AK Wien Vollversammlung - Soziale Gerechtigkeit soll Kriterium für Schulfinanzierung sein -(4)

Wien (OTS) - Antrag zur Verteilung der Mittel auf die Schulen:
Soziale Zusammensetzung der SchülerInnen soll eine Rolle spielen
Je weniger Geld die Eltern haben, desto mehr muss die Schule für die Kinder übernehmen: Mit diesem Grundgedanken fordert heute die AK Wien Vollversammlung in einem Antrag die so genannte indexbasierte Mittelverteilung bei der Finanzierung der einzelnen Schulstandorte. Schulen mit mehr sozial benachteiligten Kindern sollen mehr Ressourcen erhalten, da sie unter schwierigeren Bedingungen arbeiten. Die Vollversammlung sieht darin einen Weg zur Erhöhung der Chancengleichheit. Weitere Forderungen im Bereich Bildung und Ausbildung sind die Einführung eines zweiten verpflichtenden Kindergartenjahres, die Qualitätssicherung in der überbetrieblichen Lehrausbildung und die unbefristete Verlängerung der "Initiative Erwachsenenbildung" zum kostenlosen Nachholen von Abschlüssen.

Es sei "bekannt und wiederholt nachgewisen, dass das österreichische Schulsystem durch ein hohes Ausmaß an sozialer Ungerechtigkeit und Selektivität gekennzeichnet ist". Gleichzeitig spiele es bei der Mittelzuteilung auf einzelne Schulstandorte weitgehend keine Rolle, wie viele SchülerInnen aus sozial und wirtschaftlich benachteiligten Familien kommen. So argumentiert die AK Wien Vollversammlung ihre Forderung nach Zuteilung der Mittel nach sozialer Herkunft der Kinder. Sie fordert, ein entsprechendes Modell zu entwickeln. Muster könnten erfolgreiche Modelle sein, die es derzeit in einigen Kantonen der Schweiz, deutschen Bundesländern, in Belgien und in den Niederlanden gibt.

Um alle Talente entsprechend zu fördern, fordert die Vollversammlung weiters ein zweites, verpflichtendenes und gebührenfreies Kindergartenjahr. Denn frühkindliche Bildung und Förderung haben "tiefgreifende und langfristige Auswirkungen, die mit späteren Maßnahmen nicht erreicht werden können". Unabdingbar seien auch Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen im Kindergarten wie Senkung der Gruppengrößen und Ausbildung der ElementarpädagogInnen auf Hochschulniveau.

In der überbetrieblichen Lehrausbildung sollen verstärkt Qualitätsstandards und Qualitätssicherungsinstrumente umgesetzt werden, fordert die Vollversammlung ebenso wie bereits für die betriebliche Ausbildung. Den Jugendlichen müsse qualitativ hochwertige Ausbildung garantiert werden. Die zuständigen Stellen, insbesondere das Arbeitsmarktservice, sollen die in den Ausschreibungskriterien enthaltenen Eignungs- und Qualitätskriterien stärker überprüfen.

Unbefristet verlängert werden soll schließlich die "Initiative Erwachsenenbildung" zum kostenlosen Nachholen von Basisbildung und des Hauptschulabschlusses. Derzeit teilen sich Bund und Länder die Kosten. Die Initiative ist aber bis 2014 befristet. Im Rahmen der Verhandlungen über ihre Verlängerung soll auch erreicht werden, dass die Vobereitungslehrgänge auf die Berufsreifeprüfung kostenlos angeboten werden.

Rückfragen & Kontakt:

AK Wien Kommunikation
Peter Mitterhuber
Tel.: (+43-1) 501 65-2347
peter.mitterhuber@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0005