Windisch: Geschäft mit der Hysterie darf sich nicht lohnen

Politischer Populismus auf den Rücken der Bauern und Imker

Wien (OTS/ÖVP-PK) - "Mit dem partiellen Verbot der Neonicotinoide stellt sich die Frage, ob die Verhältnismäßigkeit dieser Präventivmaßnahme gegeben ist, wobei nicht sichergestellt ist, dass dem Bienensterben tatsächlich Einhalt geboten werden kann", mahnt ÖVP-Abg. Ing. Franz Windisch mit Blick auf das von der EU-Kommission forcierte Verbot.
"Sogar die Experten der NGOs unterstreichen, dass es sich um ein multifaktorielles Problem handelt. Die Neonicotinoide können mit Sicherheit nicht als alleinige Ursache für die hohen Bienenvölkerverluste der letzten Jahre ausgemacht werden. Die Landwirte wissen genau, dass sie von und mit den Bienen leben. Denn ein Drittel von allem, was sie produzieren und was schlussendlich gegessen wird, gäbe es nicht ohne Bienen. Deshalb benötigen wir schnellstmögliche Lösungen sowohl für die Bienen, als auch für die vom Verbot betroffenen Bauern", so Windisch heute, Dienstag.

In mehreren EU-Mitgliedsstaaten (D, DK, Skandinavien etc.) wurden Neonicotinoide schon seit einigen Jahren vom Markt genommen. Trotzdem kommt es dort weiter zu starken Völkerverlusten. In Australien werden Neonics großflächig eingesetzt, trotzdem gibt es dort überhaupt kein Bienensterben. Umgekehrt ist Schottland völlig Neonicotinoid-frei, aber ungeachtet dessen sterben die Völker dort zu Hauf.

Im Plenum des Nationalrates zitiert Franz Windisch als Beispiel dafür, dass die Presse bereits umschwenkt, Martina Salomon vom KURIER: "Die Hysterisierungsindustrie hat die westliche Welt - und noch mehr die Österreicher - fest im Griff. [ ... ] Aber mittlerweile hat man den Eindruck, dass die Kampagnen der Gegenseite nicht nur weitaus effizienter, sondern oft reiner Selbstzweck sind. Schließlich erhöht das sowohl Bekanntheit, als auch Spendenvolumen der 'grünen' Lobby's."

Einige Nachbarstaaten wie z.B. Ungarn denken nun - auch aus Mangel an Alternativen - laut über GVO-Saatgut nach, um der Schädlinge Herr zu werden. Für Österreich ist das aber derzeit keine Option. "Die biologischen Alternativen zur Bekämpfung des Maiswurzelbohrers wie z.B. Fadenwürmer verursachen Mehrkosten von 150 Euro pro Hektar. Um dies zu kompensieren, müsste wiederum eine Tonne mehr Mais pro Hektar wachsen. Wie sich die Experten das vorstellen, entzieht sich meiner Vorstellung", rechnet Windisch vor. Die Bauernschaft als Agrochemielobbyisten abzustempeln, ist für Windisch nicht nachvollziehbar. Diese Konzerne produzieren nämlich sowohl die konventionellen, als auch die biologischen Alternativen zu den Neonicotinoiden. "Die einzigen, die hier draufzahlen, sind die betroffenen österreichischen Landwirte und Saatgutproduzenten. Die Preise für Pflanzenschutzmittel steigen alljährlich um zwei bis drei Prozent. Den Landwirten liegt nichts näher als bei diesem Kostenfaktor zu sparen, damit sich die Erträge überhaupt noch rechnen."

Die Bauernvertreter sehen eine Gefahr für die Lebensmittelautarkie Österreichs. Bisher war das von der österreichischen Saatgutwirtschaft erzeugte Maissaatgut mit 32 Millionen Euro Umsatz ein GVO-freier Exportschlager. "Durch das Verbot der drei Wirkstoffe wird es aufgrund des höheren Schädlingsdrucks zu geringeren Selbstversorgungsquoten bei Mais und Raps kommen. Die billige Alternative für die Verarbeitungsindustrie sind nun leider GVO-Importe aus dem Ausland. Es wird unweigerlich zu Ertragsverlusten und einer Kostensteigerung kommen. Wer als Konsument hinsichtlich dieser Doppelmühle A sagt, muss auch B sagen, denn für ihn wird der Preisschub kommen wie das Amen im Gebet", warnt Windisch abschließend.
(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
Tel.: 01/40110/4436
http://www.oevpklub.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPK0007