Bundesforste-Bilanz: Bestes operatives Ergebnis seit Neugründung

Deutliche Steigerung von Betriebsleistung und EBIT - EBIT-Marge mit 15,9 % auf Rekordniveau - Wachstum bei Immobilien und neuen Geschäftsbereichen

Wien (OTS) - 2012 konnten die Österreichischen Bundesforste ihr bestes operatives Ergebnis seit der Neugründung vor 15 Jahren verzeichnen. Die Konzernbetriebsleistung stieg auf 237,4 Mio. Euro (2011: 226,5 Mio.) ebenso wie das EBIT, das mit 36,0 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahr (25,4 Mio.) lag. Auf Rekordniveau befand sich die EBIT-Marge mit 15,9 %. Das EGT kam mit 18,6 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert (20,5 Mio.) zu liegen, stellt dennoch das drittbeste Ergebnis der Konzerngeschichte dar. Das nachhaltige Holzernteziel wurde mit 1,5 Mio. Festmetern plangemäß eingehalten. In den nicht-forstlichen Geschäftsbereichen weisen die Immobilien ein Wachstum der Betriebsleistung von 7 % auf. Gestiegen ist ebenso die Betriebsleistung im Bereich Erneuerbare Energien um 30 % sowie die Nachfrage nach forstlichen Dienstleistungen für Dritte. Prozessoptimierungen, konsequentes Kostenmanagement und ein rückläufiger Schadholzanteil wirkten sich weiters positiv auf das Ergebnis aus.

"2012 konnten wir den Trend aus den Vorjahren fortsetzen und die Betriebsleistung weiter steigern", freut sich Georg Erlacher, Vorstandssprecher der Österreichischen Bundesforste (ÖBf), über das Konzernergebnis 2012. "Mit einem EBIT von 36,0 Mio. Euro schreiben die Bundesforste 2012 ihr bestes operatives Ergebnis seit der Neugründung. So hoch wie noch nie in der Unternehmensgeschichte ist auch die EBIT-Marge mit 15,9 %." Die Umsatzrentabilität konnte in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert werden. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit entwickelte sich äußerst positiv und erreichte mit 37,4 Mio. Euro einen neuen Höchststand. Mit 18,6 Mio. Euro stellt das EGT das drittbeste Konzernergebnis seit der Neugründung dar. "Die Basis für das Ergebnis sind ein konsequentes Kostenmanagement und laufende Prozessoptimierung. Mit konsequenter Borkenkäfer-Bekämpfung und Waldhygiene konnte der Schadholzanteil weiter gesenkt werden. Entscheidend für den Geschäftserfolg ist jedoch auch der Ausbau der nicht-forstlichen Geschäftsbereiche Immobilien, Dienstleistungen und Erneuerbare Energien, auf die bereits heute knapp 30 % der Betriebsleistung entfallen", ergänzt Georg Schöppl, Vorstand für Finanzen und Immobilien.

Kerngeschäft Forst/Holz mit gutem Ergebnis

Mit einem Anteil von 71,9 % bzw. 170,3 Mio. Euro an der Betriebsleistung bleibt der Bereich Forst/Holz das Kerngeschäft. "Der Holzpreis befand sich 2012 auf einem stabilen Niveau, ist mittel- und langfristig betrachtet jedoch volatil", erklärt Erlacher, warum es insbesondere im Kerngeschäft Maßnahmen zur Effizienzsteigerung bedarf. "Hinzu kommt das nachhaltige Holzernteziel: Wir ernten nicht mehr als nachwächst. Das bedeutet jedoch auch, dass die jährliche Erntemenge nicht beliebig gesteigert werden kann", bekennt sich Erlacher zu nachhaltiger Bewirtschaftung und natürlichen Wachstumsgrenzen. 2012 begann die Neuorganisation der 2011 neu eingeführten Produktions- und Vertriebsprozesse voll zu greifen. Bei der Holzernte liegt der Fokus weiter auf einem strikten Kostenmanagement. Erstmals eingeführt wurde eine Internet-Auktionsplattform für Holz, die den bisherigen Vertrieb um einen neuen Vertriebskanal erweitert. Die Plattform richtet sich an B2B-Kunden und bietet österreichweit einen einfachen Zugang zu einer breiten Palette an Holzsortimenten, unabhängig von Standort, Kundenart oder Betriebsgröße.

Investitionen in den Wald bleiben hoch

Das Aufforstungsprogramm und die Investitionen in die Waldpflege bleiben auf hohem Niveau. 2012 wurden wieder mehr als 11 Mio. Euro in Neupflanzungen, Jungwaldpflege sowie den Wild- und Weideschutz investiert. Aufgeforstet wurden mehr als 3 Millionen Jungbäume für 3,2 Mio. Euro - verteilt auf 26 verschiedene Baumarten. Der Großteil davon entfällt auf Fichten und Lärchen, aber auch Douglasie, Tanne, Ahorn und Erle. "Aufgrund der intensiven Maßnahmen der vergangenen Jahre konnten die Aufwendungen für Borkenkäferbekämpfung von 4,4 Mio. Euro (2011) auf 2,7 Mio. Euro deutlich zurückgenommen werden", freut sich Vorstandssprecher Erlacher. Nach einem "stürmischen" Jahrzehnt (Sturmtiefs Uschi, Kyrill, Paula und Emma) bewegte sich der Schadholzanteil mit 34 % (2011: 49 %) erstmals wieder auf einem Niveau wie vor zehn Jahren.

