Äthiopiens Frauen glücklich am Herd

Menschen für Menschen zum Muttertag: Ein Ofen, der Leben verändert

Wien / Äthiopien, Kachisi (OTS) -

  • Holzsparende Öfen erleichtern den beschwerlichen Alltag der Frauen in Äthiopien
  • Weniger Brennholzbedarf schützt vor Abholzung und Erosion

Täglich sind Frauen im ländlichen Äthiopien viele Stunden damit beschäftigt, Wasser zu holen und Feuerholz zu sammeln. Zusätzlich kümmern sie sich um die anstrengende Hausarbeit und unterstützen ihre Männer bei der Feldarbeit. Durch einen holzsparenden Ofen wird der Alltag der Frauen etwas erleichtert.

Bis vor kurzem war auch Tsige Asefa aus dem Menschen für Menschen-Projektgebiet Ginde Beret täglich mehrere Stunden unterwegs um Brennholz zu sammeln, damit sie ihrer Familie eine warme Mahlzeit kochen kann. So etwas wie einen Herd kannte sie, wie auch die anderen Frauen in ihrer Nachbarschaft, gar nicht. Traditionellerweise legen die Frauen drei große Steine auf den Boden und machen in der Mitte Feuer. "Vom vielen Rauch schmerzen uns oft die Augen und um das notwendige Brennholz zu sammeln benötigen wir mehrere Stunden pro Tag", so Tsige Asefa, "Außerdem verbrennen sich unserer Kinder immer wieder am offenen Feuer und tragen oft schwere Verletzungen davon".

Der "Grüne Ofen" erleichtert den Frauenalltag

Der holzsparende "Grüne" Ofen besteht aus zwei Teilen. Einem größeren Ofen, der fix an einem Kochplatz aufgebaut wird und einem kleineren, mobilen Ofen. Der größere wird hauptsächlich für die Herstellung der landestypischen Teigfladen namens Injera verwendet, eines der Hauptnahrungsmittel in Äthiopien. Auf dem kleineren, mobilen Ofen werden meist Eintöpfe oder Kaffee gekocht.

Der große Vorteil eines "Grünen Ofens" besteht darin, dass nur etwa halb so viel Brennholz wie bei der traditionellen Kochweise benötigt wird. Durch den geringeren Holzverbrauch wird daher auch die laufende Abholzung und damit einhergehende Erosion des Landes verringert. Eine wichtige Maßnahme für den Umweltschutz.

Nachhaltige Entwicklung

Zu Beginn der Arbeit in einem Projektgebiet werden die Öfen zu einem geringen Selbstbehalt an die Familien abgegeben, damit möglichst viele Menschen die Vorteile des Herdes kennenlernen. "Wenn die Frauen sehen, wie ihre Nachbarinnen Holz und damit Zeit sparen, möchten sie auch einen solchen Ofen", erklärt Berhanu Bedassa, Projektleiter von Menschen für Menschen. "Anfangs werden die Öfen auf dem Gelände von Menschen für Menschen produziert, später entwickeln sich aber eigene Produktionsstätten in der Region. So entsteht auch ein neuer, unabhängiger Wirtschaftszweig."

Eine wichtige Maßnahme zur Frauenförderung

Holzsparende Öfen sind eine wichtige Maßnahme, um den beschwerlichen Alltag der Frauen zu entlasten. Besonders Frauen auf dem Land haben nur wenige Möglichkeiten ihre täglichen Pflichten zu erleichtern und die so verfügbare Zeit für andere Aktivitäten, wie zum Beispiel den Besuch von Weiterbildungskursen, zu nutzen.

Auch Tsige Asefa hat die Möglichkeit genutzt, um verschiedene Kurse wahrzunehmen. Davon profitiert ihre ganze Familie: "Ich habe gelernt wie man Hühner züchtet und Gemüse anbaut," erzählt sie stolz, "meine Kinder bekommen Eier zu essen und durch das Gemüse werden sie ausgewogen ernährt. Meinen Kindern geht es nun viel besser."

Anfang des Jahres 2013 startete Menschen für Menschen in den österreichisch finanzierten Projektgebieten Kleinkreditprogramme, um die Frauen der Region weiter zu stärken und zu fördern. Dies ist Teil der gebündelten Maßnahmen aus den Bereichen Wasserversorgung, Bildung, Landwirtschaft, Infrastruktur, Gesundheit und Frauenförderung, die von der Organisation gemeinsam mit der Bevölkerung umgesetzt werden. Mit Aufklärungskampagnen, Weiterbildungsmaßnahmen, Trainingskursen für eine verbesserte Haushaltsführung sowie Familienplanung und Hygieneschulungen werden die Frauen weiter dabei unterstützt, ihr Leben aus eigener Kraft positiv zu verändern.

In der Projektregion Ginde Beret leben rund 131.000 Menschen auf einer Fläche von ca. 1.200 km2 (knapp die Hälfte von Vorarlberg).

Ein holzsparender Ofen - Viele Vorteile:

  • Weniger Brennholzbedarf, Ersparnis von bis zu 50 % gegenüber der traditionellen Kochweise, somit auch Schutz der Umwelt vor Abholzung und Erosion
  • Weniger Rauchentwicklung und damit weniger Augenerkrankungen, Kleinkinder sind besser vor Verbrennungen geschützt
  • Erleichterung des Arbeitsalltages der Frauen. Durch die gewonnene Zeit können Frauen verstärkt an Schulungen teilnehmen

Jeder Beitrag zählt! Schon mit 30 Euro erleichtern Sie mit holzsparenden Öfen den schwierigen Alltag von fünf Frauen in Äthiopien.

Mehr zum Thema unter www.mfm.at

Über Menschen für Menschen:

Am 13. November 1981 gründete der Schauspieler Karlheinz Böhm Menschen für Menschen. Seitdem leistet die Organisation, die heute von Almaz Böhm geleitet wird, Hilfe zur Selbstentwicklung in Äthiopien, das laut Weltbank zu den ärmsten Ländern der Erde zählt. Im Rahmen so genannter "integrierter ländlicher Entwicklungsprojekte" verzahnt Menschen für Menschen gemeinsam mit der in der Region lebenden Bevölkerung Projekte aus den Bereichen Bildung, Landwirtschaft, Wasserversorgung, Gesundheit, Infrastruktur und Soziales und setzt sich für die Besserstellung der Frauen ein. Mittlerweile profitieren rund 5,7 Mio. Menschen in Gebieten mit einer Gesamtfläche von rund 55.000 km2 - was etwa zwei Drittel der Fläche Österreichs entspricht - von der Arbeit der Organisation. Drei von inzwischen 15 integrierten ländlichen Entwicklungsprojekten wurden bereits zur Gänze in die Hände der Bevölkerung übergeben. Almaz und Karlheinz Böhm wurden für ihre Arbeit mit dem Essl Social Prize 2011 ausgezeichnet. Weitere Informationen unter: www.mfm.at

Rückfragen & Kontakt:

Verein Menschen für Menschen
Capistrangasse 8/10, 1060 Wien, Austria
Martina Hollauf, E-Mail: m.hollauf@mfm.at
Tel.: +43 1 5866950-16, Fax: +43 1 5866950-10

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MFM0001