Pflegende Kinder - FPÖ sieht großen Handlungsbedarf

Hofer: 40.000 Kinder pflegen Angehörige - aber Pflegelehre bleibt auch ihnen verwehrt

Wien (OTS) - FPÖ-Behindertensprecher NAbg. Norbert Hofer sieht aufgrund der großen Zahl pflegender Kinder in Österreich eine große Diskrepanz zwischen den politischen Ansprüchen der Regierungsparteien und der gelebten Realität in Österreich.

Hofer hatte mehrmals im Parlament beantragt, in Österreich eine Pflegelehre zu ermöglichen. Abgelehnt wurde dieser Antrag von SPÖ und ÖVP mit der Begründung, dass man es Jugendlichen nicht zumuten könne, kranke und ältere Menschen zu pflegen. Dies sei eine zu große psychische Belastung.

Hofer: "In Österreich kann man derzeit mit 17 Jahren eine Ausbildung im Bereich der Krankenpflege beginnen. Daher hätte unser Modell der Pflegelehre vorgesehen, im ersten Lehrjahr vor allem Tätigkeiten einzuplanen, die angehende Pflegefachkräfte eben nicht zu sehr belastet und neben einem behutsamen Eingewöhnen in den Pflegeberuf einen Schwerpunkt im theoretischen Teil der Krankenpflege, in den Grundzügen der Psychologie oder in die Termini, die eine Pflegefachkraft zur Ausübung ihres Berufes erlernen muss, vorzusehen. Ein Wechseln von Windeln beispielsweise wäre im ersten Lehrjahr ausgeschlossen."

Nun stellt sich zudem heraus, dass 40.000 Kinder und Jugendliche, und wir sprechen hier von auch von ganz jungen Österreichern, die tatsächlich noch als Kinder bezeichnet werden müssen, zum Teil schwerste Tätigkeiten ausüben, um kranke und pflegebedürftige Angehörige zu betreuen.

Hofer: "Dass der Politik nichts anderes einfällt, als für diese Kinder eine kleine Auszeit von der Pflege zu ermöglichen, damit diese beispielsweise an Schulskikursen teilnehmen können, ist erbärmlich. Und ich möchte das nicht als plumpen Angriff auf die Regierungsparteien verstanden wissen. Dazu ist das Thema zu ernst."

Dazu kommt noch, dass auch solchen Kindern derzeit nicht ermöglicht wird, ab dem 15. Lebensjahr eine Pflegelehre zu beginnen. Das ist, so Hofer, eigentlich verrückt: "Ich habe mir in den letzten Wochen viele Gedanken darüber gemacht, wie man den Betroffenen tatsächlich helfen könnte, bin aber zu keinem Ergebnis gekommen, das der Weisheit letzter Schluss wäre. Ich ersuche daher den Bundesminister für Soziales dringend, nach Vorliegen der von ihm in Auftrag gegebenen Studie eine Enquete mit Experten, Politikern aller Parteien und Betroffenen zu initiieren, um zu einem konstruktiven und umsetzbaren Lösungsansatz zu kommen. Wir müssen rasch handeln. So wichtig Solidarität in der Familie ist, so wichtig ist es auch, Kindern nicht die Kindheit zu nehmen."

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