Immobilien auf nachhaltigem Wachstumskurs

Weiter auf Erfolgskurs liegt der Geschäftsbereich Immobilien, in dem 2012 mit einem Plus von 7 % eine Betriebsleistung von über 38,0 Mio. Euro erwirtschaftet wurde. Die Ergebnisse konnten seit der Neugründung verdreifacht werden. Eine stabile Nachfrage und langfristige Verträge sorgten für sichere Erträge auch in der Krise. "Ein Zuwachs war insbesondere bei den Baurechten mit plus 9 % zu verzeichnen, die sich vor allem im sozialen Wohnbau, aber auch im gewerblichen wie privaten Bereich immer größerer Beliebtheit erfreuen", erklärt Finanzvorstand Georg Schöppl. Allein in den letzten fünf Jahren sind die Erlöse aus Baurechten um knapp 70 % gestiegen.

Nachfrage nach Dienstleistungen für Dritte gestiegen

Dynamisch entwickelt sich der Bereich Dienstleistungen Inland mit einem Zuwachs der Betriebsleistung von über 30 %. Waldbewirtschaftung für Dritte, forstliche Gutachten und Planung bis hin zur Baumpflege und -service wurden verstärkt nachgefragt. "2012 bewirtschafteten die Bundesforste mehr als 13.000 ha Wald für Dritte, österreichweit wurden rund 500 Projekte umgesetzt, davon 25 Großprojekte im Tourismus", so Erlacher. Das Geschäftsfeld Baumpflege verzeichnet vor allem im kommunalen Bereich eine steigende Nachfrage, das Baumservice wird österreichweit weiter ausgerollt.

Erneuerbare Energie im Aufbau

Der noch junge Geschäftsbereich Erneuerbare Energie weist mit einer Steigerung der Betriebsleistung von 30 % eine ausgesprochen positive Bilanz auf. "2012 wurden 1,3 Mio. Euro Erlös erwirtschaftet", sagt der Finanzvorstand. Erstmals waren 2012 vier Kleinwasserkraftwerke im Vollbetrieb. 2013 sind zwei weitere Inbetriebnahmen geplant. Mit den vier bestehenden Werken in Tirol (Tegesbach), Oberösterreich (Reichraming), Steiermark (Pichl-Kainisch) und Salzburg (Dienten) und den zwei neuen (Salzburg/Maria Alm und Oberösterreich/Hallstatt) können mehr als 13.000 Haushalte mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen versorgt und jährlich über 50.000 Tonnen an CO2-Emissionen eingespart werden.

Seit Neugründung 340 Millionen Euro an die Republik

Die Bundesforste haben seit ihrer Neugründung jedes Jahr Gewinne geschrieben und jährlich Beiträge in Form von Dividende, Fruchtgenussentgelt und Steuern an die Republik geleistet. "Seit 1997 sind mehr als 340 Mio. Euro in das Bundesbudget geflossen, davon 166 Mio. Euro Fruchtgenussentgelt, 159 Mio. Euro Dividende und rund 17 Mio. Euro an Ertragssteuern", rechnet der Finanzvorstand vor. "Die Bundesforste haben sich über all die Jahre als verlässliches Unternehmen der Republik erwiesen - und das trotz sprichwörtlich "stürmischer Jahre" und Wirtschaftskrise", so Schöppl.

Nachhaltigkeit als unternehmerisches Prinzip

"Das Wachstum des Unternehmens steht klar im Zeichen der Nachhaltigkeit", gibt Erlacher die strategische Stoßrichtung vor. "Dazu gehört ein nachhaltender Umgang mit der Ressource Holz ebenso wie der Ausbau der nicht-forstlichen Geschäftsfelder, um die Geschäftstätigkeit langfristig auf eine breitere Basis zu stellen. Diese Strategie hat sich in den letzten Jahren - auch im Vergleich zu anderen Staatsforstbetrieben in Europa - bewährt. Eine vernünftige, maßvolle Nutzung der uns anvertrauten Ressourcen und ein schonender Umgang mit der Natur sind für uns oberstes Gebot. Wir sehen es als unseren Auftrag, die Schätze der Natur sorgsam zu bewirtschaften und auch für künftige Generationen zu erhalten." Diesem Auftrag entsprechend erbringen die Bundesforste zahlreiche zusätzliche Leistungen von der Durchführung von über 900 Naturschutzprojekten allein im Jahr 2012 über das Naturvermittlungsprogramm Wild.Live! mit rund 14.000 geführten WaldbesucherInnen bis hin zu regelmäßigen Seenreinigungen an Österreichs Badeseen und öffentlich zugänglichen Naturbadeplätzen.

Ausblick 2013

"Wir werden unseren eingeschlagenen Kurs in Richtung nachhaltiges Wachstum auch 2013 fortsetzen", sagt Erlacher, "zielstrebig an der Optimierung der Prozesse und einem konsequenten Kostenmanagement arbeiten und die neuen Geschäftsfelder Dienstleistungen und Erneuerbare Energie forcieren. Die Märkte bleiben weiter herausfordernd und die Rahmenbedingungen unsicher. Wenn uns das gelingt, können wir dem Geschäftsjahr 2013 zuversichtlich entgegensehen. Aus heutiger Sicht steuern wir auf das beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte zu", blickt Georg Erlacher optimistisch in die Zukunft.

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