 - 1549). Das Gemälde bietet überraschende Einblicke in die Welt aristokratischer Vergnügungen im Venedig des 16. Jahrhunderts. Anlässlich der Gründung der Compagnia della Calza dei Sempiterni (wörtlich übersetzt: Strumpfhosen-Gesellschaft der Ewigen) ließ sich der junge Aristokrat Grimani im Jahre 1541 in prachtvoller rot-türkiser Kleidung porträtieren. Die Compagnie della Calza waren Vereinigungen junger Patrizier, welche die Aufgabe hatten, Feste zu organisieren und zu gestalten. Der Festakt zur Gründung der Compagnia die Sempiterni im März 1541 wurde durch seine Pracht und Glanz berühmt. Die Compagni (Mitglieder) gestalteten Umzüge, boten musikalische und theatralische Vorführungen dar und ließen ein sogenanntes Teatro del mondo - eine schwimmende Architektur, auf der Damen und Musiker Platz fanden - bauen, das von Booten den Canal Grande entlang gezogen wurde. Solche öffentlichen Vorstellungen bezeugen die Kultur der Selbstdarstellung und der Selbstinszenierung der Republik Venedig, die ihre Geschichte schon von Beginn an charakterisierte und begleitete.

Das Porträt des venezianischen Patriziers Ottaviano Grimani, wird von 23. Mai bis 1. September 2013 in den Fokus gerückt. Danach folgen noch im heurigen Jahr zwei weitere Präsentationen mit neuen "Ansichtssachen". Zu jeder Ausstellung erscheint eine bebilderte Publikation.

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