Integrationswoche - VHS rückte Mehrsprachigkeit ins Zentrum

Sprachliche Vielfalt sichtbar machen

Wien (OTS) - Mehrsprachigkeit gewinnt für Wirtschaft und Gesellschaft ständig an Bedeutung. In einer global immer stärker vernetzten Welt, hat sich sprachliche Vielfalt längst zu einem wichtigen Standortfaktor entwickelt. Sprachliche Potenziale müssen erkannt, gefördert und weiterentwickelt werden. Die VHS Veranstaltungen anlässlich der 3. Wiener Integrationswoche stellten daher das Thema Mehrsprachigkeit in den Mittelpunkt. "Wir sehen das Selbstbewusstsein mehrsprachiger Menschen und den Stolz auf ihre Kulturen. Dieser Schatz muss gehoben und gefördert werden", betonte die Wiener Landtagsabgeordnete Nurten Yilmaz anlässlich der Diskussion "Mehrsprachig leben in Wien" am 10. Mai in der Brunnenpassage. Mario Rieder, Geschäftsführer der VHS Wien, bekräftigte: "Man muss sich für Mehrsprachigkeit offensiv einsetzen." Die VHS Wien betreibt dafür ca. 4.000 Fremdsprachenkursen mit über 30.000 TeilnehmerInnen im Jahr. Auch Kurse zu Erhalt von Erstsprachenkompetenzen sind fixer Bestandteil des VHS Programms. Ein Anliegen, das von zahlreichen MigrantInnen-Magazinen geteilt wird. "Wir schreiben unsere Magazine absichtlich in Bosnisch-Kroatisch-Serbisch und Türkisch, damit unsere LeserInnen nicht den Bezug zu ihrer Mehrsprachigkeit verlieren. Das Problem mit der Mehrsprachigkeit ist, dass es populäre und nicht so populäre Fremdsprachen gibt, die unterschiedliche Akzeptanz bei den Menschen hervorrufen. Mehrsprachigkeit ist cool und das müssen wir auch Jedem/r beibringen", so Dino Sose, Herausgeber von Bummedia und Organisator der Integrationswoche.

Die Diskussionsveranstaltung "Mehrsprachig leben in Wien"

Die Open-Chair Diskussion am 10. Mai in der Brunnenpassage bot BesucherInnen die Möglichkeit, ihre Ansichten und Erfahrungen zum Thema Mehrsprachigkeit darzulegen. "Wien ist de facto eine mehrsprachige Stadt, obwohl das Bewusstsein dafür fehlt. Wir brauchen Räume, in denen Sprachvielfalt ausgelebt werden kann und Mehrsprachigkeit selbstverständlich ist. Wir müssen der Mehrsprachigkeit aber auch Sinn geben, in der Arbeitswelt ebenso wie im Privaten, als Teil der persönlichen Identität. Ansonsten verkommt sie zum folkloristischen Anhängsel, das nur aus Traditionsgründen bewahrt wird wie der Trachtenanzug des Großvaters. Dafür braucht es die sinnvolle Förderung von Sprachen als Kommunikationsmittel im Schulsystem aber auch in der Erwachsenenbildung", sagte Rieder. Passend dazu schilderte die mehrsprachige Mitarbeiterin der VHS Wien, Yasmin Foroutan, ihren Beratungsalltag mit Menschen unterschiedlicher Kulturen und den Vorteil von mehrsprachigen Beratungsangeboten im beruflichen Alltag. Viele BesucherInnen der Diskussion ergriffen die Gelegenheit, ihre persönliche mehrsprachige Geschichte zu thematisieren und brachten ihre Standpunkte lebhaft in die Diskussion ein. Nurten Yilmaz hielt fest: "Bürgermeister Michael Häupl hat als Ziel formuliert, dass jedes Kind in dieser Stadt eine zweite Sprache spricht. Kinder mit Migrationshintergrund sprechen bereits zwei oder mehr Sprachen, können das aber nicht immer entsprechend beruflich umsetzen." Es müssen Wege gefunden werden, um dieser vorhandenen Mehrsprachigkeit mehr Anerkennung zu verschaffen und im Sinne der Zukunft der Stadt die Sprachkompetenzen aller Kinder zu fördern.

Die Aktion "Wien spricht mehr" im Rathauspark

Unter dem Motto "Wien spricht mehr" suchten Stadträtin Sandra Frauenberger und VHS Wien Geschäftsführer Mario Rieder das Gespräch mit WienerInnen unterschiedlicher Erstsprachen und unternahmen erste Schritte in mehreren Sprachen Wiens. Am 8. Mai suchten VHS SprachlehrerInnen und SprachkursteilnehmerInnen im Wiener Rathauspark das Gespräch mit PassantInnen. Dabei konnten Interessierte mit SprachexpertInnen der VHS erste Schritte in einer neuen Sprache unternehmen, sich auf verschiedenen Sprachen unterhalten und so einige der 250 Sprachen in Wien kennenlernen. Es gab die Möglichkeit, erste Sätze in neuen Sprachen zu lernen oder vorhandene Kompetenzen zu vertiefen. Mit dabei waren nicht nur romanische Sprachen:
Chinesisch, Lingala und viele weitere Sprachen waren vertreten.

Weitere Informationen auf www.vhs.at oder am VHS Bildungstelefon unter 01/893 00 83.

Pressebild unter http://www.wien.gv.at/pressebilder abrufbar.

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