"kreuz und quer" am 14. Mai: "Phänomen Nahtod"

Danach: Diskussion zum Thema "Gibt es ein Leben nach dem Tod?"

Wien (OTS) - Das Phänomen Nahtoderfahrungen, das "kreuz und quer" -präsentiert von Christoph Riedl - in Michael Ginthörs Dokumentation "Phänomen Nahtod" am Dienstag, dem 14. Mai 2013, um 22.30 Uhr in ORF 2 beleuchtet, gibt auch der darauffolgenden Diskussion um 23.05 Uhr das Stichwort: Die Frage "Gibt es ein Leben nach dem Tod?" beschäftigt den Menschen, seit es ihn gibt. Unter der Leitung von Günter Kaindlstorfer diskutieren der katholische Theologe Gisbert Greshake, der Philosoph Peter Heintel, die Kulturwissenschafterin Swantje Goebel und der Buddhismus-Lehrer Loten Dahortsang.

"Phänomen Nahtod" - Ein Film von Michael Ginthör

Wie soll man über etwas sprechen, für das es keine Worte gibt? Es wird meistens vom Verlassen des Körpers, vom Bad im göttlichen Licht, dem Erleben kosmischer Harmonie und von Begegnungen mit Verstorbenen berichtet, wenn es um die Erfahrungen jener geht, die knapp "wieder ins Leben zurückgeholt wurden". Jenseits von Spekulationen um den Wahrheitsgehalt oder um die kulturelle Determiniertheit solcher Berichte steht fest, dass Nahtoderlebnisse mehr als nur einschneidend für die Betroffenen sind und in vielen Fällen zu positiven Veränderungen in der Lebensgestaltung und dem Umgang mit dem Tod führen.

Nahtoderlebnisse werden gerne als "Schlüssellochaufnahmen" aus dem Jenseits bezeichnet. Dass diese religiöse Dimension nur eine der möglichen Lesarten ist, liegt auf der Hand. Während noch in den 1960er Jahren eine gewisse Ignoranz diesen Fragen gegenüber bestand, hat sich mittlerweile eine Industrie um die Deutungshoheit von Nahtod-Phänomenen entwickelt. Das Thema fasziniert die Menschen:
"Esoteriker/innen" und "Spirituelle" sowieso, aber vermehrt auch Psycholog/innen, Mediziner/innen und Naturwissenschafter/innen. Immerhin geht es hier um die letzten Geheimnisse, wie die Frage nach Leben und Tod, die Frage nach einer Existenz der "Seele" oder eines "Bewusstseins" und die Frage: Gibt es ein Leben nach dem Tod? Die Bandbreite der Spekulationen ist groß. Faktum ist aber auch: Es gibt vieles, das die moderne Medizin trotz intensiver Forschung heute nicht erklären kann, aber auch Kirchen und Religionsgemeinschaften sind vorsichtig in Bezug auf Nahtoderlebnisse, weil sie sich damit auf theologisch dünnes Eis begeben müssten.

Der Film lässt jene zu Wort kommen, die aus der eigenen intensiven Erfahrung berichten können. Sabine Mehne, Buchautorin und Mutter von drei Kindern: aufgrund ihrer schweren Erkrankung stand sie 1995 kurz vor dem Tod und erlebte äußerst einschneidend und bis heute nachhaltig wesensverändernd, wie ihr Geist - so sagt sie - den Körper verließ. Oder der Taucher Bernhard Marmorstein, der 2004 bei einem tragischen Unfall im Attersee nur knapp dem Tode entkam und wiederbelebt werden konnte. Er beschreibt auch dunkle Gefühle und Ängste beim Übergang in die - wie er es nennt - "andere Welt". Zudem wird das Phänomen auch aus einer kultursoziologischen (Ina Schmied-Knittel), einer christlich/theologischen (Andreas Resch, Ulrich Körtner), einer medizinisch/neurologischen (Dirk Proeckl) und einer psychologischen Sicht (Engelbert Winkler) betrachtet.

"kreuz und quer"-Diskussion zum Thema "Gibt es ein Leben nach dem Tod?"

Stärker als religiöse Jenseitsversprechungen wirken heute Tendenzen zur "Verdiesseitigung". Alle Hoffnungen und Lebensentwürfe müssen in die Zeitspanne von einigen Jahrzehnten gepresst werden, da mit dem Tod alles aus sei. Wie also kann Leben gelingen - und der Umgang mit der begrenzten Zeit, mit der Endlichkeit? Welche Konsequenzen hat der Wegfall der Ewigkeitsperspektive? Gibt es Hoffnung über den Tod hinaus? Und welche Bedeutung hat der Tod für das Leben konkret hier und jetzt?

"kreuz und quer" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und steht als zeitnahe Servicewiederholung am Mittwoch im Hauptabend auf dem Programm von ORF III Kultur und Information.

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