Wirtschaftsbund Niederösterreich präsentiert regionales Crowd-Funding-Projekt

Waldviertel-Sprecher Groiß: "Bedarf an ergänzenden Finanzierungsmodellen steigt. Modell stärkt Eigenkapital der KMU: Betriebe kommen leichter an Kredite und Förderungen."

St. Pölten (OTS) - Wirtschaftsbund-Waldviertel-Sprecher Ing. Mag. Werner Groiß arbeitet schon seit Jahren an einem einfachen und legalen Finanzierungsmodell für KMU. Jetzt hat er sein "Crowd-Funding"-Projekt gemeinsam mit Wirtschaftslandesrätin Dr. Petra Bohuslav und Wirtschaftsbund-Landesgruppen-Obfrau BR KommR Sonja Zwazl präsentiert.
"Wir wollen mit diesem ergänzenden Finanzierungsmodell die Eigenkapitalquote von Klein- und Mittelbetrieben stärken", erklärt Groiß. "Bei meinem Modell vergeben Unternehmen Genussrechte an Anleger, die steuerrechtlich als Fremdkapital, unternehmensrechtlich aber als Eigenkapital behandelt werden können." Durch mehr Eigenkapital kommen die Betriebe leichter an Kredite und an Förderungen.

Auf einer so genannten "Public-Placement-Plattform" werden Unternehmensbeschreibung und Projektplanung öffentlich ausgelobt -ähnlich einem Prospekt: "Dabei werden gleichzeitig auch alle wesentlichen Punkte für die Gewinnbeteiligung ausgewiesen", erklärt Groiß. "Ein privater Investor kann sich also genau über die Unternehmen informieren." Investitionsvolumina sollen im aktuellen Modell unter 100.000 Euro bleiben, damit sie nicht unter die derzeit gültige Prospektpflicht fallen. "Auf der Plattform werden aber keine Bewertungen oder Kaufempfehlungen abgegeben", ergänzt der Wirtschaftsbund-Waldviertel-Sprecher.

"Im Gegensatz zu anderen Projekten wollen wir mit diesem Modell erreichen, dass der Gewinn für private Geldgeber gleich endversteuert ausgeschüttet wird", so Groiß weiter. Vielen ist es nicht bewusst, dass die Besteuerung voll beim Anleger liegt, "deshalb wollen wir gleich im Vorhinein durch die Endversteuerung unwissentliche Steuerbetrugsfälle ausschließen."
Das Projekt soll regional im Waldviertel umgesetzt werden, kann aber auch auf weitere Regionen ausgedehnt werden. "Wenn sich die Bevölkerung an einem Unternehmen aus der Region beteiligt, wird es auch als Kunde interessanter, zu diesem Betrieb zu gehen. Das stärkt umgekehrt wieder die Wirtschaft der Region", so Groiß.

Die Zusammenarbeit mit unseren Banken funktioniere, gerade in Hinsicht auf Investitionen brauche es aber ergänzende Möglichkeiten, so Landesgruppen-Obfrau BR KommR Sonja Zwazl. "Dazu gehört die Forderung an den Bund nach einer neuen Investitionszuwachsprämie -eine Forderung, die sich volkswirtschaftlich in jeder Hinsicht rechnet. Dazu gehören aber eben auch neue Finanzierungsmodelle." Als Beispiel nennt Groiß: "Eine Gemeinde braucht einen Nahversorger, ein Unternehmer ist interessiert, hat aber zu wenig Kapital. Die Bevölkerung investiert in den Betrieb, kauft sich Genussrechte und nutzt dadurch lieber "ihren" Nahversorger." Auch auf Bürgerbeteiligungsmodelle zur Errichtung von Photovoltaik-Anlagen oder Kleinkraftwerken ließe sich das Crowd-Funding-Konzept anwenden.

Wirtschaftslandesrätin Dr. Petra Bohuslav begrüßt die Idee: "Seitens des Landes werden derzeit pro Jahr ca. 1.050 Unternehmen mit rund 53,1 Mio. Euro gefördert, durch alternative Finanzierungsmodelle hätten noch mehr Klein- und Mittelbetriebe Zugang zu Mitteln des Landes." Mittels konkreter Maßnahmen und Services wird die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen nachhaltig gestärkt. Ein wichtiges Instrument hierbei ist die ständige Weiterentwicklung der finanziellen Unterstützungsangebote. "Wir sehen es als Aufgabe der öffentlichen Hand, neben den klassischen Förderungen auch alternative Finanzierungsinstrumente anzubieten", führt Landesrätin Dr. Bohuslav weiter aus.

Zur Person: Ing. Mag. Werner Groiß ist selbstständiger Steuerberater in Gars am Kamp im Waldviertel,Wirtschaftsbund-Sprecher des Waldviertels und - als Nachfolger von Günter Stummvoll -Nationalratswahl-Kandidat des Wirtschaftsbundes Niederösterreich.

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