Kopf: Nicht Pflanzenschutz gegen Bienenschutz ausspielen!

ÖVP-Klubobmann: Kleine Bauern in Österreich existenziell bedroht

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Die Biene ist ein wichtiges landwirtschaftliches Nutztier, ohne die viele Pflanzen existenziell gefährdet wären. Daran besteht kein Zweifel. Wir alle aber wissen auch, dass wir täglich -im Haushalt, im Garten, in der Güterproduktion, in der Pharmazie, ja selbst zum Schutz der Bienen - chemische Mittel einsetzen", plädierte ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf heute, Dienstag, für eine ehrlichere Diskussion zum Thema Bienen- und Pflanzenschutz. "Es ist unsere Verantwortung und die Verantwortung der zuständigen Behörden, die Nebenwirkungen solcher Mittel mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, Risiken und Nutzen abzuwägen und dann zu entscheiden, ob ein Produkt zugelassen wird oder nicht", äußerte Kopf Zweifel daran, ob es bei der aufgeheizten Debatte mittlerweile tatsächlich darum gehe, Risiken abzuschätzen, oder ob es nicht vielmehr darum gehe, billiges politisches Kleingeld zu wechseln.

Viele Bauern, die in der Produktion von gesunden Lebensmitteln beschäftigt sind, seien in Österreich durch den schädlichen Maiswurzelbohrer in ihrer Existenz bedroht und setzen daher gebeiztes Saatgut ein. "Die Meinungen der Experten gehen auseinander: eine EU-Studie sagt, dass Neonikotinoide gefährlich für die Bienen seien. Eine Studie der österreichischen AGES hingegen bezeichnet den Einsatz dieser Mittel als vertretbar. Und es gibt eine Reihe von Experten, die viele verschiedene Ursachen für das Bienensterben sehen und nicht Pestizide für den Hauptverursacher halten", führte der ÖVP-Klubobmann aus.

"Es ist nicht in Ordnung, Pflanzenschutz gegen Bienenschutz undifferenziert auszuspielen", erinnerte Kopf daran, dass gerade durch die gezielten Maßnahmen des Landwirtschaftsministers die Anzahl der Bienenvölker in Österreich wieder auf einem erfreulich hohen Stand sei.

Die Alternativvorschläge in Richtung eines Verbotes mit regionalen Ausnahmen, die Minister Berlakovich in Brüssel vorgelegt habe, wären sachgerecht gewesen, haben aber keine Unterstützung gefunden. "Nun wird die EU-Kommission die Pestizide für zwei Jahre verbieten, ohne einen gesicherten Beweis zu haben, dass diese tatsächlich für das Bienensterben hauptverantwortlich sind. Aber im Zweifelsfall und in dieser aufgeheizten Diskussion ist der prophylaktische Schutz der Bienen natürlich vorrangig", betonte Kopf.

"Damit werden aber viele kleine Bauern in Österreich in existenzielle Probleme gestürzt. Wir haben daher die Verpflichtung, alles zu unternehmen, um diesen Bauern auf der Suche nach Alternativen zu helfen und ihnen auch wirtschaftlich unter die Arme zu greifen", schloss der Klubobmann.
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