AKS: Hetero ist keine Pflicht

Küssen für eine bessere Gesellschaft

Wien (OTS) - Am 17. Mai ist der Internationale Tag gegen Homo- und Transphobie. Diese macht jährlich auf Homo- und Transphobie aufmerksam und will sensibilisieren. Wir leben in einer Zeit und einer Stadt, in der es Homosexuellen schon um einiges besser geht als noch vor 10 Jahren. Trotzdem: "Der Gedanke, dass hetero keine Pflicht ist, ist noch längst nicht bei allen angekommen", sagt Laura Grossmann, Vorsitzende der AKS Wien. Diskriminierungen, egal ob offen, latent oder strukturell gehören im Leben Homosexueller zur Tagesordnung:

Alltägliche Diskriminierungen

Schwule Männer dürfen in Österreich nicht blutspenden, aus Angst vor HIV/Aids. Dabei ist schon längst bewiesen, dass das Risiko für Männer mittlerweile nicht mehr höher ist, als das für Frauen. "Ich gehe regelmäßig blutspenden und muss jedes mal über meine Identität lügen. Das ist unfair! Mein Blut ist nicht weniger wert als das anderer!", sagt ein Aktivist, der seit Jahren geoutet lebt.

Im Biologieunterricht werden nicht-heterosexuelle Lebensweisen und Praktiken in einen kleinen Absatz über "abweichende Sexualitäten" gesteckt. Während heterosexuelle Schüler_innen über ihre Biologie und Verhütungsmöglichkeiten lernen, bleiben homo- und vor allem transsexuelle oft auf der Strecke. Aus diesem Grund, hat die AKS bundesweit die "Fehlenden Seiten" aus dem Biologiebuch verfasst, die Lehrpersonen im Unterricht verwenden können. "Es gibt einfach zu viel Halbwissen , Vorurteile und vor allem Nicht-Wissen um homosexuelle Praktiken und Verhütungsmittel. Bei Transsexualität ist das Taboo noch viel größer; da gibt es nicht mal ausreichende biologische Informationen.", erklärt Grossmann.

Die Debatte über die Ehe bzw. Partner_innenschaft und das Adoptionsrecht sind in aller Munde.

Offensive Nicht-Sensibilisierung

Die AKS vermittelt an Schulen die Jugendworkshops der HOSI und hält auch selbst Schulworkshops zum Thema Homo- und Transphobie. Eine gute Sache, die sich einfach realisieren lässt. "Wir mussten dieses Schuljahr schockiert feststellen, dass dem nicht so ist.", erzählt Laura Grossmann. "An drei Schulen wollten wir bzw. die HOSI Workshops für Klassen organisieren. Einen davon, um das Coming Out eines Schüler vorzubereiten. In allen drei Fällen wurden die Workshops von der Direktion nicht gestattet. Die Ausreden waren meist die Eltern. Man selbst habe eh nichts gegen Homosexuelle, aber wenn man so einen Workshop erlaube, würden eine, die Eltern empört die Türen einrennen. Das ist einfach eine lächerliche Ausrede!", zeigt sich Grossmann entsetzt. "Gerade im Schulalter, während der psychologischen, biologischen und sexuellen Entwicklung ist es wichtig, dass Jugendlichen ein normaler, natürlicher Umgang zu jeglicher Sexualität und Identität vermittelt wird."

Küssen, für eine bessere Gesellschaft

Aus den oben genannten Gründen organisiert die AKS einen Flashmob "Queer Kiss In". In Kooperation mit dem Verband sozialistischer Student_innen (VSStÖ), der Sozialistischen Jugend (SJ) und der Homosexuellen Initiative (HOSI) wollen wir die Gesellschaft auf alle Diskriminierungen aufmerksam machen und zeigen, das Homo- bzw. Transsexualität ebenso normal ist wie Heterosexualität.

Wann: Freitag, 17. Mai um 19:00 werden Flyer verteilt, um 19:30 geht's los Wo: Schwedenplatz, zwischen den U-Bahn Aufgängen Was: Gleichgeschlechtliche Paare küssen sich um ein Zeichen zu setzen

Wir laden Medienvertreter_innen, Kamerateams und Fotograf_Innen sehr herzlich zur Aktion ein!

Rückfragen & Kontakt:

Laura Grossmann
Vorsitzende der AKS Wien
Tel.: 0699 1969 4422
laura.grossmann@aks.at
wien.aks.at

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