Umweltdachverband: LH Niessl's "B50 - Umfahrung Schützen" muss vom Bundesdenkmalamt gestoppt werden!

- Kritik des UWD: Umgehung der UVP und mögliche Umgehung des Bundesdenkmalamtes!

Wien (OTS) - UWD bittet Bundesdenkmalamt und BM Schmied um Einschreiten und Verhängung eines Baustopps
- Archäologische Kulturgüter könnten Rettung für die Region sein

Wien, 16.05.13 (UWD) Am 1. Juni 2013 soll mit dem Bau des Landesstraßenprojektes "B 50 - Umfahrung Schützen am Gebirge" begonnen werden. "Der Umweltdachverband kritisiert nicht nur heftig, dass für das B50-Projekt KEINE Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt wurde, sondern weist heute auch in einem offenen Brief an das Bundesdenkmalamt (-> http://www.umweltdachverband.at) darauf hin, dass die geplante Umfahrungsstraße B 50 eine potenzielle Gefährdung für das archäologisch bedeutsame Gebiet Schützen darstellt", erklärt Gerhard Heilingbrunner, ehrenamtlicher Präsident des Umweltdachverbandes.

Schützen braucht Schutz als archäologisches Schlüsselgebiet

Die attraktive Natur- und Kulturlandschaft um Schützen ist auch ein archäologisches Schlüsselgebiet von europäischer Dimension. Optimale klimatische Verhältnisse, die agrarökonomisch wertvollen Schwarzerdeböden am Leithagebirgsabhang und die Wasserversorgung durch die Wulka machten das Gebiet schon in der prähistorischen Zeit zu einer attraktiven Wohnregion. Zusätzlich stellt die Region die Haupttrasse der "Bernsteinstraße" dar, eine der wichtigsten vorneuzeitlichen Handelsverbindungen zwischen dem Mittelmeerraum und Nordeuropa, und ist somit verkehrsgeographisch und wirtschaftsgeschichtlich von eminenter archäologischer Bedeutung. "Es ist jedoch klar davon auszugehen, dass der Schutz dieses archäologisch so bedeutsamen Gebietes im Rahmen des Bauvorbereitungsverfahrens nicht ausreichend berücksichtigt worden ist und weiterhin während der Bauphase nicht entsprechend berücksichtigt werden wird, denn die vom Land festgelegten Ausschreibungsbedingungen nehmen Schäden an der Archäologie offenbar bewusst in Kauf", betont Heilingbrunner.

UWD an BM Schmied: Stoppen Sie den Verbau dieser wertvollen Kulturlandschaft!

Die denkmalschutzrechtlichen Bedenken betreffen die Ausschreibung der Baumaßnahmen, die den Verdacht nahelegen, dass das Land Burgenland versucht, die für den archäologischen Kulturgüterschutz zuständige Bundesbehörde, das Bundesdenkmalamt, welches im BMUKK ressortiert, zu umgehen. Weiters will das Land Burgenland einen weisungsgebundenen Mitarbeiter seiner eigenen Kulturabteilung mit der archäologischen Bauaufsicht betrauen, um damit die Schutz- und Bewilligungsbestimmungen des Denkmalschutzgesetzes zu umgehen. "Mit dem kurz bevorstehenden Beginn der Bauarbeiten ergibt sich in Summe eine hochgradige Gefährdung archäologisch wertvoller Kulturdenkmäler. Wir fordern das Bundesdenkmalamt daher auf, einen sofortigen Baustopp bis zur endgültigen Klärung der Frage der archäologischen Bedeutsamkeit dieses Gebietes zu verhängen. Außerdem fordern wir LH Niessl zum wiederholten Male auf, sich endlich von diesem naturschutzfachlich unsäglichen und regionalwirtschaftlich unsinnigen B50-Projekt zu verabschieden und endlich auf eine nachhaltige umweltverträgliche Regionalentwicklung zu setzen", so Heilingbrunner abschließend.

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Umweltdachverband
Dr.in Sylvia Steinbauer
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (++43-1)40113/21
sylvia.steinbauer@umweltdachverband.at
http://www.umweltdachverband.at

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