FP-Kappel kritisiert neuerliche Fehlinvestition bei Wien Energie

Kontrollamt weist massive Bilanzkosmetik bei Windpark-Projekt nach

Wien (OTS/fpd) - "Mit dem Windparkt-Projekt im ungarischen Level hat Wien Energie neuerlich eine Fehlinvestition getätigt", sagt die Gemeinderätin der FPÖ-Wien, LAbg. Dr. Barbara Kappel, "das Kontrollamt hat in einem kürzlich vorgelegten Bericht massive Bilanzkosmetik bescheinigt."

So wurden bereits 2008 nicht realisierte Kursgewinne fast zur Gänze als Gewinn ausgewiesen, die Nutzungs- und Abschreibungsdauer kurzfristig um einige Jahre verlängert, ebenso wurden Prozess-Rückstellungen nicht getätigt, obwohl der Streitwert eines zu erwartenden Prozesses den bereits geschönten Gewinn überstieg. "Hier von fehlerhaften Zahlen zu sprechen, wie dies das Kontrollamt tut, ist eine mehr als freundliche Umschreibung massiver bilanztechnischer Manipulationen", kritisiert Kappel.

Im Jahr 2006 erwarb die Wien Energie GmbH die ungarische Vienna Energy Természeti Erö Kft. und errichtete einen Windpark in Level/Ungarn mit insgesamt zwölf Windkraftanlagen. Seit April 2008 ist dieser Windpark in Betrieb und speist Strom ins lokale Netz. Seitdem schreibt der Windpark rote Zahlen. In dem vom Kontrollamt untersuchten Zeitraum 2008 - 2011 wurden beträchtliche Kursverluste verbucht, ein Fünftel davon, insgesamt 0,82 Millionen Euro, wurde bereits schlagend. Für den Jahresabschluss 2012 ist aufgrund der negativen Wechselkursentwicklung mit weiteren Wertberichtigungen zu rechnen.

"Um die Ungarn-Investition zu tätigen, wurden seitens Wien Energie fix verzinste Euro-Kredite aufgenommen, was zu großen Wechselkursverlusten führte", erklärt Kappel, "für die Kreditaufnahme als solche wurden seitens der Verantwortungsträger nicht einmal Vergleichsangebote eingeholt. Das grenzt schon an Fahrlässigkeit."

Das Kontrollamt fasst in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung des ungarischen Windpark-Projekt der Wien Energie wie folgt zusammen:
"Die wirtschaftliche Entwicklung dieser Tochtergesellschaft war in den Wirtschaftsjahren 2008 bis 2011 stark vom negativen Finanzergebnis beeinflusst, das im Wesentlichen vom für die aus dem Euro-Investitionskredit verursachten fixen Zinszahlungen und den daraus entstandenen Wechselkursverlusten geprägt war."

Insgesamt steht die Wien Energie GmbH im Geschäftsjahr 2011/12 schlecht da: Mit einem negativen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von minus 258 Millionen Euro und einem Jahresverlust von 259,4 Millionen Euro. Auch die Eigenkapitalquote ist innerhalb eines Jahres (von 2010/11 auf 2011/12) von 33 auf 21,8 Prozent zurückgegangen. "Nach dem gescheiterten Pumpspeicherkraftwerksprojekt Molln und drohenden Strafzahlungen von 25 Millionen Euro ist dieser ungarische Windpark eine weitere Fehlinvestition von Wien Energie", kritisiert Kappel, "der Stromerzeuger schreibt Verluste, obwohl die Strompreise jedes Jahr kräftig erhöht werden." (Schluss) hn

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