ARA Jahresbilanz: Konstante Sammelleistung bei gesunkenen Tarifen

Wien (OTS) -

  • 778.200 Tonnen Rohstoffe für die Wirtschaft gesichert
  • Bequeme Sammlung weiter ausgebaut
  • Zwei Tarifsenkungen und neues Tarifangebot
  • 92 % Zustimmung zur getrennten Verpackungssammlung
  • 630.000 Tonnen CO2-Äquivalente gespart
  • Verwertung zu 95 % in Österreich
  • AWG Novelle 2013 dringend erwartet

Die gesamte Erfassungsmenge an Verpackungen aus Haushalt, Industrie und Gewerbe im ARA System betrug 2012 rund 829.600 t. Trotz schwacher Konjunktur und des zunehmenden Wettbewerbs konnte somit das Vorjahresniveau nahezu gehalten werden (834.300 t). Die einzelnen Packstoffe entwickelten sich unterschiedlich. Besonders erfreulich ist die Entwicklung bei den Kunststoff- und Leichtverpackungen: Die Sammelmenge ist von 180.900 t (2011) um 3 % auf 186.600 t im Jahr 2012 gestiegen. Nahezu unverändert blieb die Sammelmenge bei Glas mit 219.000 t nach einer Vorjahresmenge von 218.900 t. Geringe Rückgänge gab es bei Papier mit 332.700 t (2011: 335.800 t), Metall mit 31.300 t (2011: 32.200 t) und Holz mit 19.100 t (2011: 19.700 t). Von der Gesamterfassungsmenge wurden im vergangenen Jahr 778.200 t oder 94 % stofflich und thermisch verwertet.

Haushaltssammlung auf hohem Vorjahresniveau

Bei der Haushaltssammlung konnte die ARA die Sammelleistung annähernd konstant halten. Über alle Packstoffe wurden 2012 513.000 t erfasst (2011: 514.700 t).

Damit dieses hohe Niveau gehalten werden kann, hat die ARA ihr Netz an Sammelbehältern aufgestockt. Mit insgesamt 1.540.123 Behältern standen 2012 für die Sammlung der Verpackungen aus Haushalten um 3,1 % mehr Behälter als 2011 zur Verfügung. Dabei wurden vermehrt Behälter für Papier, Leichtverpackungen und Metall eingesetzt. Gleichzeitig wurde die Leichtverpackungssammlung mit dem "Gelben Sack" ausgeweitet. Ende 2012 waren bereits rund 1,48 Mio. Haushalte (2011: 1,46 Mio.) an diese besonders bequeme Form der Verpackungssammlung angeschlossen, bei der die gelben Sammelsäcke ab Haus abgeholt werden.

Vorarlberg verteidigt die Spitze des Bundesländerrankings

Mit einer Pro-Kopf-Sammelmenge von 149,9 kg (Haushaltssammlung von Verpackungen und Altpapier) können die Vorarlberger ihren Spitzenwert aus dem Vorjahr (2011: 148,7 kg/EW) erneut übertreffen und bleiben Österreichs fleißigste Sammler. Der bundesweite Durchschnitt war mit 117,6 kg pro Einwohner fast ident mit dem Vorjahreswert (117,9 kg/EW).

86 % stofflich wiederverwertet

Von insgesamt 829.600 t erfassten Altstoffen wurden 778.200 t Verpackungen (94 %) bei mehr als 70 Partnerunternehmen der ARA verwertet. Die Differenz zur Erfassungsmenge resultiert aus mitgesammelten Nichtverpackungen, Müll und planmäßig erfassten Getränkeverbundkartons. 667.600 t (86 %) wurden stofflich verwertet. Durch umweltgerechtes Recycling kehrten diese Verpackungen als neue Verpackungen oder andere Produkte zurück. 110.600 t wurden einer thermischen Verwertung zugeführt. Beide Verwertungswege tragen erheblich zur Schonung von Primärressourcen bei. 95 % der Verpackungen wurden im Inland verwertet und damit der heimischen Wirtschaft als wertvolle Rohstoffe zur Verfügung gestellt.

630.000 t CO2 eingespart

ARA Vorstand Christoph Scharff freut sich, dass die Sammlung und Verwertung im ARA System der Umwelt auch 2012 rund 630.000 t CO2-Äquivalente erspart hat: "Unser System ist nicht einfach nur klimaneutral, wir leisten aktiv einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasen." Die Bürgerinnen und Bürger erweisen dadurch nicht nur der Umwelt einen Gefallen: "Durch die gewissenhafte Sammlung und Trennung von Verpackungsmaterialien sparen die Menschen bares Geld. Denn wer schlecht trennt, hat mehr Restmüll und damit höhere Restmüllkosten."

Gesunkene Tarife

Im Jahr 2012 hat die ARA die Lizenztarife gegenüber 2011 um 10 % gesenkt. Mit durchschnittlich 126 Euro/t liegt das Tarifniveau damit bereits um 58 % unter 1995. "2012 haben wir die Tarife durch weitere Effizienzsteigerungen und höhere Verwertungserlöse gleich zweimal um insgesamt 10 % gegenüber 2011 gesenkt. Damit beweisen wir ein weiteres Mal die langjährige Konsequenz in unserer Non-Profit-Politik, bei der wir Überschüsse rasch an unsere Kunden weitergeben", erläutert Vorstand Werner Knausz das Geschäftsmodell der ARA.

