AK zu EU-Spritpreis-Untersuchung: Auch österreichische KonsumentInnen betroffen

Untersuchung der EU-Kommission bestätigen Kritik der AK

Wien (OTS) - Weil sich die österreichischen Mineralölunternehmen auch an den Rotterdamer Preisnotierung orientieren, sind auch die österreichischen VerbraucherInnen von möglichen Preisabsprachen betroffen. Wie die EU-Kommission bestätigte, können bereits kleine preisliche Abweichungen eine riesige Wirkung entfalten. Bei einer Abgabemenge von 6,3 Milliarden Liter Benzin und Diesel in Österreich im Jahr 2012 würde ein überhöhter Preis von "nur" einem Cent, alleine für die österreichischen VerbraucherInnen von Diesel und Benzin Mehrkosten von rund 63 Millionen Euro pro Jahr bedeuten - andere Mineralölprodukte, wie beispielsweise Heizöl, sind dabei noch nicht berücksichtigt. "Die AK hat die EU-Kommission wiederholt auf die Manipulationsmöglichkeiten bei den europäischen Preisbildungsmechanismen hingewiesen - die eingeleiteten Untersuchungen sind für die AK eine Bestätigung der geäußerten Kritik", so AK Energieexperte Dominik Pezenka zu Untersuchungen der EU-Kommission zur Preisbildung auf dem europäischen Mineralölmarkt und den durchgeführten Hausdurchsuchungen bei BP, Shell, Statoil.

Die AK hat die EU-Kommission bereits im Jahr 2004 schriftlich auf die Probleme des europäischen Mineralölmarkts hingewiesen und eine entsprechende Untersuchung eingefordert. Im Jahr 2010 und 2011 erfolgten mehrere schriftliche Aufforderungen der AK an die EU-Kommission (GD Wettbewerb), die Preisbildungsmechanismen auf dem Mineralölmarkt zu untersuchen. "Die EU-Kommission hat unsere Aufforderungen immer ablehnend beantwortet. Aber hier gilt: Besser spät als nie", erklärt dazu Pezenka.

Laut Internationaler Energie-Agentur (IEA) liegen die Produktionskosten bei konventioneller Ölförderung bei maximal 30 bis 40 US-Dollar pro Fass, während der Ölpreis im Jahresschnitt 2012 bei rund 112 US-Dollar notierte. Da verwundert es nicht, dass die Gewinne der Mineralölmultis sprudeln. Alleine der weltgrößte Mineralölkonzern, ExxonMobil, konnte seinen Gewinn im Jahr 2012 um satte 9 Prozent auf unglaubliche 45 Milliarden US-Dollar steigern. Auch die österreichische OMV verbucht Rekordgewinne: 1,4 Milliarden Euro Gewinn stehen für das Geschäftsjahr 2012 zu Buche. Weitere Multis (Gewinne 2012): Shell 26,6 Mrd. USD, Chevron 26,3 Mrd. USD; Total 13,7 Mrd. USD, BP 11,6 Mrd. USD, ENI 10,0 Mrd USD, ConocoPhillips 8,4 Mrd. USD.

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