ORF-"matinee" an Fronleichnam: Von der Renaissance in die Zukunft

Mit Dokus über Michaelangelo und Robert Jungk

Wien (OTS) - Zwei unterschiedliche Zeitepochen und zwei ihrer prominenten Vertreter stehen im Mittelpunkt der "matinee" am Feiertag, zu Fronleichnam am Donnerstag, dem 9. Mai 2013, ab 9.05 Uhr in ORF 2. Von der Renaissance und ihrem Titanen Michelangelo Buonarotti, dem die Dokumentation "Michelangelo Superstar - Ein Querkopf mit magischen Händen" gewidmet ist, begleitet Moderator Peter Schneeberger das Publikum an den "Tatort Zukunft. Zum 100. Geburtstag von Robert Jungk" (10.05 Uhr). Das Porträt über den Zukunftsforscher und Salzburger "Alternativ-Nobelpreisträger" Robert Jungk, der am 11. Mai 100 Jahre alt geworden wäre, ist eine Produktion des ORF-Landesstudios Salzburg, gestaltet von Renate Lachinger.

"Michelangelo Superstar - Ein Querkopf mit magischen Händen" (9.05 Uhr)

Der gewaltige Arbeitsprozess Michelangelo Buonarottis in der Sixtinischen Kapelle in Rom und die Entstehungsgeschichte des David, den Jahr für Jahr erneut Millionen Bewunderer zum "Mister Universum" küren, bilden den roten Faden der Filmdokumentation von Wolfgang Ebert und Martin Papirowski. Daran knüpfen sich im Wechsel Szenen und Schauplätze, die den Zuschauer/innen überraschende Einblicke in das Leben, Leiden und Werken des genialen Malers, Bildhauers, Architekten und Dichters vermitteln, ebenso wie in Michelangelos Zeit - die Epoche der Renaissance. Seine Zeitgenossen nannten ihn voller Ehrfurcht den "Göttlichen". Aber die Zuschauer/innen begegnen in der Dokumentation nicht nur einem besessenen Genie, sondern auch einem erbarmenswerten Menschen, der sich selbst am meisten bemitleidete:
"Ich nähre mich nur von dem, was glüht und brennt, und lebe von dem, woran die anderen sterben. Frohsinn finde ich in dunkler Schwermut."

Fragen, die bis dato unbeantwortet blieben, werden nochmals aufgeworfen und dem Versuch einer Klärung unterzogen. War eine Krankheit der Motor für Michelangelos Schaffenskraft? War das Genie ein Autist, dessen Kunst durch die Obsession auf einen eng begrenzten Lebensbereich geprägt wurde, wie Wissenschaftler/innen behaupten? Und, war der ewige Nörgler wirklich so arm, wie er lebte? Welche geheimen Botschaften hat der geniale Querkopf in seinem gigantischen Fresken-Zyklus versteckt? In der Sixtinischen Kapelle durfte nicht gedreht werden. Also entstanden die Weltwunder der Kunst im Rechner. Nur durch eine Mischung aus inszenierten Passagen in Verbindung mit aufwendigen 3D-Animationen konnte die Entstehung der in zwanzig Metern Höhe gemalten Fresken oder das Meißeln des David vom kruden Marmorblock bis zur fertigen Figur überzeugend dargestellt werden. Das Ergebnis ist ein optisch grandioser und emotional bewegender Film.

"Tatort Zukunft. Zum 100. Geburtstag von Robert Jungk" (10.05 Uhr)

"Zukunft, das sind wir alle" lautete das Credo von Robert Jungk, der sich Zeit seines Lebens für die Verwirklichung einer humanen Zukunft eingesetzt hat. Jungk war Schriftsteller, Journalist, Wissenschaftspublizist, Atomkritiker und einer der ersten Zukunftsforscher. Am 11. Mai 2013 wäre er hundert Jahre alt geworden.

1952 erschien eine erste Reportage, in der sich Robert Jungk mit den Fragen nach der Zukunft der Menschheit auseinandersetzte: "Die Zukunft hat schon begonnen". Er zählte zu den bedeutendsten Pionieren der internationalen Umwelt- und Friedensbewegung. Jungk erfand die Zukunftswerkstätten und gründete 1985 die Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen in Salzburg. 1986 erhielt er den Alternativen Nobelpreis und trat 1992 als Kandidat der Grünen Alternative bei der Wahl zum Österreichischen Bundespräsidenten an.

Die Stadt Salzburg, in der er von 1970 bis zu seinem Tod im Jahr 1994 mit seiner Familie lebte, feiert seinen 100. Geburtstag mit einer Reihe von Ausstellungen, Lesungen und optischen Eingriffen ins Stadtbild. So wird etwa der Parkplatz, der nach Robert Jungk benannt ist, begrünt.

In Salzburg erinnert vieles an den prominenten Zukunftsforscher. Auf dem Dachboden des Hauses CORSO herrscht noch immer das kreative Chaos, in dem Robert Jungk täglich gearbeitet hat. Er nannte es sein "Bergwerk". Dort entdeckten seine ehemaligen Mitarbeiter/innen im vergangenen Jahr das Manuskript zum "Sonnenbuch", das zu seinem 100.Geburtstag posthum erschienen ist.

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