Feigenblatt betriebliches Gesundheitsmanagement?

Wien (OTS) - Unternehmen bejahen die strategische Bedeutung von betrieblicher Gesundheitsförderung und erhoffen sich davon vor allem Kostensenkungen. Die Umsetzung in konkrete Maßnahmen gelingt in der Schweiz etwas besser als in österreichischen und deutschen Unternehmen.

Der aktuelle Hernstein Management Report befasst sich mit dem Thema "Betriebliche Gesundheitsförderung". 80 Prozent aller befragten Großunternehmen geben an, dass das Thema betriebliche Gesundheitsförderung sehr bzw. eher hohe strategische Relevanz hat. "Das Ergebnis ist nicht überraschend, da von der betrieblichen Gesundheitsförderung auch eine Reduktion der Kosten erwartet werden kann. Gesunde Mitarbeiter sind leistungsfähiger", erläutert Hernsteins Kommunikationschefin Lisa Kratzer. Die strategische Bedeutung der betrieblichen Gesundheitsförderung steigt mit zunehmender Betriebsgröße. "Auffallend ist allerdings", so Kratzer weiter, "dass nur zwei Drittel der befragten Unternehmen den Worten auch Taten folgen lassen. Ein Drittel der Befragten kann von keinen konkreten Maßnahmen berichten."
Im Vergleich der drei Länder zeigt sich, dass es bezüglich der strategischen Bedeutung keine signifikanten Unterschiede gibt, bei der Umsetzung sind die Schweizer Unternehmen den anderen etwas voraus.

Die Senkung der Kosten, u. a. für Krankenstandstage, wird in allen drei Ländern als Hauptgrund für Investitionen in die betriebliche Gesundheitsförderung genannt, er liegt mit 40 Prozent deutlich vor der angestrebten Erhöhung der Produktivität (28%). Weitere Ziele sind die Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung und Vorbeugung der erwarteten demografischen Entwicklung (15 bzw. 14%).

Einsatz von Kennzahlen noch nicht weit verbreitet

In rund der Hälfte der befragten Großunternehmen gibt es Kennzahlensysteme, um betriebliche Gesundheitsförderung zu messen. Davon machen die meisten, nämlich 82 Prozent (entspricht 39 Prozent aller Unternehmen), Aufzeichnungen der Krankenstandstage der MitarbeiterInnen. Auch daraus kann geschlossen werden, dass die Reduzierung der Krankenstände in den Unternehmen vorrangig gesehen wird.

Der Anteil an Unternehmen mit entsprechenden Kennzahlensystemen variiert stark von Land zu Land: während in Österreich nur 36 Prozent angeben, über ein Kennzahlensystem für betriebliche Gesundheitsförderung zu verfügen, sind es in Deutschland 42 Prozent, in der Schweiz jedoch bereits 65 Prozent der Unternehmen. Andere Kennzahlen, wie zum Beispiel die Fluktuationsquote, werden, weit abgeschlagen, nur in 22 Prozent der Unternehmen erhoben.

Hernstein Management Report

Der Hernstein Management Report ist eine jährlich durchgeführte Studie zu aktuellen Leadership- und Managementtrends. Die Abwicklung und Auswertung der Studie erfolgt durch OGM Österreichische Gesellschaft für Marketing, Wien. Befragt wurden insgesamt 300 Führungskräfte von Großbetrieben aus Österreich, Deutschland und der Schweiz (ab 100 Beschäftigten). Pro Land fand jeweils ein Drittel der Interviews statt.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Lisa Kratzer, Leitung Marktkommunikation -
T: 01/51450-5630, E: lisa.kratzer@hernstein.at

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