WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Leistung muss belohnt werden - von Isabell Widek

Wer für Gerechtigkeit ist, muss auch für unlimitierte Managergehälter sein

Wien (OTS) - Wer Großes leistet, sollte auch entsprechend bezahlt werden. Nicht nur aus Gründen der Gerechtigkeit, sondern allein schon aus Eigeninteresse.

Denn in dem unwahrscheinlichen Fall, dass Ihr Arbeitgeber den Wert Ihrer Arbeit erkennt und Ihnen endlich eine Beförderung ins Management anbietet, erwartet man sich gemeinhin auch eine saftige Gehaltserhöhung. Bei einer gesetzlichen Deckelung der Managementbezüge wird Ihr Einkommen aber unter Umständen lediglich eingefroren - weil ihre Kollegen schlecht bezahlt sind, Sie nach langen Jahren im Unternehmen einkommensmäßig schon eine gewisse Flughöhe erreicht haben oder aufgrund anderer Umstände. Finden Sie das fair? Na eben.

Genau aus diesem Grund ist die Idee, Managergehälter nach oben zu beschränken, Nonsens. Weil wir auf diese Weise auch uns selbst beschränken.

Nicht umsonst erwartet niemand ernsthaft, dass die Schweizer Bevölkerung bei der Volksabstimmung am 24. November einer Deckelung der Managementbezüge zustimmen wird. Noch dazu, wenn danach das höchste Einkommen das Zwölffache des niedrigsten Einkommens im Betrieb betragen würde. Auf Österreich übertragen ist zwar ein Bruttojahresverdienst von 411.825 Euro (der durchschnittliche Bruttojahresverdienst mal zwölf) recht ordentlich, wird aber kaum jemanden zum Träumen und dementsprechenden Handeln verleiten.

Schlussendlich ist es außerdem noch immer der Eigentümer eines Unternehmens, der entscheidet, wofür sein Geld verwendet wird (siehe dazu auch Seite 3). Denn auch wenn Österreichs Wirtschaft nach Meinung aller Wirtschaftsforscher in den kommenden Monaten wieder anlaufen wird: Bei ungerechtfertigten Überzahlungen im Top-Management fehlt das Geld dann meist an anderer Stelle des Betriebes. Und ein wirtschaftlich denkender Unternehmer wird kaum sein Geld zum Fenster hinauswerfen.

Anders freilich ist die Situation bei Minderleistern in den Chefetagen. Wer nachweislich über längere Zeit wenig oder nichts zusammenbringt, sollte als Konsequenz daraus zumindest seinem Wert entsprechend verdienen. Und das bedeutet dann eben auch gekürzte Gagen - und nicht nur Boni - hinzunehmen.

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