Neues Volksblatt: "Alternativlos" von Markus EBERT

Ausgabe vom 22. Mai 2013

Linz (OTS) - Vielleicht ist das eine der Besonderheiten der Reichersberger Pfingstgespräche, zu denen seit 17 Jahren die OÖVP ins Innviertler Stift lädt - dass dort nämlich Klartext gesprochen wird. Beim heurigen Thema Integration war das schon deswegen eine Wohltat, weil es jahrelang praktisch nicht möglich war, einen sachlichen Diskurs über die "Ausländerfrage" zu führen. Die Politik war dabei in ein selbstverschuldetes Dilemma geraten, und zwar in Österreich ebenso wie in Deutschland, indem man behauptete, kein Einwanderungsland zu sein. Motto: Augen zu, und dann ist das Problem weg. Von "Realitätsverweigerung in Bezug auf die Zukunft" sprach Integrationsexperte Heinz Fassmann in diesem Zusammenhang: Ohne Zuwanderung würde die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter von derzeit 5,2 auf 4,2 Millionen im Jahr 2030 sinken. Der SPD-Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln bringt diese Entwicklung so auf den Punkt: Einwanderung und Integration seien "das Überlebenstraining unserer Gesellschaft".
Dem eigenen Eingeständnis von "jahrzehntelangen Versäumnissen" -Staatssekretär Sebastian Kurz - hält eine verantwortungsbewusste Politik nun eine allseits anerkannte und angewandte Lösung entgegen:
Bildung. Übers Knie brechen kann man freilich auch damit nichts, denn die Überzeugungsarbeit, dass Bildung Chancen schafft, ist mühsam -aber alternativlos.

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