Herzschwäche: Nur die Hälfte nimmt Medikamente regelmäßig

SGKK startet Patientenkampagne "Herz-Gesund: Gut leben mit Herzschwäche"

Wien (OTS) - Bei Herzschwäche ist der Herzmuskel geschwächt und kann das Blut nicht mehr so gut durch den Körper pumpen. Dadurch kommt es zu immer stärkerer körperlicher Erschöpfung und Atemnot. Rund 15.000 Salzburger und Salzburgerinnen - überwiegend in der Altersgruppe ab 65 Jahren - sind betroffen. Die Tendenz ist steigend. Heute gibt es glücklicherweise Medikamente, die den Herzmuskel stärken und dadurch ein qualitätsvolles Leben möglich machen. Aber nur, wenn die ärztlich verordnete Therapie strikt eingehalten wird. Und das ist laut aktuellen Daten nur bei der Hälfte der Patienten der Fall.

Die Folgen mangelnder Therapietreue sind vermeidbare Verschlechterungen der Krankheit bis hin zu unnötigen Krankenhausaufenthalten. Wie bei allen chronischen Erkrankungen ist ein hohes Ausmaß an Therapietreue Voraussetzung für einen dauerhaften Therapieerfolg. Bei der Auswertung der Daten von rund 37.000 Herzinsuffizienz-Patienten im Auftrag des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherung stellte sich heraus, dass nur 49,3 Prozent die verordnete medikamentöse Therapie eingehalten hatten. Die Therapietreue wurde über die Einlösung der verordneten Medikamente erhoben. Die Ergebnisse zeigten, dass die Gruppe mit mangelnder Therapietreue vermehrte Wiederaufnahmen im Spital aufwies - und eine deutlich kürzere Lebenserwartung. Auch Patienten, die zumindest eine medizinische Leistung (wie z.B. Arztbesuch) im Beobachtungszeitraum in Anspruch nahmen, hatten aufgrund der Daten einen Überlebensvorteil. Die Gruppe, die sowohl regelmäßige Arztkontakte als auch eine hohe Therapietreue bei den Medikamenten aufwies, hatte ein signifikant besseres Überleben (Studie: M.Wolzt:
Influence of quality of primary care on outcome for heart failure).

Herz Gesund: Gut leben mit Herzschwäche

Die Salzburger Gebietskrankenkasse startet deeshalb eine Kampagne zur verbesserten Patienteninformation. Ziel ist es, die Therapietreue der Betroffenen deutlich zu erhöhen. Mit regelmäßiger ärztlicher Kontrolle und Einhaltung der verordneten Medikation ist nicht nur ein längeres Leben, sondern vor allem auch eine altersadäquat gute Lebensqualität zu erreichen.
"Normalerweise machen Pharmafirmen Patientenkampagnen, um den Absatz ihrer Medikamente zu steigern. Diesmal wollen aber wir als Salzburger Gebietskrankenkasse eine Gruppe, die offensichtlich nicht immer optimal betreut ist, verstärkt ansprechen. Wir wollen einen Beitrag leisten, um die Lebensqualität dieser mehrheitlich älteren Menschen zu erhöhen", erklärt SGKK-Obmann Siegfried Schluckner.
Derzeit werden in Salzburg ca. 3 Millionen Euro im Jahr für Medikamente zur Behandlung der Herzinsuffizienz ausgegeben. "Wenn durch unsere Informationskampagne diese Kosten steigen, freut uns dies ausnahmsweise sogar. Denn es heißt, dass mehr Menschen besser versorgt sind", fährt Schluckner fort. Herzinsuffizienz gilt als kostenintensive Erkrankung, da sie chronisch ist und vor allem bei schlechter Betreuung zu häufigen Spitalsaufenthalten führt. Ein Rückgang der Hospitalisierungsrate hätte zwei positive Folgen: zum einen mehr Lebensqualität für die Betroffenen, zum anderen günstigere Kosten für das gesamte Gesundheitssystem.

HERZ-GESUND LEBEN - Informationskampagne für Patienten und Patientinnen

Die Patienten wissen zumeist mit der Diagnose Herzinsuffizienz wenig anzufangen. "Meist ist es so, dass die Tragweite der Diagnose von den Patienten nicht erfasst wird. Es braucht viel an Aufklärung um sie zu motivieren, sich mit der Erkrankung auseinanderzusetzen und die dringend notwendigen Medikamente regelmäßig einzunehmen", erklärt Dr. Johann Altenberger, Kardiologe und Leiter des Rehabilitationszentrums der Pensionsversicherungsanstalt in Großgmain.

Der Schlüssel liegt in der konsequenten Aufklärung und Schulung der Betroffenen. Der Patient muss mit der Tatsache konfrontiert werden, dass es um eine schwerwiegende Erkrankung geht. Zentral ist aber die Erklärung der Therapiemöglichkeiten. Dr. Altenberger: "Am wichtigsten zur Erhöhung der Therapietreue sind entsprechende Aufklärung und Schulungsmaßnahmen. Wenn jemand versteht, wozu er die Medikation einnehmen sollte, dann fällt ihm dies auch leichter." Die Salzburger Gebietskrankenkasse hat Informationsmaterialien für Ärzte und Ärztinnen entwickelt, die die zentralen Behandlungsstandards übersichtlich zusammenfassen. "Das erleichtert unseren Vertragsärzten in der Praxis die Arbeit. Die Anforderungen an sie werden immer höher. Für eine optimale Versorgung der Patienten ist daher ein strukturiertes Unterstützungsangebot wichtig - und das stellen wir hiermit zur Verfügung", erläutert der Chefarzt der SGKK, Dr. Norbert Muß, selbst Kardiologe.

Die SGKK hat die Informationsmaterialien gemeinsam mit der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft - der Fachinstanz in Österreich - erstellt. Neben der zentralen Unterlage für Ärzte und Ärztinnen wurde ein kurzer und verständlicher Folder für Patienten und Patientinnen entworfen. Er fokussiert auf eine zentrale Botschaft: Nur die regelmäßige Einnahme der ärztlich verordneten Medikamente sichert die Lebensqualität.

"Natürlich sind bei Herzschwäche auch begleitende Maßnahmen wie leichte Bewegung, gesunde und salzarme Ernährung, mäßiger Alkoholkonsum und Nikotinabstinenz wichtig. Massive Verschlechterungen können aber nur mit den richtigen Medikamenten aufgehalten werden", sind sich die Kardiologen Dr. Muß und Dr. Altenberger einig. Diese Kernbotschaft will die Salzburger Gebietskrankenkasse gemeinsam mit ihren Vertragsärzten verstärkt zu den Betroffenen bringen.

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