Behinderter jahrelang ausgebeutet: Arbeiterkammer erkämpfte 26.600 Euro

Linz (OTS) - Schamlos bereichert hat sich ein Tankstellenunternehmer aus Freistadt an einem Behinderten, der bei ihm beschäftigt war: Er entlohnte ihn weit unter Kollektivvertrag und zahlte schließlich ab Beginn eines längeren Krankenstandes gar nichts mehr. Die AK konnte dem verzweifelten Arbeitnehmer in langwierigen Verfahren helfen - er bekam 26.600 Euro.

Herr V., ein begünstigter Behinderter, arbeitete bereits seit April 1997 als Tankwart für einen Freistädter Unternehmer.

Im Jänner 2012 wandte er sich an die Arbeiterkammer: Er hatte im Oktober 2011 einen Krankenstand antreten müssen. Seither überwies ihm sein Chef kein Geld mehr. Hinsichtlich seiner offenen Forderungen wurde Herr V. immer wieder vertröstet.

Weder Weihnachts- noch Urlaubsgeld
Bei der Überprüfung der mitgebrachten Unterlagen stellte der AK-Rechtsschutz fest, dass der Tankwart schon viele Jahre weit unter Kollektivvertrag entlohnt worden war. 2011 hatte er weder Weihnachts-noch Urlaubsgeld erhalten. Überstundenentgelt war ihm sein Chef ebenfalls schuldig geblieben.

Mangels Arbeits- und Entgeltbestätigung des Arbeitgebers zahlte die Krankenkasse kein Krankengelt.

Mit April 2012 wurde Herrn V. eine Invaliditätspension zugesprochen. Er beendete das Arbeitsverhältnis. Die ihm zustehende Abfertigung in Höhe von sechs Monatsentgelten bekam er nicht.

Die Arbeiterkammer musste mehrere Gerichtsverfahren durchfechten und zuletzt Exekution führen, damit Herr V. schließlich einen Betrag von rund 26.600 Euro erhielt.

Unfaire Fristen schaden Beschäftigten
"Sicher ein schöner Erfolg, der für den Arbeitnehmer sehr wichtig ist", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. "Allerdings wäre der Anspruch noch viel höher gewesen, wenn nicht kurze Verfallsfristen das Einklagen verhindert hätten. Wir setzen uns dafür ein, dass diese unfairen Fristen abgeschafft werden!"

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