MMI ist Rückgrat der heimischen Industrie

Knill: "Österreich muss sich entscheiden, ob es ein Industrieland bleiben will"

Wien (OTS) - Die Österreichische Maschinen- und Metallwarenindustrie (MMI) hat sich auch im vergangenen Jahr als treibende Kraft der heimischen Industrie positioniert. Der Produktionswert stieg um 2,7 Prozent auf 34,6 Mrd. Euro, die Beschäftigung um mehr als drei Prozent. Das Europa-weite Lahmen der Industrie trübt allerdings die Aussichten für 2013 und stellt die Branche vor große Herausforderungen.

Trotz eines soliden Vorjahresergebnisses steht das heurige Jahr unter wenig positiven Vorzeichen. Insgesamt erwarten die Betriebe der heimischen MMI für das erste Quartal einen Produktionsrückgang. Fast schon traditionell geht es dem Maschinenbau besser als der Metallware. Die Beschäftigungssituation ist in beiden Branchen weiterhin zumindest stabil. Was Christian Knill, Obmann des Fachverbandes Maschinen & Metallwarenindustrie (FMMI) die größten Sorgen macht, ist die Auftragslage. "Hier schlägt bereits die negative Entwicklung in Europa durch", sagte Knill heute, Montag, anlässlich einer Pressekonferenz. So lag etwa der Einkaufsmanagerindex des Markit-Instituts für die Industrie des Euroraums im April bei 46,7 Prozent, was den schlechtesten Wert des laufenden Jahres darstellt. (Ein Wachstum ist erst ab Erreichen der 50-Prozent-Marke in Sicht.)

Der Exportanteil der heimischen MMI liegt bei rund 70 Prozent der Produktion, davon sind drei Viertel innereuropäisch. Knill: "Für den weiteren Verlauf des heurigen Jahres erwarten wir eine Stabilisierung und insgesamt eine schwarze Null." Dass die Stimmung innerhalb der Branche nach wie vor noch nicht ins Negative gekippt ist, führte der FMMI-Obmann zurück auf eine Erleichterung, dass die große Rezession ausgeblieben ist. Allerdings steige sowohl in Europa als auch in Österreich die Arbeitslosigkeit. Knill: "Das gemeinsame Ziel lautet daher, die Beschäftigung zu sichern."

Im vergangenen Jahr ist die Branche ihrer Rolle als Wachstumsmotor der heimischen Industrie gerecht geworden. Mit einem Produktionswert von 34,6 Mrd. Euro weist sie ein Plus von 2,7 Prozent gegenüber 2011 auf. Auch die Beschäftigung hat sich 2012 nach oben entwickelt: Mit einem Eigenpersonalstand von 119.995 (plus 3,2 Prozent) wurde das Vorkrisenniveau von 2008 wieder erreicht. Bei den Lohnstückkosten verliert Österreich allerdings rapide an Wettbewerbsfähigkeit.

Auf der Exportseite zeigt sich derzeit eine Strukturverschiebung. Europa nimmt in seiner Bedeutung für die heimische MMI leicht ab, die USA und Russland legen am stärksten zu. Die österreichischen Ausfuhren nach China steigen zwar leicht, "dieser Markt ist allerdings für unser größtes Exportland, nämlich Deutschland, weit interessanter als für uns", so Knill.

Insgesamt wurden 2012 Waren im Wert von mehr als 28 Mrd. Euro (plus 6,5 Prozent gegenüber 2011) ausgeführt. Der Handelsbilanzüberschuss stieg damit auf 6,7 Prozent. An allen österreichischen Exporten hat die MMI einen Anteil von knapp 23 Prozent.

Angesichts der großen Herausforderungen an die Branche präsentierte der FMMI ein an die Politik gerichtetes Fünf-Punkte-Programm für den Wirtschaftsstandort Österreich. "Wir sind überzeugt, dass Österreich sich jetzt entscheiden muss, ob es ein Produktionsstandort bleiben will oder nicht" führte Knill aus. "Gerade heuer, im Superwahljahr 2013, muss klar sein, dass die Politik ihre Hausaufgaben machen muss. Wir fordern Wirtschafts-, Bildungs- und Forschungsstrategien sowie eine Modernisierung des Arbeitsrechts. Wir Maschinenbauer sind bereit, unseren Beitrag zu leisten."

Zum Thema Kollektivvertragsverhandlungen verwies der FMMI-Obmann auf eine bereits erfolgte Einladung an die Gewerkschaften: "Wir haben vorgeschlagen, mit den Verhandlungen bereits vor dem Sommer zu beginnen."

Fachverband MASCHINEN & METALLWAREN Industrie

Der FMMI ist die gesamtösterreichische Vertretung aller Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau und Metallwaren. Die mittelständisch strukturierte stellt mit mehr als 1.200 Unternehmen und rund 120.000 Beschäftigten das Rückgrat der industriellen Beschäftigung in Österreich dar. Der Anteil am heimischen Bruttoinlandsprodukt beträgt 6,5 Prozent. Oberstes Ziel des Fachverbandes ist die Mitwirkung an der Gestaltung von rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, um den erfolgreichen Fortbestand der Unternehmen der Maschinen- und Metallwarenbranche im internationalen Wettbewerb zu sichern. Der FMMI beschäftigt 31 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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