- 17.05.2013, 10:55:21
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"EASTERN PROMISES" im MAK
Ausstellung thematisiert "Zeitgenössische Architektur und Raumproduktion in Ostasien"

Utl.: Ausstellung thematisiert "Zeitgenössische Architektur und
Raumproduktion in Ostasien" =
Wien (OTS) - Das Potenzial ostasiatischer Länder als Katalysatoren
für eine sozial und ökologisch orientierte, visionäre
(Welt-)Architektur erforscht die Ausstellung "EASTERN PROMISES.
Zeitgenössische Architektur und Raumproduktion" in Ostasien, die am
4. Juni 2013 im MAK Wien eröffnet wird. Eine höchst heterogene
Auswahl architektonischer und urbanistischer Projekte dokumentiert
eindrucksvoll das Interesse lokaler Architekturbüros in China, Japan,
Südkorea und Taiwan an einer zukunftsweisenden Architektur, die
soziale Relationen und strukturelle Veränderungen der Gesellschaft in
räumliche Dimensionen übersetzt.
Mehr als zwei Jahre lang unterzogen Christian Teckert und Andreas
Fogarasi, die das MAK als Gastkuratoren gewinnen konnte, die
dominanten, auch medial geprägten Images über das ostasiatische
Architekturgeschehen einer kritischen Revision. Während Asien global
vor allem als Schauplatz einiger der spektakulärsten zeitgenössischen
Megabauten internationaler StararchitektInnen wahrgenommen wird,
richteten sie den Blick auf lokale ProtagonistInnen, deren Strategien
und Taktiken einen Beitrag zu einer sozialen und ökologischen
Zukunftsentwicklung leisten und eine entscheidende Rolle im Umgang
mit sich verknappenden Ressourcen spielen könnten.
Die historisch gewachsenen Bedingungen der Architekturproduktion
in China, Taiwan, Südkorea und Japan könnten kaum unterschiedlicher
sein. Während sich Japan seit etwa einem Jahrhundert intensiv mit der
westlichen Moderne auseinandersetzt, etablieren sich in China erst
seit wenigen Jahren ArchitektInnen im westlichen Sinn. In Taiwan und
Südkorea wiederum dominieren spezifische lokale Szenen und
Gesetzmäßigkeiten, die vorerst schwer vergleichbar scheinen.
Dennoch führen in diesen Ländern verschiedenste Dynamiken - von der
autoritären Radikalurbanisierung Chinas über die intensiv umkämpfte
Verdrängungsdynamik Südkoreas bis hin zur Extremverdichtung von
Lebensraum in Japans und Taiwans Metropolen - gleichsam zwangsläufig
zur Freisetzung architektonischer Intelligenz und zu ähnlichen, neuen
räumlichen Strategien. Insbesondere der Fokus auf soziale Relationen
und lokale, rurale Traditionen, sowie ein nicht hierarchisches
Raumdenken lassen sich als charakteristische, verbindende Elemente
ostasiatischer Raumproduktion lesen.
"EASTERN PROMISES. Zeitgenössische Architektur und Raumproduktion
in Ostasien" vermittelt einen repräsentativen Querschnitt der
architektonischen Entwicklungen in dieser Region - von den Stars der
japanischen Architektur über erst langsam, seit den späten 1990er
Jahren ins Licht der Öffentlichkeit rückende chinesische Büros bis
hin zu jungen, aufstrebenden ArchitektInnen, deren Arbeit zum ersten
Mal in dieser Weise einer breiten Öffentlichkeit präsentiert wird.
Die von den Kuratoren herausgearbeitete neue soziale Ästhetik
repräsentieren insbesondere jüngste Architekturprojekte etwa von Sou
Fujimoto, Kazuyo Sejima oder Ryue Nishizawa in Japan, von Li
Xiaodong, Wang Shu oder KUU in China, von Huang Shen Yuang in Taiwan
oder von Mass Studies in Südkorea. Ihre in der Ausstellung gezeigten
Bauten wurzeln tief in traditionellen, von Leere und Sachlichkeit
geprägten Raumbegriffen und thematisieren gleichzeitig immer wieder
die Idee der Relation zwischen unterschiedlichen räumlichen und
hierarchischen Ebenen.
So vermengt beispielsweise Kazuyo Sejimas "Shibaura Building"
(Tokyo, 2011) minimalistisches, architektonisches Vokabular mit einer
komplexen Schichtung verschiedenster, gemeinschaftlich genutzter
Räume. Sou Fujimoto wiederum erzeugt mit seinem "House NA" (Tokio,
2010) über das Einfamilienhaus hinaus eine vertikale Landschaft aus
interpretierbaren Plattformen, die mit Übergängen und Zwischenräumen
die Grenzen zwischen innen und außen aufhebt.
