LR Ragger: Genaue Erhebung, wie viele Bienen durch Pestizide gekillt wurden

Kärnten muss Bienenschutz zu Umwelt-Hauptthema machen

Klagenfurt (OTS) - Der Kärntner Tierschutzreferent Landesrat Mag. Christian Ragger fordert so rasch wie möglich eine Erhebung unter allen 2.684 Kärntner Imkern, wie viele ihrer Bienen durch Pestizide getötet worden sind. "Wir brauchen einen genauen Überblick, welche Schäden durch den Einsatz der umstrittenen Schädlingsbekämpfungsmittel Neonicotinoide in Kärnten entstanden sind. Die betroffenen Imker wissen das am besten", betont Ragger.

Für Ragger muss der Schutz der Bienen ein Hauptthema der Kärntner Politik in den nächsten fünf Jahren werden. "Die Gefährdung des nach dem Rind und Schwein drittwichtigsten Nutztieres durch vom Menschen ausgestreute Gifte und durch natürliche Feinde (u.a. Varoamilbe, Faulbrut) können wir nicht ernst genug nehmen", so Ragger. Seit Jahren sinke der Bienenstand in Kärnten, zum Glück nicht so dramatisch schnell wie in anderen Regionen, aber es schrillen trotzdem die Alarmglocken. "Allein von 2011 auf 2012 verschwanden in Kärnten 120 Völker, von 34.820 auf 34.700. Wenn man weiß, dass ein Volk im Sommer über 40.000 Bienen umfassen kann, sind das über 4 Millionen Bienen", erklärt der Tierschutzreferent. Ragger fordert in diesem Zusammenhang eine Förderung für Imker, wenn sie zusätzliche Völker züchten.

Die Kärntner Freiheitlichen werden daher im Landtag einen Antrag stellen, dass noch im Sommer eine Enquete zum Thema Bienenschutz in Kooperation mit dem Kärntner Imkerverband abgehalten wird. Die Aussagen der dabei geladenen Fachleute sollten die Basis für ein Maßnahmenpaket bis 2018 sein.
"Das Ziel muss sein, dass Kärnten seinen Bienenstand erhöht und damit die Umwelt schützt und den Obstertrag langfristig absichert", so Ragger.

Ragger übt in diesem Zusammenhang Kritik an Umweltlandesrat Rolf Holub und Agrarlandesrat Wolfgang Waldner, welche bei diesem Kernthema auf Tauchstation seien. Für Ragger ist es unverständlich, dass die Gefährdung der Bienen durch Neonicotinoide erst jetzt in die öffentliche Diskussion gerät. Er verweist dabei auf den Jahresbericht der Organisation "Biene Österreich" aus 2010, worin es heißt: "Das Jahr 2010 war gekennzeichnet durch die intensiven Bemühungen der Biene Österreich, die Zulassung der für die Bienen gefährlichen Saatgutbeizmittel zu verhindern. In zahlreichen Besprechungen mit der chemischen Industrie, der Landwirtschaftskammer Österreich, der AGES und dem Lebensministerium hat sich der redlich bemüht, den Einsatz dieser Pflanzenschutzmittel zu verhindern. Dies ist leider nicht gelungen", so Ragger.

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