Serbien: Vizepremier Ljajic dankt Österreich für Unterstützung auf dem Weg in die EU

Leitl: serbische Wirtschaft ist schon "Mitglied in Europa", jetzt soll auch noch die politische Mitgliedschaft folgen

Wien (OTS/PWK317) - Im Rahmen eines "Wirtschaftsforums Serbien"
der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA traf heute (Mittwoch) ein große serbische Wirtschaftsdelegation unter der Leitung des serbischen Vizepremiers und Handelsministers, Rasim Ljajic, in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) mit österreichischen Unternehmensvertretern zusammen. Neben dem Vizepremier gehörten auch der Petar Stanojevic, stv. Energie- und Umweltminister, sowie Zeljko Sertic, Präsident der Wirtschaftskammer Serbien, der offiziellen Delegation an.

WKÖ-Präsident Christoph Leitl wies in seiner Eröffnungsrede, bezugnehmend auf den von der Europäischen Union an Serbien verliehenen EU-Kandidatenstatus, darauf hin, dass die europäische Wirtschafts- und Handelskammer bereits unter seiner Präsidentschaft und auf Initiative von Österreich, die Aufnahme der Serbischen Handelskammer in 'eurochambres' veranlasst hatte. Leitl: "Die serbische Wirtschaft ist somit schon Mitglied in Europa, jetzt wird auch noch die politische Mitgliedschaft folgen. Das gute 'Standing' Österreichs in Serbien führte übrigens dazu, dass Österreich mit einem Investitionsvolumen von rund drei Milliarden Euro der größte Auslandsinvestor in Serbien ist." Im Rahmen des Wirtschaftsforums unterzeichneten Leitl und der serbische Kammerpräsident Sertic ein Abkommen zur Intensivierung der Zusammenarbeit im Bildungsbereich. Das WIFI-Österreich werde dafür sein (Weiter)Bildungs-Know-how den serbischen Partnern zur Verfügung stellen.

Vizepremier Ljajic dankte Österreich für alle bisherigen Initiativen, um Serbien den Weg nach Europa zu ebnen und insbesonders für das heute abgeschlossene Abkommen im Bildungsbereich. "Wir arbeiten ganz intensiv an der Umsetzung aller Kriterien, die für unseren Beitritt in die Europäische Union nötig sein werden. Unsere Wirtschaft ist schon jetzt tief in der europäischen Wirtschaft integriert", so Ljajic. 90% der Auslandsinvestitionen in Serbien kommen aus der EU und knapp 60% des serbischen Außenhandels werde mit der EU abgewickelt.

Die österreichischen Exporteure nach Serbien bewegten sich 2012 de facto auf dem Niveau des Vorjahres: Mit 544,5 Mio. Euro fielen die heimischen Ausfuhren nur um 0,42% geringer aus als 2011. Zu den umsatzstärksten österreichischen Export-Warengruppen zählen Maschinen und elektrische Anlagen, Kunststoffe, Kraftfahrzeuge, Papier und Pappe, Pharmazeutische Erzeug-nisse und Düngemittel. Über 440 heimische Unternehmen sind vor Ort vertreten. Ein Schwerpunkt liegt im Bereich Banken und Versicherungen. Der dritte Mobilfunkbetreiber Serbiens, Vip Mobile, ist eine Tochter der österreichischen A1/Telekom und daneben auch der größte greenfield-Investor des Landes. Die OMV unterhält ein dichtes Tankstellennetz, daneben sind zahlreiche österreichische Baufirmen vor Ort präsent, die Großprojekte wie Autobahnen oder bspw. die neue Brücke über den Save-Fluss in Belgrad mit einem 200 Meter hohen Hauptpylonen errichten. Das medial am meisten beachtete österreichische Projekt war im März 2012 die Unterzeichnung eines Vertrages von Swarovski über die Errichtung einer Produktionsstätte im nordserbischen Subotica. Im Bereich Bildungsexport unterzeichnete Mitte März 2012 die FH Krems eine Zusammenarbeit mit der privaten Singidunum-Universität in Belgrad.

Aufgrund des enormen Nachholbedarfes bestehen Chancen vor allem im Bereich Industriemodernisierung und Infrastruktur, hier vor allem im Energiesektor, wo seit 2009 Einspeisetarife für Strom aus erneuerbaren Energiequellen bestehen und im Februar 2013 neue Tarife verabschiedet wurden", berichtete Andreas Haidenthaler, österreichischer Wirtschaftsdelegierter in Belgrad. Ebenfalls interessant sind alle Bereiche der Umwelttechnik (Wasser/Abwasser/Müll), wo Ende 2011 das neue PPP- bzw. Konzessionsgesetz in Kraft trat. Darüber hinaus sind Beratungsdienstleistungen nach europäischen Standards vielversprechend für österreichische Unternehmen. Im Produktionssektor liegen die Chancen in den Bereichen Metallverarbeitung, Software und Lohnfertigung. (BS)

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