Vorschlag zur Saatgutverordnung: Die landwirtschaftliche Vielfalt bleibt gefährdet

ARCHE NOAH und GLOBAL 2000: Ausnahmen und vermeintliche Zugeständnisse sind unzureichend.

Wien/Brüssel (OTS) - Der von der EU-Kommission heute veröffentliche Entwurf zur Saatgutverordnung bestätigt die Befürchtungen der beiden Organisationen ARCHE NOAH und GLOBAL 2000. In den vergangenen Wochen hat sich die Kommission um Beschwichtigung bemüht. Ein erster Blick in den Entwurf zeigt jedoch, dass grundlegende Forderungen nicht erfüllt wurden.

Beate Koller, Geschäftsführerin der ARCHE NOAH: "Nach wie vor sind die Regelungen für die Weitergabe von Saat- und Pflanzgut unverhältnismäßig restriktiv und bürokratisch. Nicht-kommerzielle Aktivitäten und nicht-industrielle Sorten werden in winzige Nischen verdrängt. Die vorgesehenen Ausnahmen für Nischenmärkte, seltene Sorten und Privataktivitäten sind nur ein Tropfen aus dem heißen Stein. Sie werden den Verlust der Sortenvielfalt, die für die zukünftige Ernährungssicherheit so wichtig ist, nicht aufhalten."

Heidemarie Porstner, Agrarsprecherin von GLOBAL 2000: "Der heute veröffentlichte Vorschlag ist kein Beitrag zum Gemeinwohl, sondern dient den Interessen der Agrarkonzerne. Beispielsweise können viele LandwirtInnen von den Ausnahmeregelungen nicht profitieren und werden an der Weitergabe von eigenem Saatgut gehindert. Der Saatgutmarkt liegt somit in der Hand der großen Konzerne."

Bereits heute beherrschen weltweit vier große Konzerne mehr als 75 Prozent des Saatgutmarktes. Eine weitere Konzentration bedeutet das sichere Ende der Vielfalt auf den Feldern und in den Gärten.

Eine detaillierte Analyse des nun veröffentlichten Vorschlags seitens der ARCHE NOAH und GLOBAL 2000 folgt.

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