Hundstorfer: Höhere Familienbeihilfe und mehr bzw. bessere Kinderbetreuung bringt allen Familien etwas

Von Steuererleichterungen wie im ÖVP-Modell profitieren hingegen Besserverdienende - Geringverdiener haben nichts davon

Wien (OTS/BMASK) - "Faire Geldleistungen und mehr bzw. bessere Betreuungsangebote bringen allen Familien etwas, egal ob diese Steuern bezahlen oder nicht", unterstrich Sozialminister Rudolf Hundstorfer in einer Aussendung. Qualitativ hochstehende, flächendeckende Kinderbetreuungseinrichtungen mit sinnvollen Öffnungszeiten sind die Grundvoraussetzung dafür, dass Frauen mit Kindern weiterhin ihren Beruf ausüben können und karrieremäßig nicht auf der Strecke bleiben. "Wir brauchen dringend ein besseres Angebot bei der Kinderbetreuung - mit den 150 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr könnte man die Lücken bei der Kinderbetreuung schließen und einen wichtigen Beitrag zur Armutsbekämpfung leisten. Auch die einheitliche Erhöhung der Familienbeihilfe auf 225/240 Euro pro Kind wäre vor allem für Familien mit geringem Einkommen eine spürbare Hilfe", ist Hundstorfer überzeugt. ****

Steuererleichterungen für Familien - wie von der ÖVP vorgeschlagen -würde hingegen an den Defiziten bei der Kinderbetreuung nichts ändern. Vor allem aber: Geringverdiener haben davon gar nichts. "71 Prozent der Mütter und 34 Prozent der Väter zahlen keine Steuern, weil ihr Einkommen unterhalb der steuerpflichtigen Grenze liegt. 600.000 Kinder hätten daher von den Steuerzuckerln der ÖVP nichts", so der Sozialminister. Den vollen Freibetrag in der Höhe von 7.000 Euro könnten daher nur wenige Familien beziehen, sie müssten mehr als 6.000 Euro brutto im Monat verdienen. "Das sind nicht viele", sagte der Minister. Viel sinnvoller ist das Modell von Frauenministerin Heinisch-Hosek, das Steuervorteile streicht, dafür aber die Familienbeihilfe generell anhebt und die Kinderbetreuung verbessert.

Wie wichtig eine flächendeckende und gute Kinderbetreuung ist, hat die Studie zu Ausgrenzungs- und Armutsgefährdung (EU-Silc) gezeigt. In Mehrpersonenhaushalten mit einem Kind reduziert sich die Armutsgefährdungsquote bei Erwerbstätigkeit der Frau von 14 Prozent auf vier Prozent, bei Haushalten mit zwei Kindern von 21Prozent auf sechs Prozent, bei Haushalten mit drei oder mehr Kindern von 39 Prozent auf 18 Prozent und in Ein-Eltern-Haushalten von 57 Prozent auf 18 Prozent. "Wenn man in Kinderbetreuungseinrichtungen investiert, investiert man in Armutsbekämpfung, da es Frauen möglich wird, wieder einen ordentlich bezahlten Arbeitsplatz anzunehmen. Wer hingegen in Steuerzuckerln investiert, ändert gar nichts - weder an der niedrigen Geburtenrate noch an der prekären finanziellen Situation vieler Familien", schloss Hundstorfer. (Schluss)

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