Neues Tarifangebot

Seit 1. Oktober 2o12 bietet die ARA ihren Kunden ein erweitertes Tarifangebot an. "Damit tragen wir den unterschiedlichen Kostenstrukturen in Haushalts- und Gewerbesammlung noch stärker als bisher Rechnung, denn auch kleinere Verpackungen aus Kunststoff, Papier und Metall können nun über die korrespondierenden Gewerbetarife entpflichtet werden, wenn sie nachweislich in Gewerbesystemen erfasst werden", so Knausz.

Zudem hat die ARA gemeinsam mit ihren europäischen Partnern abgestufte Servicepakete für 17 EU-Mitgliedstaaten entwickelt. "Erstmals bieten wir unseren Kunden mit internationalem Vertrieb an, ihre Verpackungen auch für andere EU-Länder über die ARA zu entpflichten", erläutert Knausz das neue Leistungsangebot.

Zuverlässiger Partner

Mehr als 15.500 Unternehmen nutzen heute das Service der ARA. "Mit einem seriösen Dienstleistungsangebot und starker Kundenorientierung ist es uns gelungen, die Position der ARA als 'der zuverlässige Partner' der Wirtschaft in Sachen Verpackungsentpflichtung noch weiter zu festigen", freut sich Knausz.

Kommunikation mit KonsumentInnen

Eine repräsentative IMAS-Umfrage bestätigt: Nachhaltigkeit im Bereich der Verpackungsentsorgung wird in Österreichs Haushalten täglich gelebt. 96 % sammeln Verpackungen getrennt vom Restmüll. Die Idee der getrennten Verpackungssammlung finden 92 % "sehr gut" bis "gut".

Um die hohe Sammelmoral der Bevölkerung aufrecht zu erhalten, hat die ARA 2012 ein Werbe-Testimonial an Bord geholt, das große Teile der Bevölkerung anspricht. Mit einer gesunden Portion Humor bringt Robert Palfrader den Österreicherinnen und Österreichern das Thema Mülltrennen in TV-Spots näher.

Förderung von Abfallvermeidung

Das Engagement der ARA setzt bereits einen Schritt vor der Sammlung und Trennung von Verpackungsabfällen an - nämlich bei der Abfallvermeidung. Die Einführung der erweiterten Produzentenverantwortung und der getrennten Verpackungssammlung im Jahr 1993 haben weitreichende abfallvermeidende Effekte ausgelöst. "Während sich das Bruttoinlandsprodukt in Österreich seit 1991 um 50,8 % erhöht hat, ist die Verpackungsmenge im selben Zeitraum unverändert geblieben. Diese Entkoppelung ist nicht zuletzt auf das Engagement der Wirtschaft zurückzuführen, die Verpackungsmenge kontinuierlich zu reduzieren", betont Knausz.

Seit 2004 hat die ARA rund 3,6 Mio. Euro in die Förderung von Abfallvermeidung investiert. Mit der Förderungsinitiative Abfallvermeidung wurden Investitionen von rund 10,5 Mio. Euro unterstützt.

Im Mittelpunkt eines aktuellen Abfallvermeidungs-Projekts, welches die ARA unterstützt, stehen Abfälle als Rohstoffe der Zukunft. Konkret geht es dabei um das Christian Doppler-Labor "Anthropogene Ressourcen" an der TU Wien, das im Oktober 2012 seine Arbeit aufgenommen hat. Die Einrichtung wird sich in den kommenden sieben Jahren mit der Nutzbarkeit von Konsumgütern oder Infrastrukturobjekten als Rohstofflager beschäftigen.

Lange erwartet: AWG-Novelle 2013

Für das laufende Jahr hofft die ARA auf die lange diskutierte Novelle des Abfallwirtschaftsgesetzes (AWG) und eine neue Verpackungsverordnung. "Alle seriösen Marktteilnehmer benötigen dringend eine eindeutige und gesetzlich bindende Zuordnung von Verpackungen zum Haushalts- und Gewerbebereich. In dieser Grauzone haben Makler eine Geschäftspraxis des 'Umdefinierens' von Verpackungen etabliert, die die Finanzierung der haushaltsnahen Sammlung gefährdet", betont Knausz.

Fairer Wettbewerb gefordert

Der zunehmende Wettbewerb wird von der ARA deutlich wahrgenommen. Knausz: "Wir sind gut gerüstet. Die Mitbenutzung unserer Sammelsysteme ist seit Jahren möglich. Wir fordern allerdings fairen Wettbewerb: Wer mitbenutzt, muss auch proportional Kosten und Risken übernehmen. Uns ist im Interesse unserer Kunden wichtig, das hohe Qualitätsniveau von Verpackungssammlung und Recycling nicht zu gefährden."

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Rückfragen & Kontakt:

Christian Mayer (Leiter Kommunikation)
Altstoff Recycling Austria AG
Tel.: 01.599 97-320
E-Mail: christian.mayer@ara.at

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