Österreichische Filmwirtschaft: Erster offener Brief an Bundeskanzler und Vizekanzler

Wien (OTS/PWK335) - Sehr geehrter Herr Bundeskanzler!
Sehr geehrter Herr Vizekanzler!

Der Aufschrei der österreichischen Filmwirtschaft ist leider ungehört verhallt. Trotz medialer Aufmerksamkeit hat sich die Politik nicht verbindlich zum drohenden Finanzdesaster des ORF geäußert.

Wir wenden uns an Sie als für den ORF politisch Verantwortliche:

Der ORF steht im Regen - und mit ihm die österreichische Filmwirtschaft und das österreichische Publikum. Der ORF wird aufgrund des Auslaufens der Gebührenrefundierung für 2014 mindestens 30 Millionen Euro - das ist rund 1/3 des österreichischen TV-Produktionsvolumens - bei österreichischen fiktionalen und dokumentarischen Programmen einsparen. Durch den Wegfall der ORF-Investitionen fallen auch Koproduktionsmittel aus dem Ausland weg, sodass es zu einem Produktionsausfall von 50 Millionen und damit zwangsläufig zum dauerhaften Verlust von mindestens 1.000 Arbeitsplätzen in der österreichischen Filmwirtschaft kommt!

Die österreichische Filmwirtschaft prägt die Unverwechselbarkeit des ORF! Ohne österreichisches Programm kann auch der ORF seinen öffentlich-rechtlichen Charakter nicht mehr bewahren.

Wir fordern von der Bundesregierung, diesen "Kahlschlag" zu verhindern. Bis zur Schaffung eines neuen, zeitgemäß konsolidierten Finanzierungssystems ist dem ORF durch Einmalleistung die Fortführung des öffentlich-rechtlichen Produktionsbetriebes zu ermöglichen.

Wir fordern außerdem, künftig 20 % der Gebühreneinnahmen des ORF verpflichtend für die Produktion heimischen Programms der unabhängigen Filmwirtschaft vorzusehen. Nur so können die Redaktionen gemeinsam mit der Filmwirtschaft inhaltlich und wirtschaftlich sinnvoll planen, entwickeln und produzieren.

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler!
Sehr geehrter Herr Vizekanzler!

In den letzten Wochen haben Sie sich und Ihre Parteien immer wieder als Garanten für Arbeit und sozialen Wohlstand dargestellt. Wenn Sie dieses Problem nicht vor der Wahl lösen, tun Sie das Gegenteil - Sie vernichten Arbeitsplätze und beschädigen nachhaltig eine international erfolgreiche Filmlandschaft, die zum Ansehen Österreichs in aller Welt einen wesentlichen Beitrag leistet.

Setzen Sie Ihre Zeichen!

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Werner Müller
Fachverband der Film- u. Musikindustrie
T: 05 90 900 3012
F: 05 90 900 276
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