Auch Projekte wie etwa die chinesische "Bridge School" (Xiashi
Village, 2009) von Li Xiaodong, die bewusst als Bindeglied zwischen
anderen Bauten und Menschen verankert ist, verweisen auf das
Herstellen von Relationen als integralen Bestandteil der Architektur.
In ähnlicher Weise arbeitet das in Shanghai ansässige Duo KUU an
Wohn-Typologien, in denen kollektiv genutzte Räume, wie die Küche
oder das Esszimmer, als Gemeinschafts- und Übergangszonen
wiederbelebt werden.
Die Reaktivierung lokaler Mikroökonomien als soziale und
kommunikative Zentren mit einfachsten Mitteln und mithilfe von
Architektur wird in der Ausstellung unter anderem mit Projekten des
Hongkonger Büros Rural Urban Framework thematisiert. Huang Shen Yuang
/ Field Office in Taiwan zielt darauf ab, Architektur über die
Herstellung eines Objekts hinaus als sozialen Prozess zu verstehen.
Alle Projekte dieses Architekturbüros sind in der Stadt Ilan
lokalisiert und versuchen ein Netzwerk aus Raumangeboten zu
generieren, die städtische Räume verbinden und öffnen.
"EASTERN PROMISES" versammelt rund 70 architektonische Projekte,
wobei auch die Ausstellungsgestaltung einem typisch asiatischen,
a-hierarchisch orientierten Raumverständnis folgt. Freistehende
Displays, die an historische Paravents erinnern, dienen zur
Präsentation der Architekturprojekte. Ihre Aufstellung im strengen
Diagonalraster zitiert die Logik der sogenannten japanischen
Axonometrie, die im 18. Jahrhundert in Europa eingeführt wurde und
bis heute Darstellungen von architektonischen Räumen prägt.
Eine die Wände der MAK-Ausstellungshalle überziehende grafische
und fotografische Kartierung, zeigt ergänzend dazu spezifische
Phänomene der Region auf: Massenwohnbau in Südkoreas Großstädten,
illegale Architekturen in Taiwan, die Wirkungsmacht staatlicher
Architekturbüros in China, Protest gegen soziale Verdrängungsprozesse
in Südkorea, Chinas enklavenartige Urban Villages, die
24-Stunden-Infrastruktur japanischer und taiwanesischer Convenience
Stores, die Strahlkraft neuer chinesischer Kreativbezirke oder
Lebensentwürfe in der Katastrophenregion Tohoku. Ausgewählte
Kurzfilme, kuratiert von Andréa Picard, komplettieren die Ausstellung
um Momente experimenteller Stadtbeobachtung.
Die Gastkuratoren Andreas Fogarasi und Christian Teckert gelten
als wesentliche Proponenten der zeitgenössischen Kunst- und
Architekturszene:
Andreas Fogarasi (* 1977, lebt und arbeitet in Wien) ist Künstler
und seit 2001 Mit-herausgeber von dérive - Zeitschrift für
Stadtforschung. Zahlreiche internationale Ausstellungen, zuletzt u.
a. im Museo Reina Sofia, Madrid; Ludwig Forum, Aachen; Prefix ICA,
Toronto; auf der 52. Biennale di Venezia erhielt er den Goldenen
Löwen für den ungarischen Pavillon.
Christian Teckert (* 1967, lebt und arbeitet in Wien) ist
Architekt, Kurator und Profes-sor für Interior Design, Raum- und
Designstrategien an der Muthesius Kunsthochschule, Kiel. Er hat
zahlreiche Publikationen im Bereich von Kunst, Urbanismus und
Raumtheorie veröffentlicht. Mit as-if berlinwien zeichnete er für den
mehrfach ausgezeichneten Neubau der GfZK in Leipzig verantwortlich.
