- 14.05.2013, 10:00:41
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Integrationswoche - VHS rückte Mehrsprachigkeit ins Zentrum
Sprachliche Vielfalt sichtbar machen
Utl.: Sprachliche Vielfalt sichtbar machen =
Wien (OTS) - Mehrsprachigkeit gewinnt für Wirtschaft und Gesellschaft
ständig an Bedeutung. In einer global immer stärker vernetzten Welt,
hat sich sprachliche Vielfalt längst zu einem wichtigen
Standortfaktor entwickelt. Sprachliche Potenziale müssen erkannt,
gefördert und weiterentwickelt werden. Die VHS Veranstaltungen
anlässlich der 3. Wiener Integrationswoche stellten daher das Thema
Mehrsprachigkeit in den Mittelpunkt. "Wir sehen das Selbstbewusstsein
mehrsprachiger Menschen und den Stolz auf ihre Kulturen. Dieser
Schatz muss gehoben und gefördert werden", betonte die Wiener
Landtagsabgeordnete Nurten Yilmaz anlässlich der Diskussion
"Mehrsprachig leben in Wien" am 10. Mai in der Brunnenpassage. Mario
Rieder, Geschäftsführer der VHS Wien, bekräftigte: "Man muss sich für
Mehrsprachigkeit offensiv einsetzen." Die VHS Wien betreibt dafür ca.
4.000 Fremdsprachenkursen mit über 30.000 TeilnehmerInnen im Jahr.
Auch Kurse zu Erhalt von Erstsprachenkompetenzen sind fixer
Bestandteil des VHS Programms. Ein Anliegen, das von zahlreichen
MigrantInnen-Magazinen geteilt wird. "Wir schreiben unsere Magazine
absichtlich in Bosnisch-Kroatisch-Serbisch und Türkisch, damit unsere
LeserInnen nicht den Bezug zu ihrer Mehrsprachigkeit verlieren. Das
Problem mit der Mehrsprachigkeit ist, dass es populäre und nicht so
populäre Fremdsprachen gibt, die unterschiedliche Akzeptanz bei den
Menschen hervorrufen. Mehrsprachigkeit ist cool und das müssen wir
auch Jedem/r beibringen", so Dino Sose, Herausgeber von Bummedia und
Organisator der Integrationswoche.
Die Diskussionsveranstaltung "Mehrsprachig leben in Wien"
Die Open-Chair Diskussion am 10. Mai in der Brunnenpassage bot
BesucherInnen die Möglichkeit, ihre Ansichten und Erfahrungen zum
Thema Mehrsprachigkeit darzulegen. "Wien ist de facto eine
mehrsprachige Stadt, obwohl das Bewusstsein dafür fehlt. Wir brauchen
Räume, in denen Sprachvielfalt ausgelebt werden kann und
Mehrsprachigkeit selbstverständlich ist. Wir müssen der
Mehrsprachigkeit aber auch Sinn geben, in der Arbeitswelt ebenso wie
im Privaten, als Teil der persönlichen Identität. Ansonsten verkommt
sie zum folkloristischen Anhängsel, das nur aus Traditionsgründen
bewahrt wird wie der Trachtenanzug des Großvaters. Dafür braucht es
die sinnvolle Förderung von Sprachen als Kommunikationsmittel im
Schulsystem aber auch in der Erwachsenenbildung", sagte Rieder.
Passend dazu schilderte die mehrsprachige Mitarbeiterin der VHS Wien,
Yasmin Foroutan, ihren Beratungsalltag mit Menschen unterschiedlicher
Kulturen und den Vorteil von mehrsprachigen Beratungsangeboten im
beruflichen Alltag. Viele BesucherInnen der Diskussion ergriffen die
Gelegenheit, ihre persönliche mehrsprachige Geschichte zu
thematisieren und brachten ihre Standpunkte lebhaft in die Diskussion
ein. Nurten Yilmaz hielt fest: "Bürgermeister Michael Häupl hat als
Ziel formuliert, dass jedes Kind in dieser Stadt eine zweite Sprache
spricht. Kinder mit Migrationshintergrund sprechen bereits zwei oder
mehr Sprachen, können das aber nicht immer entsprechend beruflich
umsetzen." Es müssen Wege gefunden werden, um dieser vorhandenen
Mehrsprachigkeit mehr Anerkennung zu verschaffen und im Sinne der
Zukunft der Stadt die Sprachkompetenzen aller Kinder zu fördern.
Die Aktion "Wien spricht mehr" im Rathauspark
Unter dem Motto "Wien spricht mehr" suchten Stadträtin Sandra
Frauenberger und VHS Wien Geschäftsführer Mario Rieder das Gespräch
mit WienerInnen unterschiedlicher Erstsprachen und unternahmen erste
Schritte in mehreren Sprachen Wiens. Am 8. Mai suchten VHS
SprachlehrerInnen und SprachkursteilnehmerInnen im Wiener Rathauspark
das Gespräch mit PassantInnen. Dabei konnten Interessierte mit
SprachexpertInnen der VHS erste Schritte in einer neuen Sprache
unternehmen, sich auf verschiedenen Sprachen unterhalten und so
einige der 250 Sprachen in Wien kennenlernen. Es gab die Möglichkeit,
erste Sätze in neuen Sprachen zu lernen oder vorhandene Kompetenzen
zu vertiefen. Mit dabei waren nicht nur romanische Sprachen:
Chinesisch, Lingala und viele weitere Sprachen waren vertreten.
Weitere Informationen auf www.vhs.at oder am VHS Bildungstelefon
unter 01/893 00 83.
Pressebild unter http://www.wien.gv.at/pressebilder abrufbar.
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