- 22.05.2013, 11:47:38
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ÖH: Verschulung stoppen - Studienpläne reformieren
Nach OGH-Urteil müssen Wahlfächer ausgeweitet und Voraussetzungsketten abgeschafft werden
Utl.: Nach OGH-Urteil müssen Wahlfächer ausgeweitet und
Voraussetzungsketten abgeschafft werden =
Wien (OTS) - Nach dem OGH-Urteil sieht die Österreichische
HochschülerInnenschaft die Zeit zum Handeln gekommen. "Dass Minister
Töchterle das Urteil nicht als Druckmittel für mehr Geld verwendet,
ist unverständlich. Es gibt aber auch Möglichkeiten zur Verhinderung
von Studienzeitverzögerungen, die nichts oder nicht viel kosten. Dazu
gehören etwa die Abschaffung von Voraussetzungsketten, der Ausbau von
freien Wahlfächern in den Studienplänen und eine echte
Orientierungsphase am Anfang des Studiums", so Angelika Gruber vom
Vorsitzteam der ÖH.
Die für Forum Hochschule in Auftrag gegebene Studie über die Qualität
der Lehre zeigt deutlich, dass Studierende mit der fehlenden
Flexibilität im Studium grobe Probleme haben. "70 Prozent der
Studierenden geben an, dass sich ihr Studium aufgrund von
Voraussetzungsketten verzögert. Außerdem bezeichnen 90% der
Studierenden ihr Studium als nicht flexibel. Das ist alarmierend",
beanstandet Gruber. "Voraussetzungsketten müssen abgeschafft werden,
sonst werden weiter sinnlos Semester verloren. Außerdem fordern wir,
dass mindestens ein Sechstel des Studienausmaßes freie Wahlfächern
sind - das sollte am besten gleich in Gesetzesform gegossen werden.
Das verhindert nicht nur unnötige Stehzeiten, sondern erlaubt den
Studierenden auch individuelle Spezialisierung." Hier sind aber auch
die Universitäten in die Verantwortung zu nehmen. "Es ist schon seit
langem evident, dass mehr Hürden nicht zu schnelleren Abschlüssen
führen. Die Universitäten sind aufgerufen, die Studienpläne auch im
Rahmen der Autonomie von der Verschulung zu befreien."
Zu großen Verzögerungen führt auch die Knock-Out-StEOP. "Es gibt
niemanden, der über die StEOP glücklich ist. Sie hält Leute vom
Studieren ab und bietet das Gegenteil von Orientierung. In Forum
Hochschule haben wir ein Modell einer Orientierungsphase erarbeitet,
die den Namen auch verdient. Studierende sollen - wenn sie sich noch
unsicher in der Studienwahl sind - im ersten Semester Kurse aus
verschiedenen Studien und auch Hochschulen besuchen können, die ihnen
auch angerechnet werden", erklärt Gruber. "All das sind Maßnahmen,
die sofort ohne viel Geld in die Hand zu nehmen den Studierenden
wirklich weiterhelfen würden. Die Zeit des langen Winterschlafs der
Hochschulpolitik muss zu Ende gehen, Herr Minister!"
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