BZÖ-Westenthaler: Sondersitzung des Sportausschusses zur NADA

Wien (OTS) - Der Vorsitzende des parlamentarischen Sportausschusses, BZÖ-Abg. Peter Westenthaler, kündigte heute eine Sondersitzung des parlamentarischen Sportausschusses zum Thema NADA (Nationale Antidoping Agentur) für Juni an. Dies wurde in der heutigen Sitzung des Sportausschusses mit Sportminister Klug und allen Parlamentsfraktionen akkordiert.

"In diesem Ausschuss werden wir mit der gegenwärtigen Führung der NADA auch über ihre Arbeitsweise und Entscheidungsfindungen der letzten Zeit sprechen", so Westenthaler, für den manches aus diesem Bereich nicht nachvollziehbar ist. Im Ausschuss wurde heute über eigenartige Entscheidungen, aber auch über evidente Ungleichbehandlungen einzelner Sportler debattiert. Erst im Vorjahr musste die NADA-Führung aufgrund massiver Vorwürfe ausgetauscht werden.

Westenthaler selbst brachte den aktuellen Fall der ehemaligen österreichischen Spitzenläuferin Susanne Pumper zur Diskussion. Pumper wurde vor kurzem seitens der NADA zu einer achtjährigen Sperre verurteilt, weil sie angeblich verbotenes Doping (EPO) von der bereits verurteilten Ex-Sportlerin Lisa Hütthaler gekauft haben soll. Pumper hat dies immer bestritten und es gibt keinerlei Beweise dafür. Nun liegt auch das schriftliche Urteil der NADA vor, dass sich ausschließlich auf eine Beschuldigteneinvernahme der Frau Hütthaler bezieht, indem diese wortwörtlich behauptet, "zu einem nicht mehr feststellbaren Zeitpunkt Ende 2008" EPO an Pumper verkauft zu haben. "Diese schwammige und merkwürdige Aussage einer Beschuldigten und mittlerweile verurteilten Dopingsünderin, die nicht einmal den genauen Zeitpunkt des angeblichen Verkaufes wusste, ist die einzige Begründung der NADA für das Urteil gegen Pumper", so Westenthaler fassungslos. Was hat das mit Beweiswürdigung und Rechtsstaatlichkeit zu tun, wenn eine Sportlerin einfach so von einer Konkurrentin im Beschuldigtenstatus (ohne Wahrheitspflicht) angepatzt wird und das nun das einzige Indiz für eine achtjährige Sperre samt defacto Berufsverbot ist? Einmal mehr fällt damit die NADA ein mehr als fragwürdiges Urteil über eine Sportlerin, die sich auch ihre derzeitige wirtschaftliche Existenz auf dem Laufsport aufgebaut hat. "Dieses skandalöse Urteil würde bei Rechtskraft die wirtschaftliche Existenz von Susanne Pumper zerstören", stellte Westenthaler fest. Wir werden daher darüber auch im Sportausschuss des Parlaments mit der NADA ausführliche Gespräche führen. Die NADA ist dazu da, echte und nachweislich überführte Dopingsünder zu bestrafen und nicht Sportlerinnen in ihrer Existenz zu gefährden, denen nichts vorzuwerfen ist, außer eine diffamierende unglaubwürdige Beschuldigtenaussage einer Mitkonkurrentin, die in die Enge geraten ist.

"Der Fall schreit nach Aufklärung und Neuverhandlung", so der Sportauschuss-Vorsitzende abschließend.

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