Architekturprojekte von:
Amateur Architecture Studio (Wang Shu/Lu Wenyu), Atelier Deshaus, KUU
architects, Li Xiaodong Atelier, Liu Jiakun Architects, NODE/Rem
Koolhaas/Alain Fouraux, Ou Ning, Rural Urban Framework (RUF), Scenic
Architecture, standardarchitecture, TAO - Trace Architecture Office,
Urbanus Architecture & Design, Vitamin Creative Space, Zheng Guogu,
Architects Atelier Ryo Abe, Atelier Bow-Wow, CitySwitch Japan,
dessence/Case-Real/Torafu Architects, Go Hasegawa & Associates, Jun
Igarashi Architects, junya.ishigami+associates, Kazunari Sakamoto,
Kazuyo Sejima, Kumiko Inui, Ohno Laboratory, OnDesign, Riken
Yamamoto, Ryue Nishizawa, ryuji fujimura architects, Schemata
Architects/Jo Nagasaka, Sou Fujimoto Architects, Terunobu Fujimori,
Tezuka Architects, UID architects, 3331 Arts Chiyoda, Lokaldesign,
Mass Studies, Moongyu Choi + Ga.a architects, Studio K Works, Field
Office Architects, Hsieh Ying-Chun, Marco Casagrande, MINIWIZ
Recherchen, Bilder, Karten und künstlerische Beitrage von:
Alke Thamsen, Atelier Bow-Wow, Evan Chakroff, Haewon Shin, Iwan Baan,
Jun Jiang, Jürgen Krusche, Li Mo + CAStudio, Libbie D. Cohn / J.P.
Sniadecki, Listentothecity, MAP Office (Gutierrez + Portefaix), Roan
Ching-Yueh, Rural Urban Framework (RUF), Studio Gruber, Susanne
Klien, Wa Wa Project, Xin Gu, Michele Tabet
Zur Ausstellung erscheint eine Publikation.
Mit freundlicher Unterstützung von BAI - Bauträger Austria Immobilien
GmbH.
Bildmaterial zur Ausstellung steht unter MAK.at/presse zum Download
bereit.
PRESSEDATEN:
Pressekonferenz: Dienstag, 4. Juni 2013, 10:30 Uhr
Eröffnung: Dienstag, 4. Juni 2013, 19:00 Uhr
Ausstellungsort: MAK-Ausstellungshalle, Weiskirchnerstraße 3, Wien 1
Ausstellungsdauer: 5. Juni - 6. Oktober 2013
Öffnungszeiten: Di 10:00-22:00 Uhr, Mi-So 10:00-18:00 Uhr
Jeden Dienstag 18:00-22:00 Uhr Eintritt frei
MAK-Eintritt: Euro 7,90 / ermäßigt Euro 5,50 / Familienkarte Euro 11
Eintritt frei für Kinder und Jugendliche bis 19
Gastkuratoren: Andreas Fogarasi, Christian Teckert
Projektkoordination: Marlies Wirth, Kuratorin, MAK NITE Lab
Publikation:
EASTERN PROMISES. Zeitgenössische Architektur und Raumproduktion in
Ostasien, herausgegeben von Christoph Thun-Hohenstein, Andreas
Fogarasi und Christian Teckert, mit Essays, zahlreichen
Projektbeschreibungen sowie Hintergrundmaterial zu den regionalen
Kontexten von Andreas Fogarasi, Christian Teckert, Roan Ching-Yueh,
Harry den Hartog, Jun Jiang, Sung Hong Kim, Bert de Muynck / Mónica
Carrico, Christina Nägele, Alke Thamsen, Christoph Thun-Hohenstein,
Julian Worrall u. a., deutsch/englisch, 304 Seiten, MAK Wien / Hatje
Cantz, Ostfildern 2013. Erhältlich im MAK Design Shop um Euro 39.
Führungen: Jeden Samstag und Sonntag, 17:00 Uhr
Durchgehender Informationsdienst und Kurzführungen: Jeden Samstag,
15:00-17:00 Uhr
Kuratorenführungen: Jeweils Donnerstag, 20. Juni, 5. September und
3. Oktober 2013, 17:00 Uhr
RAHMENPROGRAMM:
Mittwoch, 5. Juni 2013, 16:00-18:00 Uhr
Round-Table-Diskussion "Upcycling the City"
mit Marco Casagrande (Taipei), Roan Ching-Yueh (Taipei), Moongyu Choi
(Seoul), Go Hasegawa (Tokyo), KUU/ Kok-Meng Tan und Satoko Saeki
(Shanghai), Ou Ning (Beijing), Julian Worrall (Tokyo) u. a.
MAK-Säulenhalle, Stubenring 5, 1010 Wien
Eintritt frei
Mittwoch, 5. Juni 2013, 19:00 Uhr
Vortrag von Go Hasegawa
Akademie der bildenden Künste
Schillerplatz 3, 1010 Wien
Eintritt frei
Detaillierte Information zum Symposium am Dienstag, 24. September
2013 in der MAK-Säulenhalle und zum anschließenden MAK NITE Lab sowie
zum gesamten Vermittlungsprogramm finden Sie unter MAK.at.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
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