Preisverleihung des Dramenwettbewerbs "Über Grenzen sprechen" 2013

Außenministerium verleiht am 16. Mai 2013 um 20 Uhr in der Garage X den Preis für das beste ukrainische Theaterstück an Autor und Theatergründer Dmytro Ternovyi

Wien (OTS) - Der auf Initiative von Dr. Christian Papke im Jahr 2005 ins Leben gerufene internationale Dramenwettbewerb "Über Grenzen sprechen" ist ein Theater- und Literaturprojekt, bei dem Autorinnen und Autoren aus Osteuropa eingeladen werden, ein Stück zum Thema "Lebensgefühl in Zeiten des Wandels" einzureichen. Projektträger ist das Österreichische Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMeiA), das jeweils mit nationalen und lokalen Partnern kooperiert.

Nach Mazedonien, Serbien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Albanien, Bulgarien und Rumänien wurden im Jahr 2012 AutorInnen aus der Ukraine eingeladen, ein Stück einzureichen. Das BMeiA kooperierte dabei mit folgenden Partnern: Österreichisches Kulturforum Kiew, OeAD Kooperationsstelle für Wissenschaft und Kultur in Lemberg, Österreichischer P.E.N.- Club, Badisches Staatstheater Karlsruhe, Mystetskyi Arsenal, Prostory, Drabyna, Ukrainian Week, Buchhandlung JE, Zentrum für Kulturelles Management, Buchmesse Lemberg, Zaxid.net und das Internationale Literaturfestival Meridian Czernowitz.

Die fünfköpfige internationale Jury, bestehend aus Nelly Kornienko, Theaterexpertin und Gründerin des Les' Kurbas State Centre for Theatre Arts in Lemberg, Klaus Kusenberg, Schauspieldirektor des Nürnberger Staatstheaters, Charles Ritterband, Österreich-Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung, Peter Spuhler, Generalintendant des Staatstheaters Karlsruhe, und Autor Serhij Zhadan kürte "Hohe Auflösung- Ein Objektleben für fünf Schauspieler" von Dmytro Ternovyi zum Siegerstück von "Über Grenzen sprechen 2013". Der 1969 geborene Autor stammt aus Kharkiv, wo er auch das Theater Zhukah (www.zhuki.kharkov.ua) gründete.

Das Stück mit dem Originaltitel "Detalization" setzt sich vor dem Hintergrund ukrainischer Zeitgeschichte mit den Themen Politik, Familie und illegale Einwanderung auseinander und verwebt diese auf ästhetisch interessante Weise szenisch miteinander. Die großen Themen werden dabei sowohl spannend als auch mit viel schwarzem Humor auf die Bühne gebracht. Ort der Handlung ist die Wohnung eines Musikers, die direkt auf den Platz der Unabhängigkeit (Majdan Nesaleschnosti) blickt.

Während des gesamten Stückes sind im Hintergrund politische Demonstrationen zu hören, deren jeweiligen Entwicklungen auch durch einen Nachrichtensprecher im Fernsehen live in das eigentliche Bühnengeschehen hineingetragen werden. Originell und skurril ergänzt wird das durch unerwartete Einschübe mit zum Leben erweckten Objekten wie einer Teetasse, einer Teekanne oder einem Weinkrug. Eine richtiggehend kafkaeske Note nimmt das Stück dann an, wenn in einer späteren Szene "der erste Aktenorder" und "der wichtige Stempel" miteinander zu diskutieren beginnen.

Formal führt der Text somit drei Genres zusammen: Boulevardkomödie in bester Volkstheatertradition, politisches Theater und surreales Theater. Die Kombination dieser unterschiedlichen Formen erzeugt nicht nur ungewöhnliche Bilder, sondern schafft über ihre Plastizität auch die Basis für ein völlig neues Theatererlebnis. Uraufgeführt wird "Hohe Auflösung-Ein Objektleben für fünf Schauspieler" vom Badischen Staatstheater Karlsruhe, das das Stück in der kommenden Spielzeit auf den Spielplan setzen wird. Im Rahmen der Preisverleihung am 16. Mai um 20 Uhr in der Garage X, Petersplatz 1, 1010 Wien, lesen drei BurgschauspielerInnen die deutsche Übersetzung des Siegerstückes: Karin Lischka, Till Firit und Nestroypreisträger Toni Slama. Sie werden dabei von Georg Luksch musikalisch begleitet. Kartenreservierungen unter 535 32 00 - 11 oder reservierung@garage-x.at.

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Dr. Christian Papke
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