ÖAMTC: Kleine Füße auf gefährlichen Wegen

Club, FIA und SOS-Kinderdorf zeigen Gefahren für Kinder auf Fußwegen auf

Wien (OTS) - 2012 sind weltweit rund 1,3 Millionen Personen im Straßenverkehr tödlich verunglückt, etwa 22 Prozent davon als Fußgänger. Am gefährlichsten ist die Situation für Fußgänger in Afrika. Mit 38 Prozent ist hier der Anteil der bei Verkehrsunfällen getöteten Fußgänger am höchsten (Quelle: WHO).

"Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche", sagte FIA-Präsident Jean Todt anlässlich der heutigen Pressekonferenz des ÖAMTC. Durch rasches Wirtschaftswachstum in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern hat der Motorisierungsgrad dort stark zugenommen. Das führt dazu, dass die Straßen für nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer gefährlicher werden. "In vielen Entwicklungsländern ist der tägliche Schulweg eine tödliche Falle", schlug Global Road Safety Ambassador Michelle Yeoh Alarm. Grundlegende Sicherheitsmaßnahmen wie Straßenbeleuchtung, Gehwege, Tempolimits - in Österreich eine Selbstverständlichkeit - fehlen in vielen Ländern nach wie vor. "Es braucht dringend Gesetze, um Kindern ein sicheres Zufußgehen zu ermöglichen", appellierte Yeoh an die Politik.

Zebrastreifen ist kein sicheres "Leo"

Auch in Österreich leben Kinder als Fußgänger riskant. 2011 sind 2.899 Kinder und Jugendliche im Alter von 0-14 Jahren verunglückt, 13 davon tödlich. Knapp 27 Prozent der verunglückten Kinder waren Fußgänger. Potentielle Gefahrenstellen für Kinder sind vor allem Straßenquerungen. Eltern müssen auf die sicherste Schulwegroute achten und speziell das richtige Queren von Straßen mit ihren Kindern üben. Auch der Zebrastreifen ist kein sicheres "Leo". 2011 verunglückten knapp 28 Prozent aller als Fußgänger verunglückten Kinder am Schutzweg (Quelle: Statistik Austria). Risikofaktoren sind Ablenkung, Alkohol am Steuer und zu hohes Tempo. Hier sind die Lenker zu mehr Verantwortungsbewusstsein und Achtsamkeit aufgerufen. "Fahrzeuglenker sind in der Pflicht, auf die kleinen Verkehrsteilnehmer Acht zu geben", appellierte ÖAMTC-Präsident Werner Kraus.

Um das Thema Fußgängersicherheit von Kindern auch aus Kinderaugen zu beleuchten, hat der ÖAMTC gemeinsam mit SOS-Kinderdorf International einen Malwettbewerb gestartet. " Die SOS-Kinderdörfer betreuen und begleiten viele Kinder vom Kleinkindalter bis zur Selbstständigkeit. Neben einer guten Ausbildung und dem Vermitteln sozialer Kompetenzen ist es wichtig, sie auch auf die Sicherheit im Straßenverkehr gut vorzubereiten", betonte SOS-Kinderdorf Österreich Geschäftsführer Christian Moser die Bedeutung von Verkehrserziehung. Im Zuge des Wettbewerbs waren Kinder in neun Kinderdörfern weltweit (Bosnien, Bulgarien, Jordanien, Libanon, Österreich, Portugal, Südafrika, Uganda und Ungarn) aufgerufen, ihren Schulweg zu malen. Gewinner des Wettbewerbs ist der 10-jährige Patrick Sengendo aus Uganda. Die Jury, die den Gewinner kürte, setzte sich aus Gerlinde Kraus (Vorstandsvorsitzende SOS-Kinderdorf Wien), Julia Mirwald (9-jährige Tochter eines ÖAMTC-Pannenfahrers), Dagmar Schratter (Direktorin Tiergarten Schönbrunn), Robert Steiner (Moderator) und Stefan Zinnel (Universität für Angewandte Kunst) zusammen.

The Long Short Walk

Die Sicherheit von Fußgängern, insbesondere von Kindern, war auch Thema der UN-Verkehrssicherheitswoche, die vergangene Woche stattgefunden hat. Mit der Kampagne "The Long Short Walk" hat die FIA bereits im Vorfeld Aufmerksamkeit für dieses Thema geweckt. Weltweit waren Personen aufgerufen, ihren täglichen Fußweg filmisch oder fotografisch zu dokumentieren. Die Ergebnisse wurden bei der UN-Verkehrssicherheitswoche für Fußgängersicherheit präsentiert. Die Kampagne ist Teil des Zehn-Jahres-Aktionsplans "Decade of Action for Road Safety", der im Jahr 2010 auf Initiative der FIA von der UNO ausgerufen wurde. Ziel ist, die Zahl der Verkehrstoten zu reduzieren. "Mit geeigneten Maßnahmen können bis zum Jahr 2020 fünf Millionen Todesopfer und 50 Millionen Schwerverletzte im Verkehr verhindert werden", verdeutlichte FIA-Präsident Jean Todt abschließend.

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