Wege in die Zukunft: Wirtschaftskammer startet Dialog über Mobilität von morgen

Reger Meinungsaustausch bei WKÖ-Veranstaltung "Gesamtstrategie - Zukunft Verkehr"

Wien (OTS/PWK292) - Dass das Thema Verkehr der Zukunft großes Interesse hervorruft, zeigte sich am regen Zustrom zur gestrigen Diskussionsveranstaltung "Gesamtstrategie - Zukunft Verkehr: Dialog Wirtschaft-Politik", zu der die WKÖ-Stabsabteilung Wirtschaftspolitik und die Bundessparte Transport und Verkehr in die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) geladen hatten.

Rund 220 Unternehmer, Vertreter aus dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) und weitere Experten waren gekommen, um die Erfordernisse der Wirtschaft zum Thema Verkehr der Zukunft zu beleuchten.

Wie sich auch durch den Branchenmix der Unternehmensvertreter im Publikum bestätigte, sind Verkehr und Verkehrsinfrastrukturen unabhängig von der Branche für alle Unternehmen zur Erreichbarkeit von Kunden, Mitarbeitern sowie Gütern und Dienstleistungen von hoher Bedeutung, betonte WKÖ-Vizepräsident Richard Schenz in seiner Eröffnungsrede.

Einig waren sich die Wirtschaftsvertreter, dass ein Gesamtverkehrsplan für Österreich mehr als eine Auflistung von Vorhaben und Absichtserklärungen sein muss. Das Augenmerk der künftigen Strategien müsse stärker auf einem verkehrsträgerübergreifenden Ansatz basieren und die Bedeutung des Verkehrs für Wohlstand und Wachstum betonen. "Der Gesamtverkehrsplan ist ein positiver Ansatz, kann aber nicht 'Endprodukt' sein. Die Wirtschaft möchte an einem Verkehrskonzept der Zukunft aktiv mitwirken und zu einem Masterplan weiterentwickeln. Deshalb geben wir mit dieser Veranstaltung den Kick Off für einen umfangreichen Dialogprozess, zu dem wir alle Beteiligten einladen möchten", betonte Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Verkehr der WKÖ. Ein entsprechendes Formular für Ideen und Diskussionsbeiträge steht in Kürze auf der Homepage unter wko.at/verkehr bereit.
Rege Diskussionen gab es in den Diskussionsrunden zu den drei Themenschwerpunkten Infrastruktur, Güterverkehr und Personenverkehr der Zukunft.

Zuverlässige Infrastruktur als Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft
Eine Reihe von unterschiedlichen Themen wie Raumordnungspolitik, effiziente Nutzung bestehender und Ausbau- sowie Erhaltungserfordernisse der Infrastrukturen beschäftigten die Teilnehmer der ersten Diskussionsrunde.
Mit dem Donau-Korridor, der Brennerachse sowie dem Baltisch-Adriatischen Korridor verlaufen drei der zehn geplanten prioritären Verkehrskorridore Europas durch unser Land. "Österreich hat mit der geplanten Einbettung in das transeuropäische Verkehrsnetz eine historische Chance, sich als Logistikdrehscheibe in Zentraleuropa zu etablieren. Die Bereitstellung und Aufrechterhaltung einer leistungsfähigen und zuverlässigen Infrastruktur sowie wirtschaftsverträgliche Rahmenbedingungen sind wesentlich für eine wettbewerbsfähige österreichische Wirtschaft", so Elisabeth Rothmüller-Jannach, Obmann-Stellvertreterin der Bundessparte Transport und Verkehr.

Als volkswirtschaftlichen Unsinn bezeichnete es Christoph Schneider, Leiter der Stabsabteilung Wirtschaftspolitik der WKÖ, wenn bestehende Infrastrukturen nicht effizient genutzt werden können, wie es beispielsweise infolge von Fahrverboten der Fall ist. In der Diskussion um die Kostenerhöhungen im Verkehr forderte Schneider die Politik auf, Anreize für die österreichische Wirtschaft zu bieten statt, wie es häufig der Fall ist, Belastungen vorzusehen. Ziel muss es zudem sein, die künftigen Strategien nicht nur verkehrsträgerübergreifend, sondern auch unter Einbindung der Themen Energie sowie Informations- und Kommunikationstechnologien aufzusetzen, ist Schneider überzeugt.

Komodalität als Voraussetzung für Güterverkehr der Zukunft Diskutiert wurde über Herausforderungen des steigenden Transportaufkommens und die Chancen, dieses sinnvoll zu verteilen. Als Kernthema zeigte sich das Spannungsfeld der einseitigen Verlagerungspolitik gegenüber dem aus Sicht der Wirtschaft zu präferierenden Prinzip der Komodalität. "Eine wettbewerbsfähige Wirtschaft braucht eine effiziente Komodalität der Verkehrsträger. Die Stärken von Straße, Schiene, Schifffahrt und Luftfahrt sind bei allen Verkehrsleistungen auf lokalen, regionalen und internationalen Distanzen zu fördern und Schnittstellen zu optimieren. Einseitige Kostenbelastungen eines Verkehrsträgers sind strikt abzulehnen", stellte Klacska klar.

Personenverkehr: Öffentlicher versus Individualverkehr
Zentrales Thema war die im Gesamtverkehrsplan geforderte Leistbarkeit des Öffentlichen Verkehrs, die jedoch eng mit der Frage der Finanzierbarkeit einhergeht sowie konkrete Möglichkeiten zur Attraktivierung des öffentlichen Nahverkehrs.
So dürfe nach Ansicht der Diskussionsteilnehmer der Gesamtverkehrsplan nicht auf Absichtserklärungen beschränkt sein, sondern müsse die Interessen der Betreiber und der Bevölkerung in den Vordergrund stellen.

"Wir wollen gemeinsam Visionen für die Mobilität der Zukunft entwickeln. Dabei geht es um stärkere Abstimmung der einzelnen Politikbereiche untereinander, aber auch mit unseren Unternehmern, die tagtäglich Österreich zweimal, nämlich in Gütern und Personen, transportieren. In diesem Sinne freut sich die Wirtschaft auf weitere spannende Diskussionsrunden", so Schneider und Klacska abschließend. (PM)

Rückfragen & Kontakt:

Bundessparte Transport und Verkehr
Dr. Erik Wolf
Telefon: +43 (0)5 90 900 3251
E-Mail: seilbahnen@wko.at
Internet: http://wko.at/verkehr

Stabsabteilung Wirtschaftspolitik
Dr. Christoph Schneider
Telefon: +43 (0)5 90 900 4499
E-Mail: Christoph.Schneider@wko.at
Internet: http://wko.at/wp

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